Wie man Wellensittiche glücklich macht

Wellensittiche sind gesellige Tiere. In ihrem Herkunftsland Australien leben sie frei in großen Schwärmen. Wir sagen, was du tun kannst und musst, damit sie sich hierzulande im Käfig wenigstens ansatzweise wohl fühlen.

Zwei Wellensittiche 1 min
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MDR JUMP Mi 24.03.2021 10:45Uhr 01:15 min

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Warum er nie allein sein sollte

Um wirklich glücklich zu sein, braucht ein Wellensittich viel sozialen Kontakt zu anderen Vögeln. "Das wichtigste für Wellensittiche sind ihre Artgenossen. Sie sind hochsoziale Schwarmtiere und müssen mindestens zu zweit gehalten werden. Es ist tatsächlich eine Quälerei, sie allein zu halten", so die Kleintier- und Vogelexpertin Charlotte Wangler von Forum Haustierratgeber. Dem einzelnen Wellensittich hilft es auch kaum, einen Menschen als Hauptbezug zu haben. Im Gegenteil: Die Vögel entwickeln dann Verhaltensstörungen, werden fehlgeprägt und/oder krank. Wichtig: Dass der Vogel zu sprechen beginnt, ist nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass er sich wohlfühlt, sondern eher dafür, dass er ja auf Vogelebene niemanden zum Quatschen hat. "Am besten halten Sie Pärchen, gerne auch vier oder sechs Vögel. Wenn Sie nicht möchten, dass die Vögel brüten, dann müssen Sie auf Bruthöhlen oder Kästen und anderes Brutmaterial unbedingt verzichten."

Glücksregel 1: Ein tierischer Partner muss her!

So viel Platz braucht der Welli

Je größer der Käfig, desto besser. "Mindestens einen Meter mal 80 mal 50 Zentimeter sollte er groß sein. Das ist aber das absolute Mindestmaß. In Zoohandlungen werden oft viel zu kleine Käfige angeboten", so unsere Expertin. Merke: Dein Welli sollte wenigstens zwei Flügelschläge im Käfig machen können. Eine richtige Voliere im Haus oder gar Garten ist natürlich wesentlich besser. Achtung: Eine Innenvoliere ersetzt nicht den täglich wichtigen Freiflug. Draußen geht übrigens auch. Allerdings braucht eine Außenvoliere eine Rückzugsmöglichkeit in einen frostfreien Raum.

Und: Der Vogel muss sich in einer milden Jahreszeit an das Leben in der freien Luft gewöhnen. Ihn einfach im Winter nach draußen zu verfrachten, geht schief.

Glücksregel 2: So viel Platz wie möglich bieten!

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

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aus dem Tierheim Saara

Freiflug ist Pflicht

Dein Wellensittich ist ein Vogel. Logisch, dass er nur dann glücklich werden kann, wenn er sich mal so richtig austoben und fliegen kann. Er liebt es, seine Umgebung zu erkunden und auch mal an anderen Stellen Rast zu machen. In einem vogelsicheren Raum, ohne giftige Pflanzen und Flugfallen sollte er seine Runden drehen und auch Platz für Pausen haben. Futter musst du außerhalb des Käfigs nicht anbieten. Gerade zu Beginn sehen sonst einige Vögel nicht ein, warum sie wieder zurück in den Käfig sollen.

Glücksregel 3: Täglicher Rundflug muss möglich sein!

Der ideale Käfig

Ein gelber Wellensittich in einem Vogelbauer
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Damit er sich die Füße nicht wund sitzt, braucht ein Wellensittich verschieden dicke Sitzstangen aus Holz. So wird der Druck auf die Füße immer wieder anders verteilt. Gitterstäbe sollten nicht verzinkt oder beschichtet sein, es besteht Vergiftungsgefahr. Verschiedenen Futter und Wasserstellen sind genau so wichtig, wie Kletter- und Spielmöglichkeiten, die immer wieder mal umgestaltet und erneuert werden sollten. Wichtig bei Seilen und Schaukeln: Die Fasern dürfen sich nicht auflösen, damit keine Schlingen entstehen, in denen sich die Vögel verfangen könnten. Optimal steht der Käfig ab einem Meter Höhe, nicht in Zugluft und Krach, nicht direkt über der Heizung und nicht in der Küche direkt neben dem Herd. Eine Rückwand oder ein Platz an der Wand ist wichtig, damit der Vogel sich nicht ungeschützt mitten im Raum wähnt.

