Samu Haber: „Ich war ein verurteilter Krimineller!“

Samu Haber offenbart in seiner Autobiografie „Forever Yours“ erschreckend ehrliche Details über seine Vergangenheit. Es geht unter anderem um das Ende von Sunrise Avenue und die Tatsache, dass er jahrelang Angst hatte, ins Gefängnis gehen zu müssen.

Hintergrund des Interviews

Samu Haber ist positiv auf Corona getestet worden. Vor dem Auftritt in einer finnischen Fernsehshow habe er einen Test machen müssen, der positiv ausgefallen sei. Auf Instagram schrieb der Sänger am 23. Oktober 2020 dazu: „Ich konnte es erst nicht glauben, weil ich keine Symptome habe und mich ganz normal fühle“. Samu befinde sich nun in Quarantäne. Zehn Tage zuvor (am 13.10.2020) hatte Samu MDR JUMP eins seiner letzten Interviews vor dem Vorfall gegeben. Für das Videointerview wurde alle Auflagen erfüllt. Die Mindestabstände wurden eingehalten und das gesamte Team trug Masken. Lediglich Samu und Musikredakteur Felix Heklau haben im sicheren Abstand die Masken für das Gespräch abgenommen. Das gesamte MDR JUMP-Team ist wohlauf.

Samu ist mittlerweile auch wieder gesund. Auf Instagram schrieb er am Mittwoch, dass ein erneuter Corona-Test negativ ausgefallen sei und er die Quarantäne wieder verlassen dürfe.

Samu Haber spricht über seine Gefühle

Samu Haber besucht mich gutgelaunt in unserer Tiefgarage. Gleich zu Beginn unseres Gesprächs gesteht er aber: „Es ist jedes Mal sehr beängstigend, ein neues Album zu veröffentlichen oder eine neue Tour zu starten oder zu The Voice zu gehen. Aber das hier ist beängstigender als alles zuvor. Weil ich jetzt über meine Gefühle spreche.“

Zu diesen Gefühlen gehörte auch jahrelange Angst vor dem Gefängnis. Mit 23 Jahren hatte Samu Haber bei einer spanischen Timesharing-Firma gearbeitet, die Ferienwohnrechte an Touristen verkaufte. „Ich hab nicht selbst die Geschäfte gemacht. Aber ich hab die Leute rumgeführt. Und wenn sie kaufen wollten, dann kam jemand anderes. Ich war der Typ, der die Leute umgarnen sollte und ihnen alles zeigen sollte.“, erklärt er.

Die intimen Geständnisse des Samu Haber

Irgendwann kam dem jungen Samu dann der Verdacht, dass in der Firma nicht alles gesetzeskonform lief und er kündigte. Die Polizei meldete sich trotzdem bei ihm: „Ich weiß nicht wirklich, wen die Polizei kriegen wollte, aber drei Jahre nachdem ich die Firma verlassen hatte, riefen sie mich an.“ Was folgte waren jahrelange, harte Vernehmungen auf dem Polizeirevier. „Das war wie ein furchteinflößender, harter Film“, erinnert sich Samu.

Erst im Jahr 2006 endeten die Befragungen und Samu Haber wurde zu anderthalb Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Das war ungefähr zu der Zeit, als Sunrise Avenue den Durchbruch hatten. „Ich war ein verurteilter Krimineller. Jetzt habe ich ein sauberes Vorstrafenregister. So muss ein gutes Land funktionieren. Wie Deutschland oder Finnland. Du machst Fehler, bist dann vorbestraft für fünf Jahre oder so und dann sind sie weg. Dann bist du wieder ein guter Bürger.“

So konnte Samu seine Vergangenheit hinter sich lassen und mit seiner Band Sunrise Avenue Charterfolge feiern. Vor allem in Deutschland, obwohl er bis heute kein Deutsch spricht. Wie deshalb bei der Castingshow „The Voice Of Germny“ getrickst wird, warum er Sunrise Avenue aufgelöst hat und wie es mit Plänen für ein Soloalbum aussieht, verrät Samu in unserem langen Videointerview.

Mehr Stars im Talk

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Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 26. Oktober 2020 | 20:20 Uhr

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