Touristen warten am 09.01.2018 auf dem Hubschrauberlandeplatz der Air Zermatt auf ihren Flug ins Tal nach Raron, in Zermatt (Schweiz).
Vor einem Jahr - Anfang 2018 - waren im schweizerischen Zermatt Touristen eingeschneit, die damals ausgeflogen wurden. Bildrechte: dpa

Verbraucherrechte Eingeschneit: Wer kommt für die Kosten auf?

Mehrere Skiorte in Österreich sind von der Außenwelt abgeschnitten. Hunderte Urlauber sitzen fest. Was, wenn man wegen der Schneemassen die Heimreise nicht antreten kann und damit auch nicht rechtzeitig zur Arbeit erscheint? Wer trägt dann die Kosten?

Touristen warten am 09.01.2018 auf dem Hubschrauberlandeplatz der Air Zermatt auf ihren Flug ins Tal nach Raron, in Zermatt (Schweiz).
Vor einem Jahr - Anfang 2018 - waren im schweizerischen Zermatt Touristen eingeschneit, die damals ausgeflogen wurden. Bildrechte: dpa

Arbeitnehmer, die wegen der Wetterverhältnisse nicht rechtzeitig aus dem Winterurlaub zurückkommen, müssen mit Lohnkürzungen rechnen. Denn wer nicht zur Arbeit erscheint, hat auch keinen Anspruch auf Vergütung.

Wegerisiko liegt beim Verbraucher

Sanktionen, wie etwa eine Abmahnung oder eine Kündigung, muss ein Arbeitnehmer in einem solchen Fall aber in der Regel nicht befürchten, da er das Zuspätkommen nicht selbst verschuldet hat. Die Schuldfrage ändert sich aber nachteilig für den Arbeitnehmer, wenn dieser in ein Skigebiet aufbricht, das kaum zugänglich ist und deshalb später zurückkehrt.

Arbeitgeber informieren

Angestellte, die aufgrund der Schneeverhältnisse erst später als geplant wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren, können aber mit dem Chef verhandeln, ihren Urlaub nachträglich zu verlängern. So können sie mögliche Lohnkürzungen umgehen. In jedem Fall wichtig: Sobald abzusehen ist, dass Beschäftigte nicht rechtzeitig wieder aus dem Urlaub zurückkehren können, sollte man seinen Vorgesetzten umgehend informieren. Der wiederum kann die Schäden für geplatzte Aufträge oder für stockende Projekte nicht beim ausgefallenen Arbeitnehmer einfordern.

Zusätzliche Nächte gehen aufs eigene Konto

Doch wer zahlt die zusätzlichen Nächte im Hotel, wenn man eingeschneit ist? Die Verbraucherzentrale sagt: Bei Pauschalreisen muss der Reisende die zusätzlichen Kosten selbst tragen. Laut Reiserechtlern gehen die zusätzlichen Kosten lediglich nur zulasten der Veranstalter, wenn dieser den Urlaubern selbst rät, wegen der starken Schneefälle im Hotel zu bleiben. Bei einem privat gebuchten Zimmer, muss man die Kosten selbst tragen.

Was, wenn man das Hotel nicht erreicht?

Was ist, wenn man wegen der Schneemassen nicht zum Hotel kommt? Dann ist man auf die Kulanz des Hoteliers oder Vermieters angewiesen. Ein Reiseveranstalter darf keine Stornogebühr verlangen, denn der Kunde kann sich auf höhere Gewalt berufen und stornofrei den Vertrag kündigen.

Bei den etwa 1.400 Mitgliedern der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) gelten folgende Regelungen: Ist die Anreise an den Urlaubsort oder in das gebuchte Hotel unmöglich, dürfen keine Stornokosten berechnet werden. Könnten die Urlauber aber beispielsweise Umfahrungen nutzen, gilt die Stornoregelung nicht. Auch wenn die Anreise innerhalb von drei Tagen wieder möglich ist, entfällt die kostenlose Stornierungsregel. Kann der Gast nicht abreisen, hat er die Mehrkosten für die Verlängerung des Aufenthaltes selbst zu tragen. Hat der Hotelier andere Vereinbarungen mit dem Gast getroffen, gelten diese.

Erstattung wegen Schlechtwetter nicht möglich

Ein "Lawinengefahr" Schild steht am Grenzübergang Mittenwald-Scharnitz.
Ein "Lawinengefahr" Schild steht am deutsch-österreischischen Grenzübergang Mittenwald-Scharnitz. Bildrechte: dpa

Wurde der Skiurlaub samt Anreise bei einem Veranstalter gebucht, kann der Reisende dagegen vor Abreise den Vertrag wegen höherer Gewalt kündigen, wenn der Wintersportort komplett unerreichbar ist. Er bekommt dann das Geld für die Reise zurück. Pech hat hingegen, wer wegen der hohen Lawinengefahr und geschlossener Lifte nicht auf die Skipiste kann. Skigebiete und Liftbetreiber schließen eine Erstattung wegen Schlechtwetter in der Regel in ihren Geschäftsbedingungen aus.

Dieses Thema im Programm MDR AKTUELL FERNSEHEN | 07. Januar 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2019, 17:43 Uhr

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