Eine Lehrerin hilft zwei Schülern bei ihren Aufgaben.
Bildrechte: Colourbox.de

Hunderte Lehrer fehlen zum Schulstart in Mitteldeutschland

09.08.2018 | 15:20 Uhr

In Mitteldeutschland hat die Schule begonnen und es fehlen in allen drei Ländern Lehrer. So ist die Situation in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Eine Lehrerin hilft zwei Schülern bei ihren Aufgaben.
Bildrechte: Colourbox.de

Schon vergangenes Schuljahr haben zum Schulstart in Mitteldeutschland Lehrer gefehlt. Der Deutsche Lehrerverband gibt den Ländern die Schuld. Sie hätten, so Verbands-Präsident Meidinger, viel zu spät auf den Geburtenanstieg reagiert. Seiner Meinung nach hätten sie viel früher um ausreichend neue Lehrer werben müssen.

Das Problem wird so schnell auch nicht verschwinden: Nach einer offiziellen Prognose wird die Zahl der Schüler bis 2030 bundesweit um 278.000 auf 11,2 Millionen steigen. Das seien über zwei Prozent mehr als 2016, hatte die Kultusministerkonferenz im Mai mitgeteilt. Diese Schüler werden unterrichtet werden müssen, doch die Lehrer fehlen.

Die Situation in Mitteldeutschland

Sachsen

Die Zahl der Schüler steigt zum neuen Schuljahr in Sachsen. Nach vorläufigen Berechnungen des Landes werden rund 406.500 Schüler in Sachsen im Schuljahr 2018/19 die Schulbank drücken. Das sind rund 4.600 Schüler mehr als im vorherigen Schuljahr. Was fehlt sind allerdings die Lehrer, die die Schüler unterrichten sollen. Nicht alle freien Lehrerstellen konnten besetzt werden. Nur 870 der 1.100 ausgeschriebenen Stellen sind zum Schulstart besetzt. Das heißt, es fehlen noch rund 230 Lehrer im Freistaat.

In den kommenden fünf Jahren will Sachsen mehr als 1,7 Milliarden Euro für Schulen und Lehrer ausgeben und den Lehrerberuf in Sachsen attraktiver machen. Sachsen will unter anderem mit einer Geldprämie versuchen, den Lehrermangel auf dem Land einzudämmen: Referendare sollen von Januar 2019 an bis zu 1000 Euro Zulage bekommen, wenn sie ihren Anwärterdienst im ländlichen Raum absolvieren.

Thüringen

"Thüringer Schülern droht Unterrichtsausfall", warnt heute die Gewerkschaft für Erziehung Wissenschaft Thüringen (GEW). In Thüringen sind aktuell 70 Lehrerstellen nicht besetzt - im Vergleich mit Sachsen und Sachsen-Anhalt steht das Land also noch am besten da.

Thüringen will alle Möglichkeiten nutzen, sagte Bildungsminister Holter. So habe die Landesregierung wieder eingeführt, dass Lehrer verbeamtet werden können. Zudem werde Seiteneinsteigern der Zugang zum Lehrerberuf vereinfacht. Im Frühjahr erreichte der Unterrichtsausfall in Thüringen ein Rekordhoch. Mehr als 8 Prozent der Stunden an allgemeinbildenden Schulen konnten nicht erteilt werden.

Sachsen-Anhalt

Laut Bildungsminsterium wird ein Plus von rund 2.000 Schülern erwartet. Mehr Lehrer wird es wahrscheinlich nicht geben - ganz im Gegenteil: Viele der ausgeschriebenen Stellen könnten nicht besetzt werden. Es fehlen knapp 200 Lehrer.

Auch Sachsen-Anhalt buhlt massiv um die Studienabgänger und will für Bewerber Anreize und Zulagen schaffen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 09. August 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2018, 15:20 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP