Die schönsten Radwander-Routen in der Heimat

Die Corona-Pandemie sorgt für einen Ansturm auf Fahrradläden. Zudem werden viel mehr Menschen als sonst in Deutschland Urlaub machen. Für sie gibt es Tausende Kilometer Radweg in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Familie auf Radtour im Wald
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Mit der Familie oder einem Freund aufs Rad setzen, gemeinsam Sport treiben oder einfach nur die Natur genießen: Das machen gerade viele Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Fahrradtouren sind eine gute  Möglichkeit, trotz aller Mindestabstands-Regeln und Einschränkungen etwas Urlaubsgefühl zu genießen.

Entlang an idyllischen Flüssen, durch sattgrüne Wälder und über fordernde Berge

Längere Radtouren oder auch Urlaube mit dem Drahtesel wurden in Deutschland schon vor Corona immer beliebter. Die Zahl der Kurzreisen mit dem Fahrrad etwa stieg zuletzt um 27 Prozent an. Das zeigt die ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse 2020 aus dem März. Bisher deutet viel darauf hin, dass diese Zahlen nochmal deutlich nach oben gehen: Vielen ist schon klar, dass ihr Urlaub in der Ferne dieses Jahr wohl ausfällt. In viele Ferienregionen sind die Buchungszahlen schon in die Höhe geschossen. Da erscheinen Urlaube mit dem Rad oder wenigstens Tagestouren eine gute Alternative zu sein. Kommunen und Landkreisen empfehlen die auch, weil sich so nicht zu viele Menschen an einem Erholungs-Hotspot versammeln.

Glücklicherweise gibt es in Deutschland inzwischen Zehntausende Kilometer gut ausgebauter Radwege. Deutschlands beliebtester Radfernweg ist laut ADFC der Weser-Radweg. Auf Platz zwei landete im Ranking Elberadweg, auf dem man von Sachsens Grenze zu Tschechien bis nach Hamburg rollen kann. Die Strecke ist exzellent erschlossen und ausgeschildert. Sie ist, weil sie am Fluss entlangführt, leicht zu absolvieren, die Etappen lassen sich je nach Leistungsvermögen variieren, man sieht großartige Natur und interessante Städte und Dörfer und man findet genügend Unterkünfte für jeden Geldbeutel.

Auch Radtouren an anderen Flüssen (Neiße und Oder, Donau, Rhein), entlang der Ostseeküste, durch Bayern oder das Emsland lassen sich laut ADFC gut planen und auf gut erschlossenen Radwegen absolvieren. Der ADFC bietet einen (bis auf wenige Stellen im deutschen Radwegenetz zuverlässigen) Kartensatz, der neben den Routen auch die regional unterschiedlichen Symbole vermerkt, mit deren Hilfe man die Radwege vor Ort wiederfindet. Achtung: Von Bundesland zu Bundesland wechseln oft die Symbole und Schilder!

Sind die Grenzen dann für Radtouren offen?

Auch in den Nachbarländern Deutschlands gibt es hervorragend ausgebaute Radwege, die jedes Jahr Tausende Touristen nutzen. Derzeit ist allerdings noch offen, ob auch deutsche Radfahrer mitrollen können. Am beliebtesten sind Touren, die nach oder durch Österreich führen. Publikumsfavoriten unter den internationalen Radwegen sind der Donauradweg, die Via Augusta über die Alpen und der Etsch-Radweg. Auch entlang der Drau und selbstverständlich durch Dänemark und die Niederlande lässt es sich gut radeln. Immer beliebter werden auch Radtouren in Frankreich.

Im Kommen sind Touren in Osteuropa, z. B. entlang der Ostseeküste durch Polen ins Baltikum. Hier sollte man sich aber entweder gut auskennen, richtig gut informieren oder sich zu fragen trauen. Der Grund: Deutsche Radkarten geben die dortige Ausschilderung, sofern sie überhaupt vorhanden ist, praktisch nicht wieder.

Welches Werkzeug braucht man für eine Fahrradtour?

Der ADFC empfiehlt dringend, vor dem Start das Rad einmal vom Profi durchchecken zu lassen. Radläden bieten diesen Service und, wenn nötig, auch Reparaturen an. Hier erhält man auch Beratung, wie sich das Rad sinnvoll beladen lässt und wie viel Ladung es aushält. Dabei kann man sich auch gleich dazu beraten lassen, welche Reifen sinnvollen Pannenschutz bieten und trotzdem bezahlbar sind. Da man auf eine Radtour nicht allzuviel mitnehmen kann, empfiehlt es sich auch, bei der Planung nach Unterkünften mit Wasch- und Trockenmöglichkeit für die Radsachen zu schauen. Ins Tourengepäck gehören auf jeden Fall auch ein kleiner Radwerkzeugsatz und Ersatzschläuche. Auch für Regenschauer sollte man gewappnet sein. Und schließlich: Unerfahrene Radler sollten die Etappen nicht zu lang planen. So lässt sich das Tagesziel in jedem Fall ohne Mühe erreichen.

Welche App ist für Fahrradtouren sinnvoll?

Viele Autofahrer nutzen ihr Smartphone inzwischen als Navi. Das Handy ist mit der passenden App auch für Radtouren ein verlässlicher Lotse und oft auch deutlich praktischer als alle Faltkarten. In den App-Stores für iPhones und Android-Smartphones gibt es inzwischen gute kostenlose Lösungen oder auch Programme für wenige Euro, mit denen sich Touren vorab planen lassen können. In vielen Apps kann man auch die Tourenvorschläge anderer Radfahrer nachfahren. Das Technikmagazin CHIP hat in einem Artikel einige Tipps zusammengestellt.

Dieses Thema im Programm DIE MDR JUMP MORNINGSHOW | 03. Juni 2020 | 06:50 Uhr

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