Meterhoher Schnee auf einem Waldweg. Ein umgestürzter Baum blockiert den Weg.
Bildrechte: Andreas Schnell

Wälder nicht betreten: Lebensgefahr!

11.01.2019 | 10:17 Uhr

Der starke Schneefall der letzten Tage sorgt zunehmend für Probleme. Derzeit warnen die Forstbetriebe in Sachsen und Thüringen davor, die Wälder zu betreten. Die Situation sei kritisch, heißt es.

Meterhoher Schnee auf einem Waldweg. Ein umgestürzter Baum blockiert den Weg.
Bildrechte: Andreas Schnell

Gerade in Sachsens Wäldern hat sich die Situation in den letzten Tagen nochmal deutlich zugespitzt. Renke Cordes ist Sprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst. Im MDR JUMP-Interview erklärt er, warum die Wälder derzeit nicht betreten werden sollten:

Bei Besuchen im Wald kann es dazu kommen, dass die erhebliche Schneelast, die auf den Bäumen liegt, zu Astabbrüchen führt oder zu Abbrüchen von Teilen der Krone. Und wenn diese einen treffen, kann das sowieso schon dramatisch sein. Allerdings ist es auch problematisch für Rettungskräfte derzeit überhaupt in den Wald hineinzukommen, so dass auch keine Erste Hilfe gewährleistet wäre.

Auch Wintersportler müssten sich auf Einschränkungen gefasst machen, meint Cordes, besonders in den Kammlagen des Erzgebirges. Dort werde derzeit die Kammloipe nicht gespurt. "Da fällt erst in den nächsten Tagen die Entscheidung, ob sie gespurt werden kann", erklärt Cordes, "und damit bleibt das Wochenende angespannt".

Sommerdürre verschärft Probleme

Klar hat auch der trockene Sommer den Bäumen zu schaffen gemacht. "Wir erleben die verheerendsten Waldschäden in Sachsen seit der Wiedervereinigung“, sagt Sachsens Umweltminister Schmidt im Dezember bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2018 in Dresden:

Erst fielen den starken Winterstürmen „Herwart“ und „Friederike“ rund 2,5 Millionen Kubikmeter Schadholz zum Opfer. Danach musste der sächsische Wald lange Hitzephasen und eine die ganze Vegetationsperiode andauernde Dürre ertragen.

Die lange Trockenheit der vergangenen Monate habe dazu geführt, dass die Gesundheit der Bäume erheblich beeinträchtigt ist. Sachsenforst-Mitarbeiter Cordes:

Das führt natürlich auch dazu, dass die Bäume geschwächt sind oder bereits abgestorbene Teile haben, die bei so einer Schneebelastung leichter abfallen können.

Ein Zug mit einem Schneepflug.
Bildrechte: Daniel Unger

Der massive Wintereinbruch hat auch den Schienenverkehr in weiten Teilen Sachsens zum Erliegen gebracht. Nach der Länderbahn und der Mitteldeutschen Regiobahn musste auch die Erzgebirgsbahn am Donnerstag Strecken sperren. Wegen Schneebruchs wurden die Verbindungen zwischen Chemnitz und Olbernhau sowie zwischen Chemnitz und Annaberg-Buchholz komplett eingestellt, wie eine Sprecherin sagte. Bereits seit dem Vortag fuhr zwischen Zwickau und Johanngeorgenstadt kein Zug mehr. Zuvor hatten die Schneemassen bereits den Zugverkehr im Vogtland und in Ostsachsen schwer getroffen. Wie die Länderbahn mitteilte, lag das an umgestürzten Bäumen und Schneeverwehungen. Die Hauptstrecken des Trilex von Bischofswerda nach Zittau und von Bischofswerda nach Görlitz waren komplett gesperrt. Gleiches traf laut Vogtlandbahn auf die Strecken zwischen Falkenstein und Kraslice in Tschechien sowie zwischen Adorf und Bad Brambach zu.

Forstbetriebe warnen vor Betreten der Wälder

Während in Westthüringen wenig und in Mittelthüringen überschaubare Mengen Schnee gefallen sind, seien die Wälder in Ostthüringen besonders betroffen, teilt ThüringenForst mit.

Die Situation in den Wäldern wegen der dortig hohen und teilweise nassen Schneemengen in den Kronen vieler Waldbäume als kritisch eingeschätzt. [Dort] sind schon Bäume unter der Schneelast komplett umgebrochen oder Kronenteile bzw. Äste abgebrochen und heruntergestürzt.

Deshalb sei auch eine im Thüringer Forstamt JenaHolzland geplante Gesellschaftsjagd aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. ThüringenForst warnt in dieser Region vor dem Betreten der Wälder, zumindest bis zum Wochenende. Das Thüringer Forstamt Weida führte eine Waldsperrung für den Leinawald aus.

MDR JUMP

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 10:17 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP