Abc-Schützen mit Schultüte.
Bildrechte: Colourbox.de

Was Eltern die Schullaufbahn ihres Kindes kostet

zuletzt aktualisiert: 08.08.2019 | 09:59 Uhr

Kinder sollen ihre Eltern bis zum 18. Lebensjahr ein kleines Reihenhaus kosten, heißt es. Ein guter Batzen geht für die Schullaufbahn drauf. Die ist unterschiedlich teuer, je nachdem in welchem Bundesland das Kind die Schule besucht.

Abc-Schützen mit Schultüte.
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Genau 20.695,83 Euro kostet die Schullaufbahn eines Kindes im bundesdeutschen Durchschnitt, wenn das Kind von der 1. bis zur 12. Klasse die Schule besucht. Ein Online-Vergleichsportal hat das ermittelt. Berücksichtigt wurden Kostenpunkte wie Schulessen, Hortbetreuung, Verkehrsmittel – also zum Beispiel die Busfahrtkarte für das Kind, Klassenfahrten und Ausflüge sowie Lehrmittel.

Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt unter dem Bundesdurchschnitt

Allerdings gibt es große Unterschiede in den Bundesländern und teilweise auch in den Kommunen, das heißt, man kann wirklich nur von einem statistischen Durchschnitt sprechen. Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen liegen unter dem deutschen Mittel. In allen drei Ländern kostet die Schullaufbahn der Kinder bis zur 12. Klasse etwas mehr als 15.000 Euro (Sachsen: 15.022 Euro, Sachsen-Anhalt: 15.856 Euro, Thüringen: 15.043 Euro). Nur in Mecklenburg-Vorpommern müssen die Eltern noch weniger zahlen. Zum Vergleich: In Niedersachen kostet eine Schullaufbahn etwas über 27.000 Euro. Die Zahlen stammen aus einer Kostenübersicht, die das Vergleichsportal idealo 2017 bei Research Now in Auftrag gegeben hat.

Jedes Bundesland kocht ein eigenes Süppchen

Dass die Kosten teilweise so unterschiedlich sind, liegt am föderalen System in Deutschland. Das heißt, jedes Bundesland organisiert alles zum Thema "Schule" eigenständig. Und das fängt mit der Lehrmittelfreiheit an: In Sachsen, Thüringen und in sechs weiteren Bundesländern gibt es zum Beispiel die Schulbücher kostenlos - allerdings auch mit Einschränkung. Im Thüringer Schulgesetz heißt es dazu:

Die Kosten der Lernmittelfreiheit trägt das Land nach Maßgabe des Haushalts, soweit nicht Eltern und volljährige Schüler mit einem Eigenanteil an den Kosten der Lernmittel beteiligt werden.

In Sachsen-Anhalt und den restlichen Bundesländern dagegen müssen die Eltern die Schulbücher kaufen oder zumindest eine Leihgebühr zahlen. Große Kostenunterschiede gibt es auch im öffentlichen Personennahverkehr und – das ist der größte Kostenfaktor für viele Eltern – in der Hortbetreuung. Für die wird, genau wie das Schulessen, regional unterschiedlich viel Geld verlangt. Das ist auch der Grund, dass man für schulpflichtige Kinder in Niedersachen sehr viel mehr Geld ausgeben muss, als in Sachsen.

Dieses Thema im Programm DIE MDR JUMP MORNINGSHOW | 15. August 2019 | 07:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. August 2019, 09:59 Uhr

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