So bekommst du den perfekten Weihnachtsbaum

Knapp 30 Millionen Weihnachtsbäume werden jedes Jahr bei uns verkauft. Immer ganz wichtig: Es soll ein schöner Baum sein. Was muss nun der oder die Baumverantwortliche beachten, damit es zuhause keinen Ärger gibt?

Warum eigentlich Weihnachtsbaum – eine heimatliche Kurzgeschichte

Schon seit dem späten Mittelalter sollen sich Menschen im Winter grüne Tannenzweige ins Haus geholt haben, für ein bisschen Farbe und lebendige Natur. Erst viel später ist daraus der richtige Weihnachtsbaum geworden, angeblich auch angeregt durch die Englische Königin Victoria und ihren deutschen Gatten Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Seit knapp 200 Jahren erfreuen wir uns also am Baum.

Das ist der beste Baum für Dich

Wichtig bei der Auswahl der Baumart ist die Frage: Wie lange soll der Baum halten? Wenn du zu den Menschen gehörst, die gerne schon im Advent einen  im Zimmer haben und den dann bis Ende Januar stehen lassen, empfiehlt sich der mit Abstand beliebteste Baum, die Nordmanntanne. Ebenso haltbar, nur nicht immer ganz so gleichmäßig ist die Edeltanne. Blaufichte, Rotfichte und einfache Fichte sind ideal, wenn du deinen Baum nur für ein paar Tage übers Fest stehen hast. Sie nadeln nämlich deutlich schneller als Tannen, dafür duften sie meistens intensiver. Achtung: Auch Weihnachtsbäume werden im konventionellen Anbau zum Teil mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Die können unter Umständen in der warmen Wohnung ausdampfen. Einen Nachweis über Gesundheitsschäden gibt es bisher nicht. Wer möchte, kann aber auch zum zertifizierten Bio-Weihnachtsbaum greifen.    

Was kosten die Bäume 2021?

Von knapp zehn Euro bis rund 300 Euro ist preislich fast alles möglich.

 „Für die Nordmanntanne können Sie bei der A-Qualität mit Preisen von 21 bis 27 Euro für den laufenden Meter Baum rechnen“, so Weihnachtsbaum- Erzeugerin Saskia Blümel. Für die A-Qualität bei der Blaufichte zahlen Sie zwischen 12 und 16 Euro pro laufenden Meter, bei der Rotfichte sind es zwischen 9 und 12 Euro. „Insgesamt sind auch Weihnachtsbäume dieses Jahr auf Grund der Pandemiekosten ein bisschen teurer“, so die Expertin. 

Wichtig: Preise vergleichen lohnt sich: Baumschulen oder Gärtnereien sind in der Regel ein Stück teurer als der Stand am Supermarkt.

Wo gibt es den besten Baum?

Du hast im Prinzip vier Möglichkeiten, an einen Weihnachtsbaum zu kommen:

Auf einem Tisch steht ein kleiner Weihnachtsbaum in einem Baumständer.
Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

  • Bau- oder Gartenmarkt: Da gibt´s eine große Auswahl, meist gestaffelt in drei bis vier Größengruppen. Du kannst wählen, ob du Bäume ohne oder mit Wurzelballen kaufst und in den meisten Fällen den Baum vorm Verpacken ins Netz in seiner ganzen Schönheit anschauen. Kleiner Nachteil: Es kann sein, dass wegen der großen Abnahmemengen der Märkte einzelne Bäume schon zwei bis drei Wochen im Markt stehen. Die sind also nicht mehr ganz so frisch.
  • Straßenverkauf: Meist sind das die eingezäunten Märkte auf Parkplätzen vom Einkaufscenter. Die Auswahl ist begrenzt, manchmal sind die Bäume unsortiert. Das macht die Suche nach dem richtigen Baum schwierig. Und die Plätze sind oft schlecht beleuchtet, das erschwert den Kauf in den Abendstunden. Vorteil: Die mobilen Händler bekommen fast täglich neue Ware. Die Bäume sind in der Regel sehr frisch.
  • Tannenhof und Waldparzelle: Der Baum direkt vom Erzeuger ist der frischeste. Wer mag, kann den Baum auch noch selbst schlagen. „Dieser Trend, sich so mit Familie bei Glühwein Kakao und Keksen den Baum zu besorgen, setzt sich immer mehr durch“, sagt unsere Expertin. Kleiner Nachteil: Die Bäume sind in der Regel etwas teurer als im großen Markt. Vorteil: Das Erlebnis an sich.
  • Onlinekauf: Fast alle großen Onlinemärkte bieten Weihnachtsbäume an. Auch Baumärkte mischen beim Onlineverkauf mit. Preislich gibt es keine großen Unterschiede zum Direktkauf. Größter Nachteil: Du kannst zwar die Länge des Baumes bestimmen, aber nicht den Umfang und die Dichte von Zweigen und Nadeln sehen. Achtung: Weihnachtsbäume im Versand gelten als verderbliche Ware. Man kann den Baum deshalb nicht zurückschicken, falls er nicht gefällt. Wichtig unbedingt einen Liefertermin ausmachen, an dem du mit Sicherheit zu Hause bist. Denn kommt der Baumbote umsonst, musst du zur Post und den Baum doch selbst ins Auto packen.

