Unwetter im Westen Deutschlands: Drohen uns auch so starke Regenfälle?

In Teilen von NRW und Rheinland-Pfalz hat ein heftiges Unwetter große Schäden angerichtet. Regional ist der Katastrophenfall ausgerufen worden. Zieht das Unwetter weiter über Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen?

Feuwehrfahrzeuge und ein PKW stehen auf einer überfluteten Straße.
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Die bisherige Bilanz ist verheerend: Häuser sind eingestürzt, Menschen sind ums Leben gekommen oder werden vermisst. Die Überschwemmungen haben in der Eifel zu einem großflächigen Stromausfall geführt. Auch in Teilen von Nordrhein-Westfalen hat Tief "Bernd" gewütet. Der Damm einer Talsperre bei Euskirchen droht zu brechen. Das Tief "Bernd" hatte sich mit dem Starkregen über der Region festgesetzt und hat Massen an Wasser verteilt.
Dramatisch war die Situation auch bereits vor wenigen Tagen in Mitteldeutschland. In Westsachsen sind Flüsse und Bäche über die Ufer getreten. Doch wird das Unwetter mit Starkregen wieder zurück nach Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kommen?

Unwettergefahr für Mitteldeutschland?

Ist eine ähnliche Katastrophe in unserer Region zu erwarten? Diana Weise aus dem MDR-Wetterstudio sagt dazu, dass es in Mitteldeutschland voraussichtlich deutlich ruhiger bleiben wird.

Wir haben eine sehr ruhige Lage auf unserer Seite von Tief "Bernd". Im Westen hat das den Dauerregen gebracht. Bei uns sind es eher ein paar Gewitter, die ganz vereinzelt starken Regen mitbringen können.

Diana Weise aus dem MDR-Wetterstudio

Ein flächendeckendes Unwetter - wie in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ist also derzeit unwahrscheinlich. Doch bis zum Wochenende kann es an einzelnen Orten zu starken Regenfällen mit Gewitter kommen.

Weitere Tiefdruckgebiete auf dem Weg

Eigentlich waren die Aussichten sehr sommerlich. Doch die Hochdruckgebiete, welche das Sommerwetter nach Mitteldeutschland bringen sollten, haben sich auf dem Nordatlantik festgesetzt. "Im Moment sieht es wieder so aus, als würden die Tiefs von Südosten her doch ab und zu mal Regen bringen", sagt Diana Weise weiter. Doch sie ist zuversichtlich: Für die kommende Woche sind ein paar schöne Tage vorhergesagt. Aber die Luft in Mitteleuropa ist derzeit sehr feucht, Gewitter sind daher nicht weit.

Das wird wahrscheinlich auch in der nächsten Woche so weiter gehen, aber nicht so heftig, wie wir das in dieser Woche hatten.

Diana Weise aus dem MDR-Wetterstudio

Feuerwehr und THW nach einem Erdrutsch im Einsatz
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Ungewöhnliches Sommerwetter?

Aus den vergangenen Jahren sind wir so heftige Regenschauer nicht gewohnt. Die Sommermonate waren vermehrt trocken und sehr warm. "Nach diesen zwei sehr trockenen Jahren kommt uns das sehr extrem vor", sagt die Wetterexpertin weiter.

Dieser Sommer wird abwechslungsreich in Sachen Unwettern, aber eben auch manchmal gefährlich.

Diana Weise aus dem MDR-Wetterstudio

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Nachrichten | 15. Juli 2021 | 09:00 Uhr

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