Wann und wie machen in Mitteldeutschland die Schulen auf?

Seit Monaten sind die Schulen geschlossen. So langsam sollen sie aber den Betrieb wieder aufnehmen. Diese Pläne haben Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für die Öffnung der Schulen.

Eine Schülerin einer 12. Klasse schreibt während einer Unterrichtsstunde an der Max-Planck-Schule auf ihrem Tablet.
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in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen soll bei weiter sinkenden Inzidenzen der Schulbetrieb langsam wieder angefahren werden. Ob und wann Kinder wieder in die Schule können ist auch spannend, weil vielen Schülern dann ihre Zeugnisse ausgehändigt werden sollen. Wer es nicht vorab in der Schule abgeholt hat, hat mit Beginn des Präsenzunterricht das erste Mal die Chance, einen Blick auf sein Halbjahreszeugnis zu werfen.

Sachsen

Seit 15. Februar sind in Sachsen Grundschulen und Kitas wieder offen. Gruppen und Klassen sind aber streng voneinander getrennt und haben feste Bezugspersonen. In Grund- und Förderschulen gibt es außerdem keine Präsenzpflicht. Über 5.000 Kinder seien in Sachsen trotz Schulöffnung vom Präsenzunterricht abgemeldet worden, berichtet die Freie Presse. Eine Präsenzpflicht gilt lediglich für Abschlussklassen. Alle übrigen Kinder müssen nach wie vor zu Hause lernen. Für die mittleren Klassen ist geplant, ab dem 8. März Wechselunterricht zu ermöglichen.

Kultusminister Christina Piwarz betonte, dass der Öffnungsplan aber von der Entwicklung der Infektionszahlen abhängt. Sollten die Inzidenzen wieder steigen, würden die Öffnungen zurückgenommen, sagte er dem MDR.

Nadine Eichhorn, die Stellvertretende Vorsitzende des sächsischen Landeselternrats blickt mit gemischten Gefühlen auf die Schulöffnungen: "Für die Schüler ist es natürlich außerordentlich schön, die Freunde wiederzusehen und auch das Lernen in der Schule fällt nahezu allen leichter." Allerdings gestalte sich die Umsetzung der Hygieneanforderungen schwierig. Im Schulgebäude selbst sei es zwar gut möglich, Klassen voneinander zu trennen, aber in Horten und auf dem Schulweg sei es damit dann vorbei.

Für die höheren Klassenstufen hätte man sich außerdem ein differenzierteres Vorgehen gewünscht, sagt Eichhorn weiter. "Insbesondere im Hinblick darauf, dass bei diesen Schüler durch Wechselmodelle, Maskenpflicht und ähnliches ein ausreichender Infektionsschutz gewährleistet werden könnte, und auch hier einige Lernende sehr unter der Situation leiden."

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt macht die Öffnungen der Grund- und Förderschulen davon abhängig, ob im Zeitraum vom 22. bis 26. Februar die Inzidenz im jeweiligen Landkreis an allen Tagen unter 200 liegt. Dann sollen die Schulen ab 1. März wieder öffnen. Unterricht soll dann in festen Lerngruppen stattfinden.

Regelbetrieb soll dann erlaubt werden, wenn die Inzidenz im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt für fünf Tage am Stück unter 50 liegt. Eine Präsenzpflicht soll es nur für Abschlussklassen geben. Die GEW-Landesvorsitzende Eva Gerth kritisiert das scharf. Die Landesregierung verschiebe einfach nur die Verantwortung auf die Eltern. Der Vizevorsitzende des Landeselternrats, Thomas Senger, hält die Öffnungen dagegen für richtig. Jeder Tag im Distanzunterricht sei einer zu viel.

Thüringen

In Thüringen sollen die Kitas und Grundschulen ab dem 22. Februar wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen. Alle Kinder sollen dann wieder jeden Tag zur Schule gehen und in festen Gruppen unterrichtet werden.

Ab 1. März sollen dann die fünften und sechsten Klassen folgen. Ab der siebten Klasse soll eingeschränkter Regelbetrieb ermöglicht werden, wenn im Einzugsgebiet des Schulträgers die 7-Tage-Inzidenz sieben Tage lang unter 100 liegt.

Wie die Schulen den eingeschränkten Regelbetrieb für die höheren Klassen gestalten, ist relativ offen. Denkbar sei etwa Unterricht mit Abstandsgebot oder in festen Gruppen. Außerdem können in Thüringen Schüler auch ohne medizinische Gründe von der Präsenzpflicht befreit werden.

Die Landeselternvertretung begrüßt die Öffnung der Schulen. "Aus Sicht der Kinder und der Familie ist es sicher höchste Zeit, denn Kinder brauchen ein schulisches Umfeld mit sozialen Kontakten und die Familien geraten mit Homeoffice und häuslichem Lernen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit", sagt Claudia Koch, Sprecherin der Landeselternvertretung.

Mit den Hygienemaßnahmen an den Schulen ist sie dagegen nicht so zufrieden. Diese seien die gleichen, wie im Sommer. "Da wäre schon noch einiges gegangen, nicht zu vergessen die Entzerrung des Schülertransports". Ähnlich äußerte sich auch Thüringens GEW-Vorsitzende Kathrin Vitzthum. Sie kritisierte, dass die Voraussetzungen für sicheres Arbeiten nicht gegeben seien.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Nachrichten | 19. Februar 2021 | 09:00 Uhr

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