Mit dem Auto bis zum Schultor? Deshalb sind "Elterntaxis" nicht ideal

Viele Kinder werden von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht. Aufgrund langer Strecken gibt es oft kaum eine Alternative. Doch vor vielen Schulen ist der Platz begrenzt. Dadurch werden "Elterntaxis" gefährlich.

Es ist ein Problem, das vor allem im ländlichen Bereich oft auftritt: Der Schulweg ist zu lang um zu laufen und die Verbindung mit dem Schulbus ist nicht optimal. Deshalb bringen viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Teilweise in Fahrgemeinschaften, oder in Verbindung mit dem Arbeitsweg. Doch die gut gemeinte Idee sorgt für Probleme. Vor den Schulen gibt es Verkehrschaos und die Autofahrt kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.

MDR JUMP macht euren Schulweg sicher

Die Autos fahren zu schnell, Fußgängerampeln oder Zebrastreifen fehlen: Wir bemühen uns seit über 20 Jahren darum, Schulen, Ordnungsämter und Polizei an einen Tisch zu holen und gemeinsam Lösungen zu finden. Auch in diesem Jahr geht es bei MDR JUMP um Probleme auf den Schulwegen.

"Elterntaxis" sind gefährlich

Das Statistische Bundesamt wertet regelmäßig die Unfälle mit Kindern im Straßenverkehr aus. Das Fazit für die aktuellsten Daten aus dem Jahr 2019 zeigt: Die meisten verunglückten Kinder sind als Insassen eines Autos zu Schaden gekommen (37,2 Prozent). Dahinter folgen das Fahrrad und der Weg zu Fuß. Auch Dr. Gudrun Lukin, Landesvorsitzende der Landesverkehrswacht Thüringen, beobachtet, dass der Schulweg per Auto gefährlich sein kann. Denn gerade in den Morgenstunden gibt es den meisten Verkehr auf der Straße:

Die Eltern sind in Eile. Vor den Schulen stauen sich die sogenannten 'Elterntaxis'. Wir haben das Problem, dass sie oft entweder in der zweiten Reihe parken, Feuerwehrzufahrten zuparken oder auf Gehwegen halten.

Dr. Gudrun Lukin, Landesvorsitzende der Landesverkehrswacht Thüringen

Drei Kinder auf dem Weg zur Schule.
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Was ist die Lösung?

Gerade wenn Eltern ihre Kinder bis vor das Schultor fahren, sollten sie laut Lukin besonders vorsichtig sein. Die Schülerinnen und Schüler steigen im besten Fall auf der Gehwegseite aus. Beim Fahren vor der Schule sollte besonders auf andere Kinder geachtet werden. Aber die Kinder bis vor die Schule zu fahren, ist nicht ideal:

Gerade Lehrer und Polizei warnen davor, dass Kinder mit dem Taxi fast bis vors Schultor gefahren werden.

Dr. Gudrun Lukin, Landesvorsitzende der Landesverkehrswacht Thüringen
Kind
Bildrechte: Colourbox.de

Wenn das Auto die einzige Option ist, um das Kind in die Schule zu bringen, sollten sie mit etwas Abstand herausgelassen werden. An einigen Schulen gibt es dafür entsprechende Haltepunkte, einige hundert Meter von dem Gebäude entfernt. Doch laut Lukin bleibt es auch die Aufgabe von Schule und Gemeinde, dass der Verkehrsweg sicher ist und entsprechende Angebote für einen sicheren Schulweg geschaffen werden. Schülerlotsen und Tempo 30 sind beispielsweise Mittel, um die Situation vor Ort zu entspannen.

Negative Auswirkungen auf Schulnoten

Autofahren macht Kinder antriebslos. Das ist das Ergebnis einer schwedischen Untersuchung. Psychologin Jessica Westman hat herausgefunden, dass vor allem Schülerinnen im Schulalltag weniger Interesse am Unterricht zeigen, wenn sie von einem "Elterntaxi" in die Schule gebracht wurden. Kinder, die zu Fuß in die Schule kamen, waren selbstbewusster und aufmerksamer.

Ich kann nur dazu raten: Doch ab und an das Auto in der Garage lassen.

Dr. Gudrun Lukin, Landesvorsitzende der Landesverkehrswacht Thüringen

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