Wenn es nachts im Zimmer nicht ausreichend leise und dunkel werden kann, sollte der Käfig zum Schlafen abgedeckt werden. Im warmen Frühjahr oder milden Sommer kann er auch gerne auf einem halbsonnigen Balkon stehen.

Glücksregel 4: Der Käfig sollte naturnah und abwechslungsreich sein.

Das richtige Spielzeug

Der Welli ist neugierig und immer in Bewegung. Deswegen braucht er verschiedenen Arten von Spielzeug, die ihn körperlich und auch geistig fordern. Wichtig sind dabei vor allem Abwechslung und möglichst natürliche Materialien. Dabei mögen es die Vögel zum Beispiel, Dinge zu zerlegen, zu klettern, zu schwingen und natürlich Futter zu suchen. Abwechslungsreiches Spielzeug, das auch immer mal wieder neu angeboten wird, hilft dem Welli tatsächlich, gesund zu bleiben. Dazu Charlotte Wangler: "Ohne regelmäßige Beschäftigung mit attraktivem Spielzeug wird der Wellensittich ein unzufriedener, trauriger Vogel. Der Mangel an Spielmöglichkeiten kann die Lebenszeit erheblich verkürzen." Wer will, kann Spielzeug auch selber machen.

Glücksregel 5: Der Vogel braucht abwechslungsreiches Spielzeug.

Das gehört nicht in den Käfig

Wer einem einzeln lebenden Wellensittich einen Gefallen tun will, indem er ihm einen Partner aus Plastik oder einen Spiegel vorsetzt, sorgt für Frust. Der Wellensittich versucht nämlich, den Kunstpartner anzunehmen, mit ihm zu kommunizieren oder sich zu paaren. Da es keine Reaktion gibt, wird der Vogel früher oder später frustriert und sich an Plastefreund und Spiegel abreagieren.

Glücksregel 6: Bitte keine künstlichen Partner oder Spiegel.

Das frisst er gerne

Körnerfutter, Gräser, Kräuter, Obst und Gemüse, dazu Wasser – so wird der Wellensittich gerne satt. Wichtig dabei, die Futtermenge sollte begrenzt werden. Der Welli frisst nämlich gerne mehr, als er eigentlich braucht. Bekommt er dazu noch zu wenig Bewegung, wird er fett.

Glücksregel 7: Bitte gesundes Futter in Maßen!

Sauberkeit muss sein

Die Unterlage in Käfig und Voliere sollte aller zwei, drei Tage gereinigt werden, Futter- und Wassernäpfe täglich. Auch die Sitzstangen und das Spielzeig müssen regelmäßig geprüft und gesäubert werden. Hin und wieder kann auch der Vogel ein Bad nehmen. Manche Tiere sind regelrecht verrückt danach, andere mögen es nicht. Da solltest du nichts erzwingen und ein Vogelbad einfach anbieten. Wichtig: Auch das Wasser im Bad muss täglich gewechselt werden, weil die Vögel auch daraus trinken. Manchen Vögeln müssen Krallen und Schnabel verschnitten werden, manchen nicht, da helfen eine Frage und Einweisung beim Tierarzt weiter.

Glücksregel 8: Regelmäßige Hygiene ist wichtig für die Gesundheit.

Anzeichen, dass es ihm schlecht geht

Aggressives Piepen, ausgerupfte Federn oder auch Bissigkeit können Anzeichen dafür sein, dass es einem Wellensittich schlecht geht. Genauso sind aber auch Ängstlichkeit und Bewegungslosigkeit Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. "Oft verbergen die Vögel aber eine Zeit lang, dass es ihnen nicht gut geht. Deswegen sollten die Besitzer genau hin schauen, ob sie wirklich gut fressen, das Gefieder schön aufplustern und ob sie sich irgendwie anders verhalten als sonst", so unsere Expertin. Bei Veränderungen solltest du erstmal alle äußeren Gegebenheiten checken. Stimmen die und kannst du nichts verbessern, ab zum Tierarzt.

Glücksregel 9: Vogel beobachten und bei Unwohlsein zum Arzt gehen!

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 24. März 2021 | 10:45 Uhr

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