Hier gibt es Hilfe bei Zeugnissorgen

05.02.2020 | 13:27 Uhr

Am Freitag vor den Sommerferien gibt es die Zeugnisse. Diese Tage sind für viele Schüler und Eltern schwierig. Nicht alle sind zufrieden mit den Noten, die auf dem Zeugnis stehen. Für sie gibt es am Zeugnistag die Sorgentelefone.

Die Zeugnisse sind vor allem für alle Viertklässler wichtig: Diese Noten entscheiden auch über den weiteren Weg in der Schule mit. Doch auch viele andere sind traurig oder sauer bei schlechten Zensuren. Denn auch wenn es nur Zahlen sind: Noten sind auch immer ein Hinweis, dass es in einem Fach überhaupt nicht so gut läuft, wie von Schülern und Eltern erhofft.

Sorgentelefone in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Schulen und Bildungsministerien wissen, dass sich jedes Jahr Kinder und Jugendliche Sorgen wegen schlechter Noten machen. Daher wird regelmäßig am Zeugnistag ein Sorgentelefon eingerichtet. Dort können auch Eltern anrufen, die das Zeugnis ihrer Kinder problematisch finden.

In Sachsen-Anhalt können Schüler am Zeugnistag von 10 bis 15 Uhr die Hilfe von Schulpsychologen anonym in Anspruch nehmen.

nördliches Sachsen-Anhalt (Magdeburg) 0391– 567 5851
südliches Sachsen-Anhalt (Halle) 0345 – 514 1898

Auch Sachsen bietet zur Zeugnisausgabe eine Zeugnishotline an. Die von 11 bis 16 Uhr erreichbar:

Zwickau und Umgebung 0375 – 4444 333
Leipzig und Umgebung 0341 – 4945 860
Dresden und Umgebung 0351 – 8439 447
Chemnitz und Umgebung 0371 – 5366 105
Bautzen und Umgebung 03591 – 621 138

In Thüringen erhalten Schüler Rat und Hilfe am Sorgentelefon der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz.

Sorgentelefon der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz 0800 – 008 008 0

Bundesweites Sorgentelefon für Schüler und Eltern

Tipps, wie Kinder und auch Eltern mit der Nachricht eines schlechten Zeugnisses umgehen können, gibt es auch bei der "Nummer gegen Kummer". Unter der 116111 wird deutschlandweit von Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr beraten. Anonym und kostenlos. Diese Hotline wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mitbetreut. Auf der Webseite wird auch eine E-Mail-Beratung angeboten. Pädagogin Anna Zacharias vom bundesweiten Projekt "Nummer gegen Kummer" sagt:

Wenn es um eine anonyme und niedrigschwellige Beratung geht, ist das Telefon noch immer sehr aktuell. [...] Vielen Anrufern fällt zudem das Sprechen leichter als das Schreiben.

Neben dem Frust über die eigenen Noten bereite vielen Schüler auch das Gespräch mit ihren Eltern Sorge:

Viele Kinder tun sich heute schwer damit, dass sie ihre Eltern enttäuschen könnten. Dazu kommt, dass Schüler ja keine schlechten Noten schreiben, um ihre Eltern zu ärgern.

Der Druck der Schüler wird auch durch Zukunftsängste gefüttert, erklärt Pädagogin Anna Zacharias weiter. Denn das Schulsystem und auch die Gesellschaft seien leistungsorientierter geworden und die Noten spielten daher eine große Rolle.

" Nummer gegen Kummer" für Kinder 116111 (Montag bis Samstag von 14 - 20 Uhr)
" Nummer gegen Kummer" für Eltern 0800 – 1110 550 (Montag - Freitag: 9 - 11 Uhr, Dienstag & Donnerstag 17 - 19 Uhr)

Auch bei schlechten Noten: Ruhe bewahren

Roman Schulz ist Pressesprecher des Sächsischen Landesamtes für Schule und Bildung. Er rät Eltern, deren Kinder schlechte Noten auf dem Zeugnis haben:

Ruhe bewahren!

Statt laut zu werden, sollen die Eltern ihr Kind lieber in den Arm nehmen und über die Noten sprechen: Was sind die Ursachen? Was kann besser werden? Wie wird das gemeinsam geschafft? Generell rät Roman Schulz zu mehr Gelassenheit:

Freuen Sie sich immer über Ihre Kinder! Und kein Kind ist so schlecht, dass man es nicht einfach mal in die Arme nimmt und sagt, schön dass wir dich haben. Sie bereichern unser Leben. Natürlich kann man in den Ferien die eine Aufgabe oder das andere Liegengebliebene nachholen. Aber Ferien sind in der Hauptsache zur Erholung und zum Auftanken da.

Zensurenstress, Elternabend und kleine Erfolge im Unterricht: MDR hat drei Lehrer begleitet

Für ihre Schüler sind sie Frau Wardin, Frau Krause und Herr Bergmann. Die drei Lehrer bringen kleinen Grundschülern das Schreiben bei, lösen Winkelaufgaben mit Sechstklässlern und basteln mit Gymnasiasten. Sie sind Helfer, Ansprechpartner bei Problemen und trösten auch mal - immer im Dauerstress zwischen Lehrermangel und Bürokratie: Die "MDR Zeitreise" hat ein Schuljahr lang drei Lehrer in Wittenberg, Sangerhausen und Leipzig bei ihrer Arbeit begleitet.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 17. Juli 2020 | 08:00 Uhr

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