Zwei Mädchen malen mit Buntstiften
Zwei Mädchen malen mit Buntstiften Bildrechte: IMAGO

Viele Bunt- und Filzstifte enthalten gefährliche Schadstoffe

10.08.2018 | 16:15 Uhr

Jedes dritte Stifte-Set enthält krebserregende Stoffe oder Substanzen, die Kinder anfälliger für Allergien machen. Das zeigt ein aktueller Test von Stiftung Warentest passend zum Schuljahresbeginn. Vor solchen Giftstoffen sind Kinder auch bei teuren Stiften nicht sicher.

Zwei Mädchen malen mit Buntstiften
Zwei Mädchen malen mit Buntstiften Bildrechte: IMAGO

Pünktlich zum Schuljahresbeginn haben viele Eltern die Federmappen ihrer Kinder wieder mit neuen Stiften bestückt. Buntstifte und „Filzer“ gehören zur Grundausstattung für Erstklässler und viele größere Kinder unbedingt mit dazu. Doch in vielen Stiften sind Schadstoffe drin, die da nicht hineingehören. Dabei werden die Malutensilien für die Federmappe von der Europäischen Kommission als „Spielzeug“ gewertet und für das gelten eigentlich strenge Grenzwerte.

Schadstoffe können über Schwitzen oder Anlecken aufgenommen werden

Stiftung Warentest hat insgesamt 35 Sets mit Buntstiften und Filzmalern auf enthaltene Schadstoffe untersucht. Dafür wurden zum Beispiel die Lacke auf den Stiften abgeschabt oder Minen herausgebrochen. Im Labor fanden die Tester dann Stoffe, die die Gesundheit von Kindern zumindest gefährden können. So enthalten einige Buntstifte so genannte Azofarbstoffe oder auch polyzyklische Kohlenwasserstoffe, die beide krebsverdächtig sind. Roman Schukies von Stiftung Warentest sagte MDR JUMP:

Die Azofarbmittel sind in Farbpigmenten gebunden und da sagen die Hersteller, das sei ungefährlich. Weil die sich nicht lösen. Aber wir haben die Einschätzung und die teilt auch das Bundesamt für Risikobewertung, dass die sich durch Schweiß oder Enzyme im Speichel lösen können.

Grundaustattung in vielen Federmappen: Filzer
Grundaustattung in vielen Federmappen: Filzer Bildrechte: IMAGO

Damit könnten Kinder die Schadstoffe beim Malen sehr wohl aufnehmen. Einige Filzstifte enthielten laut dem Test Isothiazolione. Dieses Konservierungsmittel kann Kinder so sensibilisieren, dass sie anfälliger für Allergien sind. Der Stoff darf in Körperpflegeprodukten wie Cremes oder Salben gar nicht mehr verwendet werden.

Möglichst unlackierte Buntstifte kaufen

Aktuell gibt es in Deutschland kein Gütesiegel, auf das Eltern beim Kauf von Stiften achten können. Auch auf das GS-Zeichen auf der Verpackung ist kein Verlass: Das Zeichen steht zwar für "Geprüfte Sicherheit" und schreibt auch Grenzwerte für Schadstoffe vor. Die wurden laut dem Test von Stiftung Warentest aber offenbar bei den Stiften nicht eingehalten. Auch auf die alte Regel "Teuer gleich gut" können Eltern nicht vertrauen. Laut Stiftung Warentest können Kinder zwar mit diesen Stiften besser malen, weil diese in der Regel mehr Farbpigmente enthalten. Im Test überschritten allerdings sowohl sehr günstige als auch einige höherwertige Malutensilien die Grenzwerte für Schadstoffe. Roman Schukies sagte:

Die einfachste Variante ist, dass Eltern keine Buntstifte kaufen, die lackiert sind. Dann minimieren sie schon mal fünfzig Prozent des Risikos.

Zum Schuljahresbeginn in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kommen Kaufhinweise für Stifte zugegeben reichlich spät. Eltern können aber darauf achten, dass ihre Kinder zumindest ein paar Regeln beim Malen beachten. Dann sind die kleinen und großen Künstler auch vergleichsweise sicher vor Schadstoffen. So rät Stiftung Warentest, nach dem Malen die Hände gründlich zu waschen und nicht auf lackierten Buntstiften zu kaufen. Kinder sollten sich zudem nicht die Hände bemalen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Mittag | 13. August 2018 | 13:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2018, 16:15 Uhr

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