Weihnachtsbaum wegwerfen: Diese Strafen drohen

Für mehrere Wochen waren sie ein festlicher Augenschmaus in der Wohnung: Mit Kugeln, Lametta und Lichtern geschmückte Weihnachtsbäume. Viele Bäume verlieren aber jetzt die Nadeln und sollen daher bei vielen einfach nur noch schnell raus. Wie jedes Jahr landen einige Bäume aber einfach an den Mülltonnen oder am Straßenrand. Das kann teuer werden.

Weggeworfener Weihnachtsbaum am Straßenrand
Bildrechte: IMAGO/Westend61

Selbst wenn man den Baum von Schmuck und Lametta komplett befreit hat, darf man ihn nicht einfach wieder in den Wald zurückbringen. Im Ernstfall drohen Bußgelder von 50 Euro aufwärts wegen illegaler Abfallentsorgung. Viele Zootiere fressen zwar gern Nadelbäume. Tierparks und Zoos lehnen die Weihnachtsbaumspende meist trotzdem ab. Schließlich können sie schlecht überprüfen, ob der Baum gespritzt wurde.

Fürs Wegwerfen kann es sogar Punkte in Flensburg geben

Ausgediente Weihnachtsbäume dürfen nicht einfach am Straßenrand oder auf dem Fußweg entsorgt werden. Dort behindern sie andere. Entsprechend hart können die Strafen ausfallen, wenn das Ordnungsamt jemanden beim illegalen Entsorgen erwischt. In Sachsen können laut Bußgeldkatalog 50 Euro für einen und bis zu 200 Euro für mehrere Bäume fällig werden. In Thüringen werden 30 bis 50 Euro für einen Baum fällig. Der Dresdner Rechtsanwalt Thomas Kinschewski sagte MDR JUMP:

Rechtsanwalt Thomas Kinschewski
Bildrechte: Thomas Kinschewski

Wenn ich ihn auf die Straße stelle oder Radweg blockiere, kann ich einen Punkt in Flensburg bekommen. Und 60 Euro Strafe. Selbst wenn ich ohne Auto dahin gefahren bin.

Nicht einfach verbrennen

In Thüringen ist das Verbrennen von sogenanntem Baum- und Strauchschnitt verboten. Horst Sproßmann vom Thüringen Forst sagt:

Man hat die Möglichkeit, den Baum in der Biotonne zu entsorgen: Also kleinschneiden. Wenn man einen eigenen Garten hat, kann man ihn auf den Kompost werfen. Damit tut man auch was für die Kleintiere. Alternativ kann man die Zweige über frostempfindliche Pflanzen legen.

Baum darf nicht immer in die Biotonne

In vielen Städten und Gemeinden darf der zersägte Baum in die Biotonne oder als Ganzes daneben gestellt werden. Das erlaubt etwa Chemnitz. Beate Bodnár von der Stadtreinigung sagte MDR JUMP:

Bioabfall-, Papiertonne und Gelbe Tonne
Bildrechte: imago/mm images/bildagentur-n

Bei uns in Chemnitz ist für alle Biotonnen-Nutzer die Entsorgung vom Weihnachtsbaum kostenfrei. Der Baum wird dann einfach neben die Biotonne gelegt. Und alle anderen in Chemnitz müssen ihren Baum gegen ein Entgelt bei den umliegenden Kompostierungsanlagen abgeben.

Thomas Kinschewski sagt:

Da hilft ein Blick in die Bedingungen des Entsorgers. Die meisten gestatten das. Aber es gibt auch Entsorger, die gestatten das nicht – sondern verweisen auf die öffentlichen Sammelplätze.

In vielen Gemeinden, Städten und Kreisen kann man den ausgedienten Weihnachtsbaum selbst zu ausgewiesenen Entsorgungsstellen bringen und kostenlos abgeben. Die Stadt Leipzig hat beispielsweise mehr als 170 solcher Ablageplätze. Das sind häufig die Wertstoffhöfe oder die Grünschnittannahmestellen. Die ausgedienten Weihnachtsbäume werden meist geschreddert und verrotten dann zu Kompost. Einige Entsorger verarbeiten abgeschmückte Fichten oder Nordmanntannen auch zu Holzschnitzeln und nutzen sie für die Energieversorgung. Auch in Halle/Saale gibt es zentrale Sammelstellen für Weihnachtsbäume. Bis zum 13. Januar können Dresdner ihre Weihnachtsbäume kostenlos an 110 Sammelplätze entsorgen. In Bad Kösen und Havelberg wird bis zum Mittwoch an vielen Stellen abgeholt. Auch etliche Wertstoffhöfe nehmen die Tanne entgegen.

Im Harz werden Weihnachtsbäume zu hochwertigem Kompost verarbeitet

Im Landkreis Harz dagegen reicht es, den Baum einfach vor die Tür zu legen. Dirk Hirschfeld ist Chef der Abfallentsorgung Nordharz und sagte MDR JUMP:

Es muss erkennbar sein, dass der Weihnachtsbaum entsorgt werden soll. Nicht dass der zugeschneit ist und man sieht nur noch einen weißen Hügel.

Die Bäume sollen dann zu hochwertigem Kompost verarbeitet werden.

Dafür ist unabdingbar, dass sämtliche nicht zum Baum gehörenden Bestandteile runter sind: Also Lametta, defekte Lichterketten oder auch Papierschlangen.

Legal verbrennen geht in manchen Gemeinden

Viele Gemeinden, Vereine oder auch Feuerwehrvereine organisieren regelmäßig offizielle Termine für das Verbrennen der ausgedienten Weihnachtsbäume. In diesem Jahr fällt das aber in vielen Orten aufgrund der Corona-Pandemie aus. Zum Beispiel fällt die Veranstaltung in Barleben aus.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 06. Januar 2021 | 15:10 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP