Smartphone als Wecker
Bildrechte: imago/Panthermedia

Mit dem Smartphone den Schlaf im Auge behalten

19.02.2019 | 15:20 Uhr

Essen, laufen, Alkoholkonsum... Mit dem Smartphone lässt sich alles Mögliche überwachen. Auch der Schlaf. Aber wie aussagekräftig sind die Daten, die Schlaf-Apps erheben?

Smartphone als Wecker
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Eigentlich gilt das Smartphone im Bett ja als Schlafkiller Nummer eins. Das blaue Licht des Bildschirms soll die Ausschüttung von Schlafhormonen hemmen. Apps die den Schlaf überwachen und besondere Schlafphasen-Wecker versprechen aber, Abhilfe zu leisten. Wer es noch genauer wissen will, kann mit Sensoren, die man unter die Matratze legt seinen Schlaf überprüfen. Neue tragbare Geräte wollen sogar die Schlafqualität verbessern.

Steinzeitmethoden

Die meiste Technik hat aber einen Haken. Sie muss mit ins Bett. Wer sich also zum Beispiel geschworen hat, das Handy nicht mit ins Schlafzimmer zu nehmen, hat Pech gehabt. Außerdem kann ein Partner im Bett die Daten verfälschen. Schlafforscher Hans Günter Weeß hält deshalb nicht allzu viel von der Technik:

Diese Geräte kommen hochwissenschaftlich daher, basieren aber eigentlich auf Steinzeitmethoden.

Die meisten dieser Tracker funktionieren, in dem sie die Bewegungshäufigkeit analysieren. Wer sich viel bewegt, sei wach, wer sich wenig beweg der schläft und wer sich gar nicht bewegt sei tot oder im Tiefschlaf, erklärt Weeß. In mehreren Studien sei die Genauigkeit solcher Geräte überprüft worden, mit ernüchterndem Ergebnis: Die Tracker spucken teilweise ganz andere Ergebnisse aus, als die Technik im Schlaflabor. Weeß sieht da ein Problem:

Wenn man sich zu viel auf die Technik verlässt, verliert man so ein bisschen das Vermögen, seine Schlafqualität zu beeinflussen.

Die nächste Generation der Schlafhelfer verspricht sogar, die Schlafqualität zu verbessern. Laut Weeß funktionieren die durchaus. Aber praktisch seien die Verbesserungen klinisch völlig irrelevant.

Schlaf ist wichtig

So ganz verdammen will der Schlafforscher die neue Technik aber nicht. Er schätzt, dass sie ein Bewusstsein dafür schafft, wie wichtig Schlaf für uns ist. Denn das sei in der Vergangenheit etwas verloren gegangen. Wer schläft, gelte als uncool, fasst Weeß die Stimmung zusammen. Dabei sei Schlaf nicht zu unterschätzen:

Der Schlaf ist das wichtigste Regenerations- und Reparaturprogramm, dass wir Menschen haben.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Feierabendshow | 19. Februar 2019 | 18:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2019, 15:58 Uhr

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