Zahnpasta: Welche Creme für dich die richtige ist

Für gesunde Zähne brauchst du drei Dinge: Zeit zum Putzen, die richtige Zahnbürste und die für dich passende Zahncreme. Die findest du mit Hilfe der aktuellen Ergebnisse der Stiftung Warentest und ein paar weiteren Tipps.

Junge Frau putz ihre Zähne mit einer Zahnbürste 1 min
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MDR JUMP Di 03.11.2020 10:45Uhr 01:06 min

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Was unbedingt in die Zahncreme gehört

Ganz oben auf der Liste steht Fluorid. Das kann in verschiedenen Zusammensetzungen enthalten sein, Hauptsache ist: es ist möglichst viel davon drin.

Was macht Fluorid? Es stärkt die Zähne mit Mineralien und wirkt gegen Bakterien. Damit wird der Zahn widerstandsfähig gegen die Säure von Lebensmitteln und Plaquebakterien. Außerdem verringert Fluorid Entzündungen des Zahnfleisches. Zur Menge in deiner Zahncreme rät die Stiftung Warentest: "Um optimal wirksam zu sein, sollte der Fluoridgehalt in Pasten für Erwachsene bei fast 1500 ppm (Parts per Million, also Teile pro Million) liegen." Alles was deutlich unter 1000 ppm ist, ist den Experten nach zu wenig, bei Kindern reicht allerdings schon die Hälfte. 

Putzkörper und Tenside helfen unschöne Verfärbungen durch Tee oder Kaffee zu entfernen. Aufheller lassen deine Zähne weißer wirken. Und Menschen mit schmerzempfindlichen Zähnen sollten zu einer Creme mit schmerzlindernden Substanzen greifen.

Weshalb nicht jeder die gleiche Zahncreme braucht

Kind beim Zähne putzen.
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Je nachdem, wie alt du bist und wie deine Zähne beschaffen sind, haben sie ganz verschiedene Bedürfnisse: Kleinkinder zum Beispiel sollten laut Stiftung Warentest eine Creme mit eher geringem Anteil an Fluorid bekommen: "Bis zum zweiten Geburtstag reichen 500ppm. Ab dem Schulalter sind Juniorpasten ratsam, die ähnlich viel Fluorid wie Zahncremes für Erwachsenen enthalten." 

Sogenannte Universalzahnpasten reichen dann im Normalfall völlig aus.

Bei Problemen wie freiliegenden Zahnhälsen oder besonders schmerzempfindlichen Zähnen brauchst du eine sogenannte Sensitivpaste.

Wichtig: Je älter die Zähne, desto weicher und empfindlicher wird in der Regel der Zahnschmelz, also die äußere Schutzschicht. Deshalb solltest du dann auf aggressive Weißmacher und eine Creme mit starken aktiven Putzstoffen verzichten. Dein Zahnarzt kann am besten beurteilen, was am besten zu deinen Zähnen passt.

Der aktuelle Test und was eine gute Zahncreme kosten muss

Ganz positiv fällt im Testbericht auf, dass die allermeisten der getesteten Cremes völlig unbedenklich und alltagstauglich sind. Dabei hast du beim Testsieger, der Parodontax Complete Protection für 6,60 Euro pro 100 Milliliter eine schonende Universalcreme, die trotzdem Verfärbungen und Beleg sehr gut entfernt. Dafür gab es im Test ein sehr gut. Achtung: Preiswerte Zahncremes vom Discounter können fast das Gleiche. Die Eurodont Kräuter Kariesschutz-Creme von Aldi Nord kostet nur 0,34 Euro pro 100 Milliliter und bekam ebenfalls ein sehr gut. Im Prinzip muss eine gute Zahncreme  also nicht viel kosten. Wichtig ist der erwähnte Schutz durch genügend Fluorid.

Wovon du die Finger lassen solltest

Und genau diesen Schutz lassen bestimmte Zahncremes oft vermissen. "Sechs Naturkosmetik-Pasten fallen deshalb durch: Bei ihnen geht schon aus der Kennzeichnung hervor, dass sie kein Fluorid enthalten", bemängelt die Stiftung Warentest. Zwar gibt es Stoffe, wie Salbei oder auch Kokosöl, die  auch gegen Karies schützen sollen. Das ist aber nicht ausreichend erforscht und damit auch nicht bewiesen. Aber: Nicht alle Naturkosmetik-Zahncremes müssen deshalb gleich als schlecht bewertet werden.  Wichtig sind die richtigen Inhaltsstoffe.

Wenn du möglichst weiße oder helle Zähne haben möchtest, kannst du zu Cremes mit Aufhellern greifen. Oft haben die aber Putzstoffe mit einem hohen Abrieb, das ist gefährlich für empfindliche Zähne. Besprich dich vor der Benutzung am besten mit deinem Zahnarzt. Cremes mit Rügener Kreide als Aufheller sind wirkungslos.

Warum selbstgemachte Zahncreme gefährlich sein kann

Mit einfachen Mitteln, wie Backpulver und ein bisschen Pfefferminzöl soll man sich eine gute Zahncreme selber machen können. Das ist Unsinn und sogar gefährlich. Denn erstens kannst du selbst kein Fluorid in der nötigen Menge zusetzen und zweitens können empfohlene Putzstoffe wie Zitronensaft, Backpulver oder sogar Schlämmkreide in der falschen Zusammensetzung und Menge deine Zähne kaputt machen. 

Wie du ein Zuviel an Fluorid vermeidest

Kritiker von herkömmlichen Zahncremes weisen oft auf die Gefährlichkeit von zu viel Fluorid im Körper hin. Es kann krank machen und etwa Knochen schädigen. Da ist durchaus etwas dran. Aber: Mit der normalen Nahrung und auch mit fluoridiertem Speisesalz und ähnlichen Extras erreicht ein Erwachsener kaum den Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von 3,5 Milligramm pro Tag. Hinzu kommt, dass Zahncreme im Normalfall wieder ausgespuckt wird, das Fluorid daraus also tatsächlich nur den Zähnen zugute kommt. Bei Kindern sollte man genau schauen, ob sie das Ausspucken beim Zähneputzen gut genug beherrschen. Die entsprechend altersgerechte Zahncreme hilft hier, zu viel Fluorid zu vermeiden, sollte doch mal was verschluckt werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 03. November 2020 | 10:45 Uhr

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