Risiko für Wildunfälle in den kommenden Monaten besonders hoch

Die Gefahr mit einem Hirsch oder Wildschwein zusammenzustoßen, ist für Autofahrer gerade besonders hoch. Im Vergleich zu 2019 ist die Zahl der Wildunfälle zwar leicht gesunken, auf den Straßen ist vor allem nach der Zeitumstellung Vorsicht geboten.

Besonders in der kalten Jahreszeit ereignen sich viele Wildunfälle
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Ab Sonntag wird es durch die Zeitumstellung früher dunkel, damit steigt auch das Risiko für Zusammenstöße mit wilden Tieren. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat Autofahrer deswegen dazu aufgerufen sich in den kommenden kalten Monaten vorsichtig zu verhalten. Wenn man es rein rechnerisch betrachte, kollidiere alle zwei Minuten ein kaskoversichertes Auto mit einem Wildtier, so die Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach. Besonders hoch sei das Risiko in den Monaten April und Mai und von Oktober bis Dezember.

Gerade in den kommenden Wochen sollten Autofahrer also besonders vorsichtig sein.

Bei der Auswertung der Wildunfälle ist dem GDV außerdem aufgefallen, dass die Anzahl der Wildunfälle trotz der Corona-Pandemie nur leicht zurückgegangen ist. Im Vergleich zu 2019 waren es ein Jahr später nur rund 23.000 weniger Zusammenstöße. Dafür mussten die Versicherer aber mehr bezahlen, wenn es krachte. Als Grund sieht die GDV höhere Preise für einzelne Karosserieteile, wie Kühlergrills oder Motorhauben.

So verhaltet ihr euch bei einem Wildunfall richtig

Laut ADAC machen Wildunfälle rund fünf Prozent aller Straßenverkehrsunfälle aus. Besonders wichtig sei es vorausschauend zu fahren – vor allem morgens und abends, wenn es noch dämmert. Wenn ihr ein Tier auf der Straße oder am Straßenrand entdeckt, solltet ihr deutlich langsamer fahren oder komplett abbremsen. Schaltet euer Fernlicht aus und drückt auf die Hupe, um das Tier zu verscheuchen.

Danach solltet ihr weiterhin wachsam bleiben, denn Wildtiere sind in den meisten Fällen nicht allein unterwegs. Wenn ein Zusammenstoß unvermeidbar ist, solltet ihr aber lieber direkt draufhalten und eine Vollbremsung einleiten. Ein kontrollierter Aufprall geht meist glimpflicher aus als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver.

Hinweisschild Wildunfall auf einem Dreibock
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  1. Unfallstelle sichern: Warnweste anlegen, Warnblinker an, Warndreieck aufstellen.
  2. Bei Personenschäden: Erste Hilfe leisten und Notruf (112) wählen.
  3. Aufgrund der Infektionsgefahr niemals tote Tiere ohne Handschuhe anfassen und zu lebenden Tieren Abstand halten.
  4. Jäger oder Polizei (110) kontaktieren und Standort melden. Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen.

Auf gar keinen Fall…

… solltet ihr das Tier mitnehmen, das wäre Wilderei und somit auch strafbar. Außerdem sollte man einem verletzten und geflüchteten Tier nicht folgen, um ihm zu helfen. Meldet in der Unfallmeldung lieber, in welche Richtung das Tier geflohen ist. Nach dem Unfall ist es außerdem wichtig, nicht einfach weiterzufahren. Auch, wenn am Auto keine Schäden zu sehen sind und das Tier geflüchtet ist. Das wäre einerseits Fahrerflucht und würde außerdem gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Bei der Arbeit | 27. Oktober 2021 | 11:45 Uhr

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