Schichtarbeit: So könnt ihr eure Gesundheit schützen

Ob in Krankenhäusern, Call-Centern oder im Nahverkehr – viele Menschen in Deutschland arbeiten in Schicht- oder Nachtarbeit. Die unregelmäßigen Arbeitszeiten können sich allerdings negativ auf die Gesundheit auswirken. Damit Schichtarbeit funktioniert, ist vor allem gute Planung gefragt.

Stahlarbeiter arbeitet in der Halle eines Stahlwerks.
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In vielen Betrieben gehört Schichtarbeit zur Tagesordnung. Das ist zum Beispiel bei der Polizei, in Krankenhäusern oder in Produktionsunternehmen der Fall. Jeder sechste Mensch in Deutschland arbeitet im Schichtdienst, also deutlich früher oder später als alle anderen. Einerseits bieten die unterschiedlichen Arbeitszeiten natürlich einen abwechslungsreichen Alltag, andererseits kann die Unregelmäßigkeit auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit oder Freizeitgestaltung haben.

Mehr Geld für Schicht- und Nachtarbeit

Zuerst die guten Nachrichten: Wer am Wochenende oder nachts arbeitet, bekommt in vielen Branchen auch Zuschläge und somit einen höheren Lohn. Dass Unternehmen Nachtzuschläge mit Geld vergüten, ist aber nicht vorgeschrieben – ein Freizeitausgleich wäre ebenso möglich. Auch gut zu wissen: Nachtzuschläge sind bis zu einem gewissen Grad steuerfrei.

Gesetze sollen Schichtarbeiter schützen

Wer im Schichtdienst arbeitet, hat häufig einen anderen Rhythmus als Freunde oder Familie. Während der Tag für viele Menschen mit dem Sonnenaufgang beginnt, endet er für andere. Ein prominentes Beispiel: Linda Zervakis arbeitete 20 Jahre lang im Schichtdienst, zuletzt bei der "Tagesschau". Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erzählte sie, dass ihr Kreislauf die unregelmäßigen Arbeitszeiten nicht mehr gut mitgemacht hätte und für sie klar war, dass sie die Schichtarbeit nicht ewig weitermachen wolle.

Ein gesetzlicher Rahmen soll die Gesundheit im Schichtdienst schützen. Es gelten die gleichen Regeln, wie auch für „normale“ Arbeitszeiten. Demnach dürfen die Angestellten nur in Ausnahmefällen mehr als acht Stunden arbeiten. Außerdem müssen zwischen den Schichten elf Stunden kompletter Ruhezeit liegen. In vielen Betrieben ist es üblich, die Früh- und Spätschichten wöchentlich zu tauschen, das ist allerdings nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Ist Schichtarbeit krebserregend?

Wie gut Menschen individuell mit der Schichtarbeit umgehen, hängt mit dem sogenannten „Chronotyp“ zusammen: Wer abends gerne spät ins Bett geht, erträgt Frühschichten am besten. Spätschichten sind wiederum sowohl für Frühaufsteher als auch Langschläfer in Ordnung. Ganz anders sieht es bei der Nachtschicht aus. Beide Chronotypen, also egal ob sogenannte „Nachteule“ oder „Lerche“, sind nicht für die Nachtarbeit gemacht.

Das Internationale Krebsforschungszentrum der WHO hat Nachtschichten sogar als „wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Ob zwischen Schichtarbeit und Krebs tatsächlich ein kausaler Zusammenhang besteht, ist ziemlich umstritten. Dass der ständige Wechsel der Arbeitszeiten belastend für den Körper ist, gilt aber als sicher. Bluthochdruck, ein höheres Risiko für Infarkte, Übergewicht und Schlafstörungen sind nur einige Dinge, die durch die Schichtarbeit begünstigt werden können.

Für die Gesundheit: Sonnenbrille und leichte Kost

Wer dauerhaft nachts arbeiten muss, sollte auch an freien Tagen möglichst lange wach bleiben. Um sich an neue Dienstzeiten zu gewöhnen, kann es außerdem hilfreich sein, schon einige Tage zuvor ein wenig früher oder später ins Bett zu gehen. Um nach einer Nachtschicht ordentlich runterzufahren, hilft außerdem eine Sonnenbrille auf dem Weg nach Hause. Wenn die Netzhaut zu viel Tageslicht abbekommt, kann es nämlich zu Problemen beim Einschlafen kommen.

Freie Tage sollten möglichst am Stück genommen werden, so bleibt ausreichend Zeit für Freunde und Familie. Und zu guter Letzt spielt auch die Ernährung eine entscheidende Rolle: Schichtarbeiterinnen und -arbeiter haben ein erhöhtes Risiko für Übergewicht. Die Arbeitszeiten erschweren es, ausgewogen und regelmäßig zu essen. Man sollte sich also vorher einen festen Rhythmus für die Mahlzeiten überlegen und nachts möglichst leichte Kost essen, da deftiges Essen schwer im Magen liegt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 21. September 2021 | 11:27 Uhr

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