Kleine Kunststoffpartikel, die einem Peeling Gel hinzugefügt waren, auf einer Fingerkuppe.
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Unglaublich: In diesen Produkten versteckt sich Mikroplastik

26.06.2019 | 14:41 Uhr

Mikroplastik ist in der Luft, unserer Nahrung und im Wasser. Auch aus Waschmittel gelangt es in unsere Nahrung. So nehmen wir unbewusst wöchentlich bis zu fünf Gramm zu uns - das Gewicht einer Kreditkarte ungefähr.

Kleine Kunststoffpartikel, die einem Peeling Gel hinzugefügt waren, auf einer Fingerkuppe.
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Jedes dritte Waschmittel enthält Mikroplastik

Waschmittel wird in die Waschmaschine gefüllt
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Der Konsumentenschutz Österreich hat 300 Waschmittel auf ihren Mikroplastik-Gehalt untersucht. Mehr als jedes dritte Produkt – 119 von 300 Waschmitteln – hatten einen Mikroplastik-Anteil. Diese Teilchen sollen Grauschleier und Verfärbungen vorbeugen. Oft wird dafür Polyethylen verwendet. Das ist auch für eine gelartige Konsistenz bei Flüssigwaschmitteln verantwortlich.

Mikroplastik ist aber nicht in jedem Waschmittel enthalten. Bio-Waschmittel und Waschmittel die Eco-Label wie den Blauen Engel haben, enthalten keine Mikroplastik.

Wie kommt die Mikroplastik in unsere Nahrung?

Beim Waschen kommt die Mikroplastik dann ins Abwasser. Zwar können Kläranlagen schon 95 Prozent herausfiltern, aber der Klärschlamm wird auch zum Düngen verwendet. So gelangt die Mikroplastik wieder in die Natur. Ein Teil gelangt wieder in Gewässer und die Umwelt, wo ihn dann zum Beispiel Tiere und Pflanzen wieder aufnehmen. Durch die gelangt die Mikroplastik dann wieder in unsere Nahrung.

Bis zu fünf Gramm Mikroplastik wöchentlich nehmen wir zu uns

Eine australische Studie im Auftrag des WWF hat herausgefunden, dass wir wöchentlich ungefähr das Gewicht einer Kreditkarte zu uns nehmen. Wöchentlich sind das etwa 2.000 Plastikteilchen. Das ist der globale Durchschnitt, für Deutschland lassen sich aber keine genauen Durchschnittswerte ableiten, teilt der WWF mit. Die Studie wurde von der University of Newcastle im Auftrag des WWF durchgeführt. Dafür wurden 51 vorhandene Studien zur Aufnahme von Plastik über Atemluft, Ernährung und Getränke ausgewertet.

Die Studie geht davon aus, dass die größte Mikroplastik-Quelle weltweit Trinkwasser ist. Weltweit wurden in Proben von abgefülltem Wasser Mikroplastik nachgewiesen. Auch über die Luft nehmen wir Plastikteilchen auf, jedoch in unerheblicher Masse, sagt die Studie. Diese Teilchen stammen vermeintlich aus synthetischen Textilien und von Hausstaub.

Schädlich für den Menschen?

Noch nicht ganz klar sei aber, wie sich Mikroplastik auf die Gesundheit des Menschen auswirke. Zwar gibt es Studien, die zum Beispiel nach dem Einatmen von Plastikfasern Atemwegsentzündungen nachgewiesen haben, aber dieses Gebiet ist noch nicht umfassend dokumentiert.

Auch diese Produkte enthalten Mikroplastik

Kaugummi

Kaugummi
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Kaugummis enthalten auch Polymere. So viel ist bekannt, doch genauere Zusammensetzungen halten die Hersteller oft geheim.

Zahnpasta

Eine Frau zeigt 2016 einen Teelöffel mit einer Kosmetik, die Mikroplastik enthält.
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In Zahncreme wird Mikroplastik als Putzkörperchen genutzt. So soll unter anderem Zahnbelag besser entfernt werden.

Sonnencreme

Eincremen mit Sonnencreme
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Mikroplastik dient in Sonnencremes als Füllstoff, Bindemittel und Filmbildner. Sie machen die Cremes wasserfest, helfen dass sie gut in die Haut einziehen und unterstützen den UV-Schutz. Es gibt aber auch Sonnencremes, die Mikroplastik-frei sind und so gekennzeichnet sind.

Kosmetik

Ein blaues Gel aus einem Spender
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Mikroplastik wird zum Beispiel in Peelings, Gesichtsreinigern und in Duschbädern verwendet. Dort sollen sie oft einen Peeling-Effekt garantieren. Aber auch in Make-up, Lidschatten, Mascara und Lippenstift ist sie oft beigemischt.

Der Naturschutz-Verband BUND hat einen Einkaufsratgeber veröffentlicht, der Produkte auflistet, die Mikroplastik enthalten.

Was genau ist Mikroplastik? Sind laut BUND feste und unlösliche synthetische Polymere, also Kunststoffe auf Erdölbasis. In der Regel sind sie kleiner als fünf Millimeter. Selbst an den tiefsten Stellen des Meeres findet sich inzwischen Mikroplastik und wurde auch schon Meerestieren nachgewiesen, die es dort gefressen haben. Doch auch in der Luft und im Boden wurde Mikroplastik schon nachgewiesen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 26. Juni 2019 | 19:50 Uhr

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