So viel bekommt ihr als Wahlhelfer

Am 26. September können wir den neuen Bundestag wählen – aber damit das klappt, braucht es genügend Wahlhelfer. Interessentinnen und Interessenten werden auch mit Geld gelockt.

Rote Briefwahlumschläge liegen in Zehnerstapen auf einem Tisch
Bildrechte: MDR/Florian Engelmann

Gut, so wie der Sache mit den Gummibärchen sollte es vielleicht nicht laufen. Seit 2012 hatte der Bürgermeister von Nottertal-Heilinger Höhen in Thüringen regelmäßig Süßigkeiten an die Wahlhelfer seiner Landgemeinde verteilt. Im vergangenen Jahr hatte er dafür aber Ärger bekommen, jemand hatte die Wahl deswegen sogar angefochten. Auch ein Bußgeld für den Bürgermeister sollte es geben. Erst nach Monaten war klar: Nicht nur das Wahlergebnis bleibt bestehen, auch die Strafe muss der Mann nicht zahlen. Ihm wurde aber nahegelegt, sich in Zukunft mit solchen Aktionen zurückzuhalten.

Dabei ist es grundsätzlich eine gute Idee, sich um das Wohl der ehrenamtlichen Wahlhelfer zu sorgen. Denn ohne die läuft nichts. Das werden wir hier bei uns in der Region auch zur Bundestagswahl 26. September sehen. Denn nur wenn sich genügend Unterstützer finden, kann die Abstimmung auch stattfinden. Und damit das so ist, greifen Städte und Kommunen in ihr Geldsäckel – denn Geld erhöht ja durchaus die Motivation. Und wenn es von unabhängiger Stelle kommt, also die Wahl nicht beeinflussen kann, ist gegen eine Aufwandsentschädigung auch nichts einzuwenden.

Vielleicht ist das auch für den einen oder die andere unter euch interessant. Zumal wir bei uns in der Region einen interessanten Rekord halten: Neben Berlin bekommen nämlich ehrenamtliche Wahlhelfer in Erfurt bei der Bundestagswahl die höchste Aufwandsentschädigung im Vergleich der größten Städte im Osten. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben.

Spitzenplatz im Osten für Erfurt

Schön ist ja, dass das ganze unter dem Stichwort „Erfrischungsgeld“ läuft. Und in Erfurt bekommen Wahlhelfer je nach Position zwischen 50 und 80 Euro zum, nun ja, Erfrischen. Etwas weniger wird dagegen zum Beispiel in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg gezahlt. Hier gibt es mindestens 45 Euro - und je nach Position bis zu 60. Hier, wie in vielen anderen Städten auch, ist es so, dass Wahlhelfer an der Urne mehr Geld bekommen als im Briefwahllokal. In Magdeburg liegt der Unterschied nur bei 5 Euro, größer ist er dagegen in Potsdam. Hier bekommen Helfer bei der Briefwahl nur die Hälfte von denen im Wahllokal mit Publikumsverkehr.

In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden sind ähnlich wie in Magdeburg zwischen 40 und 65 Euro für die ehrenamtlichen Unterstützer in den Wahllokalen veranschlagt. Zwischen 35 und 50 Euro wird im Briefwahllokal gezahlt. Leipzig bedankt sich mit einem Erfrischungsgeld zwischen 30 und 50 Euro. Schlusslicht unter den großen Städten im Osten ist Halle. Dort werden pro Helfer lediglich zwischen 25 und 35 Euro veranschlagt. Das hat damit zu tun, dass dort – wie auch in Potsdam – der Satz nicht angehoben wurde, wie es andere Städte bei uns in der Region getan haben. Wobei: Auch in Suhl gibt es nur 25 Euro.

Leipzig und Dresden haben bereits genug Helfer

Vielerorts ist man vielleicht auch deswegen auf einem guten Kurs beim Rekrutieren der Wahlhelfer. Leipzig und Dresden vermelden zum Beispiel, dass sie schon ausreichend Unterstützung am Wahltag haben. In Erfurt werden dagegen noch rund 640 Männer und Frauen gesucht. Wer Interesse hat und die Voraussetzungen erfüllt, findet hier die nötigen Infos dazu. Auch aus Schleiz heißt es, dass noch eine ganze Menge Wahlhelfer gesucht werden.

Was haben Wahlhelfer nun aber eigentlich zu tun? Sie passen während der Wahl selbst auf, dass alles seine Richtigkeit hat. Dafür sollten sie am Wahltag so ab sieben oder halb acht früh im Wahllokal sein. Dann werden sie normalerweise vom Wahlvorsteher eingeteilt, Vormittags- oder Nachmittagsschicht. Ab 18 Uhr treffen sich dann wieder alle wieder zum Auszählen der Stimmen und zum Feststellen des Wahlergebnisses. Wie lange das jeweils dauert, ist unterschiedlich – wenn es Unstimmigkeiten gibt, müssen im Zweifel noch mal ein paar hundert Stimmen nachgezählt werden.

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