Ist die Zeit des günstigen Tankens bald vorbei?

Seit Wochen sind die Spritpreise im Keller - doch nun steigt der Ölpreis wieder an der Börse. Wir haben einen Experten vom ADAC gefragt, ob Benzin und Diesel deswegen wieder teurer werden.

Eine Zapfpistole wird an einer Tankstelle vor die Super-Benzin bzw. die Super-E10-Beschriftung einer Zapfsäule gehalten.
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Die Talfahrt der Benzin- und Dieselpreise ist seit der vergangenen Woche gestoppt. Seitdem sind die Preise leicht gestiegen und liegen seit Tagen auf einem ähnlichen Niveau. Ein Liter E10 kostet derzeit im Bundesschnitt rund 1,17 Euro, für einen Liter Diesel werden 1,05 Euro fällig. 

Auffällig bleibt laut ADAC-Sprecher Hölzel hingegen, dass die Preisunterschiede zwischen Diesel und Benzin weiterhin sehr gering bleiben:

Der [Unterschied] liegt gerade bei 12 Cent, normalerweise hat man ja einen steuerlichen Unterschied von ungefähr 21 Cent. Das heißt, dieser Unterschied wird derzeit in der Differenz [...] so nicht sichtbar.

Andreas Hölzel, ADAC Unternehmenssprecher

Die genaue Ursache dafür ist unklar.

Regionale Unterschiede möglich

Auch wenn die Spritpreise im bundesweiten Schnitt seit Wochen niedrig ausfallen, sind regionale Besonderheiten möglich. In Stendal sind die Spritpreise ein paar Cent höher als in Halle. In Sömmerda in Thüringen werden auch ein paar Cent mehr fällig als in Meiningen. Auch in Dresden ist das Tanken billiger als in Görlitz. In der Stadt an der deutsch-polnischen Grenze ist ein weiterer Effekt erkennbar. Durch die Corona-Pandemie sind derzeit die Landesgrenzen geschlossen. Autofahrer, die bisher immer günstig in Tschechien und Polen tanken waren, müssen nun auf deutsche Tankstellen zurückgreifen. Die steigende Nachfrage kann laut ADAC dazu führen, dass in einzelnen Städten die Preise ein Stück nach oben klettern. 

Auch weiterhin niedrige Spritpreise erwartet

Nachdem der Ölpreis im vergangenen Monat auf ein Rekordtief gefallen war, stabilisiert sich der Markt langsam wieder. Laut ADAC sind die derzeitigen Preise absolut angemessen und nachvollziehbar. Trotz steigender Ölpreise ist in naher Zukunft aber dennoch nicht davon auszugehen, dass die Spritpreise in die Höhe schnellen:

Wir haben nach wie vor ein erhebliches Überangebot von Öl auf dem Weltmarkt und wir haben natürlich eine geringere Nachfrage aufgrund von Corona und diese Nachfrage und beide Faktoren zusammen lassen den Ölpreis weiter relativ niedrig sein.

Andreas Hölzel, ADAC Unternehmenssprecher

Solange das Corona-Virus ein Thema ist, könnten die Spritpreise somit geringer ausfallen, als vor der Krise. Wie lange dieser Effekt allerdings anhält, weiß niemand.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 19. Mai 2020 | 13:15 Uhr

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