Ein Brautpaar wirft gemeinsam trockenes Laub in die Luft.
Bildrechte: imago images / Westend61

So finden Brautpaare das perfekte Datum für die Hochzeit

22.05.2019 | 15:08 Uhr

Im Mai beginnt die Hochzeitssaison: In vielen Geschäften stehen Deko und Geschenke für den schönsten Tag des Lebens, an vielen Orten locken Hochzeitsmessen Brautpaare. Das liegt auch daran, dass der Mai früher als beliebtester Hochzeitsmonat galt.

Ein Brautpaar wirft gemeinsam trockenes Laub in die Luft.
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Für Brautpaare ist es oft die eine, wichtige Frage: Wann genau wollen wir heiraten? Für diese Frage muss viel beachtet werden: Wird es am Hochzeitstag zu heiß oder eher zu kalt? Können alle zur Hochzeit kommen oder sind die meisten in den Ferien? Haben Standesamt oder Kirche dann noch einen freien Termin? Ist an dem Tag noch was Schönes frei, wo wir alle feiern können?

Wonne- und Heiratsmonat

Bis vor einigen Jahren galt der Mai als der ideale Monat für Hochzeiten, auf den sich auch viele Paare einigen konnten. Eine eindeutige Erklärung gibt es für diese Vorliebe aber nicht, sagt Andreas Heinz. Er ist der Vorsitzende des Landesfachverbandes der Standesbeamtinnen und Standesbeamten des Freistaates Sachsen e.V.:

Der Mai ist ja der Wonnemonat und das Hauptaugenmerk ist da bestimmt das schöne Wetter und es geht natürlich auch um den Frühling, um das Hineingehen in den Sommer und das Aufblühen der Sinne. Und das hängt auch mit dem Inneren des Menschen zusammen.

Heute gehe der Trend beim perfekten Hochzeitsdatum eher Richtung August oder September. Selbst wenn im Sommer oder im Frühherbst die Gefahr groß sei, dass die Hochzeitsgesellschaft eher schwitze.

Laut Statistik gibt es keinen echten Favoritenmonat für Paare

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden belegen diesen Trend zur Heirat im Spätsommer allerdings nicht. Danach sind die Monate Mai bis September eher gleich beliebt bei Hochzeitspaaren. Die Zahlen zeigen aber deutlich: Der Mai bildet den Auftakt zur Hochzeitssaison. 2017 war der Juli der Monat mit den meisten Trauungen. Insgesamt gab es in den Jahren 2016 und 2017 jeweils knapp über 400.000 Trauungen in Deutschland.

Trauungen in Deutschland nach Monaten
Trauungen in Deutschland nach Monaten geordnet Bildrechte: Statistisches Bundesamt Wiesbaden/MDR JUMP

"Auf Traumort für die Feier einigen und beim Datum etwas flexibel sein"

Auch wenn die Hochzeitssaison 2019 schon begonnen hat: Wer sich dieses Jahr noch das Ja-Wort geben wolle, schaffe das auch noch. Das sagte die Leipziger Hochzeitsplanerin Franziska Beyer im MDR JUMP-Interview:

Franziska Beyer, Hochzeitsplanerin aus Leipzig
Bildrechte: Rebecca Pohl

Wenn man sagt: August, September, da sollte man dann einfach schauen, dass man vielleicht an einem Mittwoch oder Donnerstag heiratet. Dann gibt’s sicher noch Chancen.

Die Planerin rät Paaren generell, das Datum für die Hochzeit nicht ganz ins Zentrum ihrer Planungen zu stellen. Das könnte für unnötigen Druck sorgen:

So läuft man Gefahr, dass die schöne Location für die Feier einfach weg ist. Dann lieber beim Datum etwas flexibel sein und vielleicht auf "von – bis" festlegen, also Mai bis Juni. Aber lieber nicht: Dieses Datum MUSS es sein.

Jemand muss es in die Hand nehmen

Franziska Beyer rät Paaren zudem, sich für Hilfe beim Planen der Hochzeit zeitig eine "Zeremonienmeisterin" oder einen "Zeremonienmeister" zu suchen. Das können Trauzeugen genauso wie Mütter oder Geschwister sein. Die sind dann beispielsweise Ansprechpartner für alle Gäste, die bei Trauung und Feier mithelfen. Die etwa Reden halten, sich ums Unterhaltungsprogramm mit kümmern oder auch Kuchen fürs Büffet backen.

Das sehe ich immer wieder: Wenn das Paar keinen Zeremonienmeister hat und vorher nicht klar kommuniziert wurde, wer welche Aufgabe hat…. Dann gibt’s ein großes Durcheinander und das kann in Stress ausarten.

Die Zeremonienmeister können auch die Ansprechpartner für die traditionellen "Hochzeitsspiele" sein. In denen wird das Paar auf der Feier mal mehr und mal weniger "hochgenommen". Für manche Bräute und Bräutigame gehören die Spiele einfach zur Hochzeit dazu, andere können damit überhaupt nichts anfangen. Weiß der Zeremonienmeister klar, wie das Paar dazu steht, kann das bei der Planung der Hochzeit auch den Gästen mitgeteilt werden. Aus Sicht unserer Expertin sind die "Hochzeitsspiele" nicht mehr ganz zeitgemäß:

Junges Brautpaar bei einem Hochzeitsspiel
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Nach meinem Gefühl hält dich das aber hartnäckig und das kommt vielleicht auch daher, dass Freunde oder Familie dem Paar was zugutekommen lassen wollen. Sie wollen gern beweisen, dass sie an sie denken. Aber dafür wird dann leider auf diese Spiele zurückgegriffen.

Eine Alternative wären aus Sicht von Franziska Beyer Fotobücher aus den gemeinsamen Zeiten der Gäste mit dem Paar oder auch Fotopräsentationen. Das zeige auf charmantere Art, dass man an das Brautpaar gedacht hat.

Alles Wichtige für die perfekte Hochzeit

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 22. Mai 2019 | 15:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2019, 15:08 Uhr

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