Welche Medikamente und Hausmittel helfen gegen Sodbrennen?

07.02.2019 | 11:00 Uhr

Themenbild Sodbrennen - Ein Mann greift sich röchelnd an die Brust. 1 min
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MDR JUMP Mi 06.02.2019 10:45Uhr 01:01 min

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Nach einem üppigen Essen, nach viel Alkohol oder Kaffee und auch bei viel Stress leiden viele unter Sodbrennen. Das unangenehme und oft auch schmerzhafte Aufstoßen ist auch für viele Schwangere ein echtes Problem.

Wie entsteht Sodbrennen?

Alkohol, Stress, ein hektisch runtergeschlungenes Essen, Rauchen und Zitrusfrüchte können zu einer vermehrten Säureproduktion im Magen führen. Auch Medikamente wie Herz-Kreislauf- und Asthma-Mittel oder Krankheiten wie eine Speiseröhrenentzündung oder ein Magengeschwür können Auslöser sein. Das Säurebad ist an sich wichtig, damit wir unser Essen verdauen können. Im Normalfall verhindert ein Schließmuskel am Eingang des Magens, dass die Säure in die Speiseröhre gelangt. Ist der Muskel schwach oder defekt oder wird im Magen ständig zu viel Säure gebildet, dann gelangt die in die Speiseröhre. Die sorgt dann für das unangenehme Sodbrennen. Das kann auch passieren, wenn du dich bückst oder beim Schlafen Magen und Speiseröhre auf einer Höhe liegen.

Welche Medikamente helfen?

Gegen das lästige Aufstoßen gibt es derzeit drei Medikamentengruppen, sagt der Fernseharzt Dr. Christoph Specht:

Da sind zum Beispiel die sogenannte Antazida, die es in der Apotheke freiverkäuflich gibt. Das sind also Medikamente, die gegen die Säure wirken, Dann gibt’s noch die sogenannten H2-Blocker und noch die Gruppe der sogenannten PPI's. Das ist ne englische Übersetzung. Das sind Protonenpumpenblocker, die sind auch in einer etwas niedrigeren Dosierung freiverkäuflich und recht wirksam.

Säureblocker auch Protonenpumpeninhibitoren (PPI) unterdrücken die Bildung von Magensäure. Sie sind zum Teil frei verkäuflich und das ist bedenklich. Zum Teil werden sie aber unkontrolliert und  damit falsch eingenommen. Im Prinzip sind Säureblocker, richtig eingenommen, über Jahre verwendbar. Allerdings haben sie verschiedene, zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen. Und sie dürfen auf keinen Fall unkontrolliert abgesetzt werden, da es sonst zu einer überschießenden Magensäurebildung kommen kann.

H2-Antihistaminika, auch H2-Blocker senken die Säuremenge im Magen und lindern so Beschwerden in Magen und Speiseröhre. Auch hier gibt es rezeptfreie Mittel. Aber auch hier ist eine kontrollierte und sorgsame Einnahme wichtig.

Antazida sind Mittel, welche die Säure im Magen binden und neutralisieren.

Wichtig ist bei allen Medikamenten: Besprich die Einnahme immer mit deinem Arzt. Nur er kann auf Dauer beurteilen, welche Wirkungen und Nebenwirkungen die Mittel entfalten. Immer öfter werden gerade Säureblocker rein vorsorglich bei üppigen Festtagsessen eingenommen. Solch eine Selbstmedikation ist nicht zu empfehlen.

Welche Hausmittel helfen?

Bei gelegentlichem Sodbrennen helfen Mittel, die die Säure im Magen binden, beziehungsweise sie aus der Speiseröhre fernhalten. Dazu zählen Kamillen-, Fenchel- und Kümmeltee. Vom oft empfohlenen Hausmittel Milch rät unser Experte ab:

In Wirklichkeit kann die Milch da wenig ausrichten. Ganz im Gegenteil: Die Säure wird da nicht neutralisiert und es kommt unter Umständen sogar zu einer Verschlimmerung der Symptome. Eher wirksam wäre da schon ein Stück Weißbrot, Kartoffeln könnte man zu sich nehmen oder auch Bananen. Die neutralisieren tatsächlich die Säure und können zu einer Symptomlinderung führen.

Soda
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Auch Haferflocken sind ein gutes Mittel. Die enthaltene Stärke und das Eiweiß binden Magensäure. Kartoffelsaft ist ein natürlicher Säureblocker und ganz einfach durch das Zerreiben einer rohen Kartoffel zu gewinnen. Die Stärke in der Kartoffel geht dann gegen die Säure vor. Heilerde kann ebenso helfen. Wie ein Schwamm soll sie überschüssige Säure binden und abtransportieren. Das wirkt allerdings nicht sofort, sondern nur über einen längeren Behandlungszeitraum.

Wann wird Sodbrennen gefährlich?

Gelegentliches Sodbrennen ist kein Problem. Der Körper kann mit der von ihm produzierten Säure ganz gut umgehen. Allerdings ist nur der Magen mit seiner speziellen Schleimhaut auf Dauerbelastung eingestellt. Kommt die Speiseröhre ständig in Kontakt mit der Säure, weil der Schließmuskel nicht richtig funktioniert, spricht man von einer Refluxkrankheit. Und bei der  kann die aufsteigende Säure die Schleimhaut in der Speiseröhre auf Dauer ernsthaft schädigen. Zuerst entzündet sie sich, Ösophagitis genannt. Und wird diese Entzündung wiederum chronisch, können sich Zellen verändern und das kann schließlich sogar zu Krebs führen. Etwa 8000 Menschen bekommen so einen Speiseröhrenkrebs jährlich in Deutschland.

Was untersucht der Arzt?

Wer dauerhaft oder sehr häufig unter Sodbrennen leidet, sollte zum Arzt gehen. Der untersucht die Speiseröhre mit einem Endoskop. Bei dieser Spiegelung kann auch Gewebe entnommen und genau erkannt werden, wie stark welche Teile der Speiseröhre vom Sodbrennen betroffen und eventuell schon erkrankt sind. Der Arzt wird auch entscheiden, wie das Sodbrennen zu behandeln ist. Zwar gibt es mittlerweile auch viele frei verkäufliche Medikamente, die das "Brennen stoppen" oder den "Magen aufräumen". Die sind aber nichts für den Dauergebrauch.

Wie kann man Sodbrennen möglichst verhindern?

Der beste Rat ist, die Lebens- und Genussmittel zu meiden, die das Sodbrennen fördern. Hände weg also von: Alkohol, Zigaretten, Getränken mit viel Kohlensäure, Kaffee und schließlich allen zu fetten, süßen oder scharfen Speisen. Statt Riesenportionen zu essen, sollte man besser das Essen auf fünf kleinere Portionen am Tag verteilen. Neben der richtigen Ernährung ist vor allem ein gesunder, möglichst entspannter Lebensstil von Vorteil. Vermeide möglichst Stress und Hektik, auch bei der Ernährung. Baust du Übergewicht ab, reduziert das den Druck auf den Magen. Am besten isst du zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr. Im Bett sollte der Oberkörper etwas erhöht liegen, so kann keine Säure aus dem Magen in die Speiseröhre fließen. Auch Entspannung und Sport sind gute Mittel, um Anspannung und eine stressbedingte Magensäureproduktion abzubauen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 07. Februar 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2019, 15:38 Uhr