Was beachtest Du vor und während des Baumkaufs?

Auch wenn Du glaubst, es zu wissen: Miss lieber nochmal in der Stube, wieviel Platz Du wirklich für den Baum hast. Kauf den Baum nicht verpackt im Netz.Jeder gute Verkäufer wird Dir den Baum auspacken und dann auch wieder ins Netz stecken. Das erspart böse Überraschungen. Achte auf geraden Wuchs, eine gleichmäßige und möglichst dichte Verteilung von Ästen und Nadeln. Merke: Entfernen lässt sich immer was. Streich ruhig mal mit der Hand über die möglichst saftig grünen Nadeln, es sollten nur wenige ausfallen. Eine frische Schnittstelle am Stamm ist ebenfalls ein gutes Zeichen. Achte beim Transport darauf, dass der Baum möglichst lange kühl unterwegs ist. Morgens kaufen und am Tag im beheizten Büro unterstellen ist keine gute Idee.

Wichtig: transportierst du deinen Baum viele Kilometer auf dem Autodach, pack ihn in Folie ein. Er verliert sonst durch den Fahrtwind zu viel Feuchtigkeit.

Die optimale Baum-Kauf-Zeit

Damit noch genügend Auswahl bleibt aber gleichzeitig nicht so viel Lagerzeit bis zum Heiligen Abend ist, empfiehlt unsere Expertin: „Die beste Zeit zum Kauf ist zwischen dem zweiten und dritten Adventswochenende. Die Bäume halten die Zeit bis Weihnachten locker durch.“ Allerdings sollten sie dazu kühl, dunkel, windgeschützt und in einem Eimer mit Wasser stehen. Pro laufenden Meter braucht ein Baum etwa einen Liter Wasser pro Tag. Einen Tag vor dem Schmücken den Baum auspacken, damit sich die Äste wieder entfalten können.  Am besten schneidest Du den Stamm nochmal zwei bis drei Zentimeter ab und stellst den Baum in einen Ständer mit Wasserbehälter. Zucker und Blumenfrisch im Wasser können nicht schaden. Wichtig: Bäume mögen keine Temperatursprünge. Bitte also nicht von der frostigen Garage direkt ins 25 Grad warme Wohnzimmer stellen. Der Baum sollte täglich gegossen werden und möglichst nicht in der Nähe von Heizung oder Ofen stehen.

Was ist beim Baum im Topf zu beachten?

Weihnachtsbäume mit Wurzelballen kosten nicht wesentlich mehr. Es gibt sie aber in der Regel nur bis zu einer Höhe von 80 bis 100 Zentimetern. Die Bäume sollten vor dem Fest nach Anleitung mit Wasser versorgt werden. Lass Dir am besten vom Händler erklären, wann du den Baum nach Weihnachten einpflanzen musst. Es gibt auch Händler, die dir einen Baum im Topf über Weihnachten leihen, ihn währen des Jahres pflegen und dir dann zum nächsten Weihnachtsfest wieder den gleichen Baum ausleihen. Dann bist du aber schnell mit 60 bis 100 Euro für Baum und die gesamte Logistik pro Jahr dabei.

Alternative künstlicher Baum?

Sie kosten in guter Ausführung ab rund 150 Euro und manche sehen schon täuschend echt und gar nicht mehr nach billiger Plaste aus. Mehr als 10 Prozent aller deutschen Haushalte werden Weihnachten mit einem künstlichen Baum geschmückt. Das spart zwar Holz, ist aber in Herstellung und Transport (oft aus China) nicht wirklich umweltfreundlicher. Preislich ist man mit einem Kunststoffbaum allerdings nach vier Jahren auf der Überholspur.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 06. Dezember 2021 | 11:45 Uhr

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