Junges Mädchen putzt sich die Nase.
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An diesen Orten wimmelt es vor Keimen bei dir zu Hause

zuletzt aktualisiert: 15.03.2019 | 14:18 Uhr

Mit dem Herbst und dem Winter kommt früher oder später auch wieder eine Grippewelle. Plötzlich hustet und schnieft jeder in Bus, Bahn oder auf der Arbeit. Desinfektionsmittel ist übrigens nicht die beste Lösung, um sich zu schützen.

Junges Mädchen putzt sich die Nase.
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"Die meisten Krankheiten bekomme ich durch Kontakt mit anderen Menschen", erklärt Mikrobiologe und Sachbuchautor Prof. Dr. Markus Egert. "Zum Beispiel im Fitnessstudio. Da hat man auf den Trainingsgeräten eine hohe Belastung von Keimen." Sinnvoll ist es deswegen, sich im Fitnessstudio ein Handtuch unterzulegen und die Hände zu waschen, wenn man lange in der Stadt unterwegs ist. Hände regelmäßig waschen ist die beste Variante, um sich zu schützen, allerdings muss man es auch nicht übertreiben:

Wie häufig Sie sich die Hände waschen, ist gar nicht so wichtig, sondern wann. Nach der Toilette zum Beispiel ist es ein Muss, vor dem Kochen und vor dem Essen oder wenn man Tiere angefasst oder einen Krankenbesuch gemacht hat. Es ist aber nicht nötig sich jede halbe Stunde die Hände zu waschen, wenn man nichts Besonderes gemacht hat.

Nach dem Waschen trocknet man sich die Hände am besten mit einem sauberen Handtuch oder Papierhandtücher. Auf Händetrockner, die oft auf öffentlichen Toiletten hängen, sollte man eher verzichten, da sie vor allem neue Keime auf die gewaschenen Hände blasen. Von der übermäßigen Nutzung von Desinfektionsmitteln rät Dr. Markus Egert dagegen ab. Im Zweifel züchtet man sich eher Keime, die resistent sind und die man dann kaum mehr los wird:

Es macht keinen Sinn, eine Keimphobie zu entwickeln. Die allermeisten Bakterien, die es auf der Welt gibt, sind für den Menschen nicht krankheitsauslösend. Viele fördern sogar die menschliche Gesundheit.

Auch normales Putzen ist ausreichend. "Wer die Arbeitsfläche der Küche gereinigt hat, muss nicht nochmal mit einem Desinfektionsmittel drüber so gehen", so Markus Egert.

Das sind die schmutzigsten Dinge im Haushalt

Küchenschwamm
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Küchenschwamm

Küchenschwamm

Der Küchenschwamm ist der Gegenstand mit den meisten Keimen im Haushalt. Das hat nicht nur das Global Health Council rausgefunden, sondern wird auch von Studien verschiedenener Sicherheitsorganisationen bestätigt. Empfohlen wird, Schwämme alle zwei Wochen auszutauschen. Außerdem kann man den Bakterien zuleibe rücken, indem man den Schwamm täglich für zwei Minuten in die Mikrowelle steckt. Die Hitze tötet die Bakterien ab.

Lichtschalter, gespeist aus erneuerbaren Energiequellen
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Lichtschalter in der Küche

Lichtschalter in der Küche

Wer hätte daran gedacht, aber Lichtschalter sind ganz schöne Keimschleudern. Vor allem, weil wir immer wieder mit ungewaschenen Händen draufpatschen. Deswegen: Regelmäßig abwischen, vor allem in der Küche.

Eine junge Frau hält ein Smartphone in Händen
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Das Telefon

Das Telefon

Eine der klassischen Hygienemythen ist, dass das Handy eine Keimschleuder ist. Ist es auch, aber verglichen mit anderen Orten der Studie vom Global Hygiene Council kam das Smartphone äußerst glimpflich davon. Durchschnittlich fanden die Forscher nur 9.600 Keime auf einem Handy. Vielleicht liegt das daran, dass sie auch normale Telefone mit in die Auswertung genommen haben.

Mann putzt Küche
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Die Arbeitsfläche in der Küche

Die Arbeitsfläche in der Küche

Rohes Fleisch, ungewaschenes Obst, Gemüse, Handtaschen: Die Arbeitsfläche in der Küche muss einiges aushalten. Kein Wunder, dass es sich allerhand Bakterien bequem machen. Experten raten, die Arbeitsfläche einmal am Tag mit heißem Wasser und Spülmittel abzuwaschen.

Frau putzt Kühlschranktür
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Der Kühlschrankgriff

Der Kühlschrankgriff

Der Griff an der Kühlschranktür schneidet schon besser ab. Durchschnittlich finden sich auf dem Griff 217.000 Bakterien. Hier liegt der Tipp auf der Hand: Den Griff beim Kühlschrankputzen nicht vergessen.

Klobürste
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Der Griff der Klobürste

Der Griff der Klobürste

Die Toilette ist gar nicht in unserer Liste vertreten. Wahrscheinlich, weil sie als so schmutzig gilt, dass wir sie tatsächlich meistens ziemlich gründlich putzen. Die Toilettenbürste ist da eine ganz andere Nummer: Auf ihr tummeln sich tausende Bakterien. Auch hier der Tipp, den Griff der Bürste regelmäßig abzuwischen und die Bürsten auszutauschen.

Schäumender Schwamm auf blauen Fliesen
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Badezimmerschwamm

Badezimmerschwamm

Platz zwei geht an den Schwamm, mit dem das Badezimmer saubergemacht wird. Über 700 Millionen Bakterien tummeln sich durchschnittlich auf dem Schwamm. Auch hier gilt: Regelmäßig desinfizieren und austauschen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 22. September 2018 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2018, 15:21 Uhr

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