So hilfst du Igeln und anderen Wildtieren über den Winter

Draußen wird es immer kälter und viele von uns mummeln sich jetzt gemütlich in ihren vier Wänden ein. Auch viele Tiere suchen sich jetzt ein schönes Plätzchen zum Überwintern. Dabei können wir ihnen helfen.

Wer einen Garten hat, kann heimischen Tierarten helfen, über den Winter zu kommen. Dafür ist es wichtig, dass dein Garten nicht allzu aufgeräumt ist. Diese Plätze suchen Tiere im Winter gern auf:

Komposthaufen

Ein Komposthaufen mit frisch ausgezupftem Unkraut und Strauchschnitt.
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Komposthaufen bieten ein vergleichsweise warmes Plätzchen im Winter. Das mag besonders die Erdkröte. Sie fällt in den kalten Monaten in eine Winterstarre. Wenn du deinen Abfallhaufen mit Kompostvlies abdeckst, kannst du den Kröten beim Überwintern helfen.

Totholzhaufen

Totholzhaufen mit viel Laub sind für Igel ein perfektes Schlafquartier. Die kleinen Stacheltiere halten bis zu fünf Monate Winterschlaf. Auch verschiedene Insektenarten fühlen sich in solchen Haufen wohl, vor allem, wenn du ein sonniges Plätzchen dafür aussuchst. Baumschnitt bietet Reptilien, wie Eidechsen, einen guten Schutz. Zwischen dickeren Stämmen fühlen sich im Winter aber auch Frösche und Bilche wohl.

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

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08.12.2021, 19:50 Uhr /
18:00 Uhr in der Mediathek

aus dem Tierheim Freital

Stauden und große Blumen

Diese musst du nicht zurückschneiden, heb dir das für das Frühjahr auf, denn Stauden und große verblühte Blumen sind für Insekten und Wildbienen ein schönes Winterquartier. Kräftige Stengel von Stauden bieten einen natürlichen Schutz und die Samen von großen Blumen können von Vögeln aufgepickt werden.

Bäume und Sträucher

In alten Bäumen überwintern Fledermäuse sehr gern, am liebsten, wenn der Stamm innen hohl ist. Dann schützt er gut vor Frost. Außerdem eignen sich Bäume hervorragend zum Anhängen von Vogelhäuschen. Sträucher bieten Vögeln ein gutes Versteck und Nahrung zum picken. Blätter, Zweige und Reisig von Sträuchern kannst du zusammenharken und so einen trockenen Unterschlupf für Igel und Insekten, Spinnen und Molche schaffen. Auch Raupen ziehen sich gern in solche Haufen zurück.

Gartenboden

Mit Laub bedeckter Thymian
Bildrechte: Daniela Dufft

Ein sauber geharkter Gartenboden mag schön anzusehen sein, für die Tiere ist er aber im Winter nicht zu gebrauchen. Besser ist es, Fallobst oder Nüsse, sowie Laub liegenzulassen. Das freut besonders die Vögel. Siebenschläfer graben sich im Boden ein und polstern ihr Nest mit Laub und Moos aus. Auch Ameisen und Bienen überwintern im Boden.

Steinhaufen

Blindschleichen, Kröten und auch verschiedene Insekten ziehen sich gern in Steinhaufen zurück, weil sie schön trocken sind. Da die Tiere in eine Winterstarre fallen ist es gut, wenn du den Steinhaufen in den kalten Monaten nicht anrührst.

Gartenteich

Gartenteich
Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Den Teich solltest du nicht zu gründlich reinigen. Hier verschlafen manche Amphibien den Winter. Aber auch Libellen halten sich im Winter hier auf – als Ei oder als Larve. Erwachsene Tiere legen im Herbst ihre Eier in Pflanzen am Ufer ab. Larven nutzen Pflanzenstengel, um im Frühjahr daran empor zu klettern und zu schlüpfen. Deshalb solltest du deinen Teich möglichst naturbelassen gestalten.

Blumentöpfe und Insektenhotels

Ein Insektenhotel mit Bambusstäben.
Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

Damit kannst du Insekten und anderen Kleinlebewesen über den Winter helfen. Schmetterlinge, Marienkäfer oder auch Schwebfliegen ziehen sich gern in diese Behausungen zurück. Ein Insektenhotels darf gern an einem sonnigen Standort stehen. Alternativ kannst du alte Blumentöpfe mit Stroh füllen und verkehrt herum aufstellen – so bieten sie eine perfekte Überwinterungsburg.

Nistkästen und Vogelfutterstellen

Zwei bunt bemalte Nistkästen stehen auf einem Tisch. Pinsel liegen davor
Bildrechte: Daniela Dufft

Darüber freuen sich alle Vögel, die bei uns überwintern. Fülle die Kästen mit Vogelfutter, bzw. hänge Meisenknödel o.ä. an Zweige im Baum. Manchmal schnappen sich sogar Eichhörnchen das Futter. Für die kannst du aber auch ein Brett in höherer Lage anbringen und ab und zu Nüsse oder auch ein Stück Möhre darauflegen.

Allgemeine Hinweise für deinen Garten

  • Räume den Garten nicht zu ordentlich auf, lass Reisighaufen und Laub liegen
  • Decke Kellerschächte und Gruben ab, damit keine Tiere hineinfallen können
  • Verwende nicht unnötig Chemie in deinem Garten
  • Stell eine Vogeltränke auf und versorge sie regelmäßig mit frischem Trinkwasser
  • Verzichte auf Laubsauger

So kannst du winteraktiven Tieren helfen

In unseren Breiten gibt es auch jede Menge Tiere, die im Winter unterwegs sind und was zum Knabbern suchen. Für sie kannst du Futter bereitstellen. Kastanien, Eicheln oder Heu – darüber freuen sich Hasen, Rehe und Rotwild. Am besten fragst du einen Jäger, wie und wo du die Tiere mit Leckereien unterstützen kannst.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 20. Oktober 2021 | 11:45 Uhr

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