So fies war der „Jurassic Park“-Saurier in echt

Wer Steven Spielbergs Filmklassiker „Jurassic Park“ gesehen hat, kennt auch den Dilophosaurus. Forscher haben nun herausgefunden, dass der Leinwand-Dino nur wenig mit seinem realen Vorbild zu tun hatte.

Jurassic Park
Bildrechte: IMAGO

Wer den Riesen der Urzeit Auge in Auge gegenübertreten möchte, der ist im Osten von Sachsen genau richtig. In einem Park im Bautzner Ortsteil Kleinwelka lassen sich mehr als 200 Dinosaurier in Lebensgröße bestaunen. Zurück geht die Sache auf den Bildhauer Franz Gruß. Der hatte vor mehr als 40 Jahren zunächst auf seinem Privatgrundstück begonnen, die riesigen Plastiken herzustellen. Seitdem ist der Park kontinuierlich gewachsen.

Wer die Anlage heutzutage besucht -  Achtung, das geht aktuell nur mit termingebundenen Online-Tickets – wird gleich hinter dem Eingang womöglich einen alten Bekannten treffen: Hier stehen zwei Exemplare des Dilophosaurus, griechisch bedeutet das übrigens „Zweikammechse“, die gerade einen kleineren Scutellosaurus verspeisen.

Aber „alte Bekannte“ - was? Nun, wer Steven Spielbergs Filmklassiker „Jurassic Park“ gesehen hat, der kennt auch den Dilophosaurus. Selbst wenn man den etwas komplizierten Namen vielleicht nicht mehr präsent hat. Kleine Erinnerung: Das ist der, der einem Gewittersturm den Dino-Eier klauenden Programmierer brutal umbringt.

Nun ist seit Jahren bekannt, dass der Dilophosaurus im Film mit dem echten Urzeitvieh nicht allzu viel zu tun hatte. Das ist ein Unterschied zu den sonst vergleichsweise akkurat dargestellten anderen Arten bei „Jurassic Park“.

Unter anderem hat der Dilophosaurus im Film nur etwa ein Drittel seiner tatsächlichen Größe, einen knöchernen Kragen - und er spuckt Gift. Das ist wissenschaftlich zwar Quatsch, hatten sich Autor und Filmemacher aber eben so ausgedacht. Neue Forschungsergebnisse zeigen nun, dass der Dino aus „Jurassic Park“ tatsächlich so ziemlich gar nichts mit seinem realen Vorbild zu tun hatte.

Bisher hatte die Wissenschaft ziemlich wenig begriffen

Dilophosaurus sei der bekannteste unter den nicht bekannten Sauriern, scherzt der Paläontologe Adam Marsh von der University of Texas in Austin und dem Petrified Forest National Park im US-Bundesstaat Arizona. Er ist einer der Autoren der neuen Studie. Denn obwohl der Dino bereits vor 80 Jahren entdeckt wurde, hatte die Wissenschaft bisher offenbar ziemlich wenig von ihm begriffen. Bis zur aktuellen Auswertung habe niemand wirklich gewusst, wie das Tier ausgesehen oder sich entwickelt habe, so Marsh.

Statt klein und mit ausgefeilten Waffen ausgestattet, wie bisher angenommen, war Dilophosaurus offenbar ein gedanklich vielleicht nicht so heller, aber dafür ziemlich brachialer Riese. Zu seinen Lebzeiten vor etwa 175 bis 200 Millionen Jahren dürfte er sogar eines der größten Tiere Nordamerikas gewesen sein. 

Bisher waren nur sehr unvollständige Skelette des Dinos ausgewertet worden, doch Marsh und sein Team konnten fünf mehr oder weniger komplette Exemplare analysieren. Dabei fielen ihnen ein paar interessante Dinge auf: Zum einen waren das die mächtigen Kiefer des Tieres, die beim Verspeisen anderer Dinos ziemlich praktisch gewesen sein dürften. Zum anderen fanden sich an den Knochen immer wieder Luftkammern, um das Gewicht zu senken.

Sie sind wie eine Luftpolsterfolie - der Knochen wird geschützt und gestärkt.

Das sagt Marsh. Diese Leichtbauweise ist von Vögeln bekannt – und mit denen hatte Dilophosaurus trotz seiner Größe offenbar mehr gemeinsam als bisher gedacht.

Brachiosaurus (links) und Diplodocus (rechts) am See.
Der Saurierpark in Kleinwelka bei Bautzen zeigt über 200 Saurier-Modelle. Bildrechte: Saurierpark BBB MGH

Dilophosaurus war bei einer Länge von sieben Metern wohl nur etwa 400 Kilogramm schwer. Wahrscheinlich war er wohl auch ein guter Sprinter. Wenn man ihm in Kleinwelka gegenübertritt, muss einem das natürlich keine Sorgen machen. Die riesigen Plastiken bewegen sich ja nicht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 24. Juli 2021 | 13:15 Uhr

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