Wird der Sekt knapp?

Sekt gehört zu Familienfeiern und Festen einfach dazu. Steigende Kosten und Materialknappheit machen Sektkellereien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu schaffen. Wird Sekt bald knapp und teurer?

Zwei Frauen stoßen mit einem Glas Sekt an
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Wenn man an Sekt denkt, dann oft an Rotkäppchen, das Unternehmen aus Freyburg in Sachsen-Anhalt. Im Lebensmitteleinzelhandel kommt inzwischen mehr als jede zweite verkaufte Flasche Sekt aus dem Hause Rotkäppchen-Mumm. 330 Millionen Flaschen gingen im Jahr 2020 über die Theke. Im nächsten Jahr könnten einige Produkte des Herstellers in den Regalen ausbleiben.

Sekt wird knapp und teuer

Die Preise für Sekt, Wein und Spirituosen der Sektkellerei könnten ansteigen. Grund dafür seien unter anderem steigende Energiekosten und die Holzknappheit, das etwa für Paletten und Weinkisten gebraucht wird. Ulrich Ehmann von der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH sagt in einem Interview mit MDR JUMP:

Die Verbraucher müssen damit rechnen - aus unserer Sicht -, dass nicht immer jedes Produkt überall verfügbar sein wird. In unserem breiten Portfolio kann es dann mal um einen Wein gehen, der französische Weine beinhaltet oder Ähnliches. Aber bei dem normalen Rotkäppchen-Sekt sollte das kein Thema sein.

Das sind Probleme, die auch andere mitteldeutsche Unternehmen kennen. Martin Junge, Leiter der Kommunikation der Sächsischen Staatsweingut GmbH Schloss Wackerbarth sagt MDR JUMP:

Illuminiert zeigt sich das Gelände des Sächsischen Staatsweingutes zum Start von "Wein & Licht auf Schloss Wackerbarth".
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Von den aktuellen Entwicklungen am Markt sind auch wir als mittelständisches Unternehmen und Erlebnisweingut betroffen. Dazu gehören u. a. steigende Kosten für Energie, Verpackung und Logistik, die angespannte Arbeitsmarktlage (vor allem in der Gastronomie), der steigende Mindestlohn sowie ein coronabedingter Mehraufwand – die naturgemäß zu einer Preiserhöhung führen werden.

Man kämpfe jedoch darum, das Preis-Leistungsverhältnis für die Käufer und Käuferinnen nicht unnötig zu belasten. Hendrik Weber von der Sektmanufaktur Perlgut Meißen ist positiv gestimmt:

Ich hab natürlich eine wesentlich geringere Produktionsmenge, demzufolge habe ich lediglich etwas gestiegene Rohstoffkosten, was Flaschen betrifft und Kapseln. Das wird also etwas teurer. Aber eigentlich kann man jetzt nicht von einer Notsituation sprechen oder das eine geringere Menge zu erwarten ist. Wir hatten eine gute Ernte und ich kann positiv ins nächste Jahr gehen.

Weihnachten und Silvester nicht gefährdet

Ihr braucht euch nicht den Kopf zu zerbrechen, womit ihr an Weihnachten oder Silvester anstoßen könnt. Auf die Familienfeste Ende des Jahres sind die Unternehmen gut vorbereitet.

Die Rotkäppchen-Fans im MDR JUMP Sendegebiet müssen sich keine Sorgen machen. Die kommenden Festtage können wie gewohnt mit Sekt gefeiert werden.

erklärt Rotkäppchen-Sprecher Ulrich Ehmann.

Silvester ohne Feuerwerk?

Sekt gibt es in diesem Jahr also, aber was ist mit Feuerwerk? Schon jetzt hat zum Beispiel Berlin wieder ein Böllerverbot in zwei Gebieten der Innenstadt erlassen. Auch in Bremen und Göttingen darf das neue Jahr nicht mit Raketen begrüßt werden. Wie sieht es in Mitteldeutschland aus?

Mit Material von dpa

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 16. November 2021 | 10:45 Uhr

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