Weihnachtsmann im Auto
Bildrechte: Colourbox.de

Rechte und Pflichten: Was Arbeitnehmer in der Weihnachtszeit dürfen!

26.11.2018 | 15:19 Uhr

Darf man in der Mittagspause Glühwein trinken, Weihnachts-Deko mit ins Büro bringen und gibt es eigentlich einen Anspruch auf Weihnachtsgeld? Wir haben die wichtigsten rechtlichen Fragen in der Weihnachtszeit geklärt.

Weihnachtsmann im Auto
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Das erste Adventswochenende steht vor der Tür, die Weihnachtsmärkte sind gut besucht und auch Zuhause und auf Arbeit wird für weihnachtliche Stimmung gesorgt. Aber wie weit darf die Vorfreude gehen? Was darf man in der Weihnachtszeit auf Arbeit oder Zuhause machen und was geht nicht? Wir geben einen Überblick.

Darf ich in der Mittagspause auf den Weihnachtsmarkt Alkohol trinken?

Im Arbeitsrecht gibt es kein absolutes Alkoholverbot - solange die Leistung des Arbeitnehmers nicht negativ beeinflusst wird. Allerdings herrscht in den meisten Betrieben ein striktes Alkoholverbot. Regelungen dazu finden sich entweder im Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder in einem Tarifvertrag.

Darf mich mein Chef zur Weihnachtsfeier zwingen?

Nein, es besteht keine „Feierpflicht“: Der Chef darf seinen Mitarbeiter also nicht zwingen, die betriebliche Weihnachtsfeier zu besuchen. Übrigens: Auf der offiziellen Betriebs-Weihnachtsfeier sowie auf dem direkten Hin- und Rückweg besteht gesetzlicher Unfallversicherungsschutz. Ausgenommen sind Raucherpausen.

Droht eine Kündigung, wenn ich mich auf der Weihnachtsfeier daneben benehme?

Ja, unangemessenes Verhalten auf einer Weihnachtsfeier ist ein Kündigungsgrund. Das ist der Fall, wenn zum Beispiel eine sexuelle Belästigung oder Beleidigung vorliegt.

Darf ich meinen Arbeitsplatz weihnachtlich schmücken?

Wenn der Chef sein Okay gibt, ja. Grundsätzlich sollten solche Dekorationen aber immer abgesprochen werden, besonders wenn es um Adventskränze oder einen Weihnachtsbaum mit brennenden Kerzen geht. Und auch Zuhause gilt: Die Deko darf meine Nachbarn nicht beeinträchtigen, also zum Beispiel blenden. Gerichte haben entschieden, dass eine Außenlampe mit 40 Watt schon eine Beeinträchtigung für den Nachbarn darstellen kann.

Gibt es einen Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld. Ob der Chef Weihnachtsgeld zahlt oder nicht, entscheidet er entweder selbst, es ist tariflich so vereinbart worden oder es besteht eine Abmachung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Aber: Hat der Boss in der Vergangenheit Weihnachtsgeld gezahlt, kann das durchaus zur Pflicht werden, hat das Bundesarbeitsgericht entschieden. Dafür reicht es, wenn der Chef dreimal hintereinander Weihnachtsgeld gezahlt hat, um daraus einen dauerhaften Anspruch abzuleiten.

Darf man als Weihnachtsmann verkleidet Auto fahren?

Kommt darauf an. Grundsätzlich ist es nicht verboten, kostümiert Auto zu fahren, die Sicht und das Gehör dürfen dabei nicht beeinträchtigt sein. Wenn also die Lüftung den Rauschebart ins Gesicht weht oder die Zipfelmütze ständig über Augen und Ohren rutscht, sollte man besser nicht selbst fahren, anderenfalls droht ein Verwarngeld von bis zu 10 Euro.

Kann ich Geschenke bei Nichtgefallen umtauschen?

Grundsätzlich nein! Selbst, wenn die Sachen noch verpackt sind - zurücknehmen muss der Händler sie nicht. Es sei denn, er räumt eine Kulanz ein und da gilt: Großhändler und Kaufhäuser sind kulanter. Anders ist das beim Online-Kauf. Wer die Geschenke im Internet bestellt, hat generell ein 14-tägiges Rückgaberecht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 27. November 2018 | 11:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. November 2018, 16:53 Uhr

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