Wo gelten Feuerwerksverbote in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen?

17.12.2019 | 14:07 Uhr

Für viele gehören Feuerwerke zum Start in das neue Jahr dazu. In zunehmend mehr Orten geht es aber zu Silvester ruhiger zu. Einige Städte haben zum Schutz historischer Gebäude oder wegen Ausschreitungen in den letzten Jahren Verbote erlassen. Umweltschützer wünschen sich weitere, um die Belastung durch Feinstaub und Müll zu verringern.

Silvesterfeuerwerk: Raketen und Leuchtfeuer
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In diesem Jahr wurde heftig darüber diskutiert, ob Böller und Raketen zum Jahreswechsel noch zeitgemäß sind. Ein Auslöser waren unter anderem Anträge der Deutschen Umwelthilfe in fast einhundert Städten auf Böllerverbote.

Kaum flächendeckende Böllerverbote für Silvester geplant

An keinem anderen Tag ist die Feinstaubbelastung so hoch wie an Neujahr, schreibt das Umweltbundesamt: 4.500 Tonnen Feinstaub würden beim Silvesterfeuerwerk in die Luft geblasen. Das ist ein Siebtel der Menge, die Autos, Busse und LKWs das ganze Jahr über ausstoßen. Dazu kommt tonnenweise Müll. Auf diese Zahlen verweist auch die Deutsche Umwelthilfe und schlägt als Ersatz für Feuerwerke Laser- und Lichtshows vor. 

Auf die Forderung der Umweltschützer nach Verboten sind die Städte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aber bisher nicht eingegangen. Flächendeckende Verbote für Böller und Raketen wegen der Feinstaubbelastung wird es für Silvester also nicht geben. Leipzig setzt darauf, dass die Einwohner freiwillig auf Feuerwerk verzichten. Dresden verweist darauf, dass es in der Stadt schon jetzt das Jahr über weniger Feuerwerke gebe. Grund ist eine neue Richtlinie, nach der weniger Kleinfeuerwerke zugelassen sind.

Feinstaub ist bisher kein Grund für Verbote

Ähnlich wie die großen Gemeinden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sehen auch die meisten Städte in ganz Deutschland die Verbotsforderung der Deutschen Umwelthilfe. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Nachrichtenagentur dpa unter 53 Städten und Gemeinden. Danach will keine Stadt aus Gründen der Luftreinheit auf private Feuerwerke zum Jahreswechsel verzichten.

In Deutschland verbotene Feuerwerkskörper mit lila Haube aus Polen und Böller der Sorte Super Böller II die in Deutschland zugelassen sind .
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Einige Kommunen wollen das Böllern aber trotzdem einschränken: So gibt es etwa in den Innenstädten von München, Stuttgart, Hannover und Köln Zonen, in denen Feuerwerk nicht erlaubt ist. Das soll die Sicherheit zum Jahreswechsel erhöhen. Auch Hamburg verbietet Silvesterfeuerwerke an der Binnenalster. Dort wurden laut der Polizei im letzten Jahr Menschen verletzt und Waffen und Munition gefunden. Solche Verbote mit Blick auf die Sicherheit der Feiernden sind in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bisher nicht bekannt.

Historische Gebäude schützen

Zahlreiche Städte in Deutschland setzen für bestimmte Bereiche schon seit Jahren auf Feuerwerksverbote. Sie wollen damit historische Gebäude zu schützen. In Thüringen hat beispielsweise Gotha ein Böllerverbot rund um das Schloss Friedensstein. Dort darf Silvester und Neujahr kein Feuerwerk gezündet werden. In Erfurt ist privates Böllern auf dem Domplatz, der Krämerbrücke und in der Altstadt untersagt. Auch die Orte Bad Blankenburg, Bad Langensalza, Gotha, Rudolstadt, Saalfeld, Schleusingen, VG Felsdtein-Dingsleben, Wasungen und Weimar setzen nach MDR-Informationen Verbote für Feuerwerk durch. In Sachsen-Anhalt haben Wernigerode, Quedlinburg, Havelberg und Tangermünde Verbote erlassen, um historische Gebäude zu schützen. Im Nationalpark Harz darf ebenfalls kein Feuerwerk abgebrannt werden, um die Tiere vor Krach und Lichtblitzen zu schützen.

Auf andere achten und wieder aufräumen

Feinstaubbelastung, viel Müll auf den Straßen und in Gärten, verschreckte Haustiere: Aus Sicht von Kritikern gibt es zahlreiche Gründe, an Silvester einzig auf Sekt, Feiern mit den Liebsten, gute Wünsche zu setzen und auf Feuerwerk zu verzichten. Weil viele Städte und Gemeinden bisher weniger auf Verbote und mehr auf das Verantwortungsbewusstsein ihrer Einwohner setzen, kann aber jeder für sich selbst entscheiden, ob zu Silvester geböllert wird oder nicht. Hauptsache ist aber: Jeder räumt danach wieder das auf, was abgebrannt wurde.  

Mit Material von dpa.

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