Wasserschaden in der Wohnung: Wer zahlt?

Wenn es von der Decke tropft oder plötzlich Stockflecken an der Wand zu sehen sind, hat sich das Wasser bereits seinen Weg gebahnt – mit unschönen Folgen für Mieter. Wer einen Wasserschaden hat, hat in den folgenden Wochen mit Trocknungsgeräten, neuen Möbelkäufen und Renovierungsarbeiten zu tun. Die Kosten dafür übernimmt derjenige, der für den Schaden verantwortlich ist.

Stockflecken und abgelöste Scheuerleisten an einer durch Wasser beschädigten Wand 1 min
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MDR JUMP Mo 15.02.2021 10:45Uhr 01:00 min

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Was ist zuerst zu tun?

Wer in seiner Wohnung einen Wasserschaden bemerkt, sollte zuerst versuchen, die Quelle zu finden und, wenn möglich, das Wasser abzustellen. Das ist in der Regel aber nur dann möglich, wenn beispielsweise eine defekte Waschmaschine die Ursache ist. In vielen Fällen findet man die Quelle nicht. Deshalb sollte generell immer unverzüglich der Vermieter über den Wasserschaden informiert werden. Er beauftragt ggf. Handwerker und organisiert die Renovierung. Die Nachricht kann auch an die Hausverwaltung oder den Hausmeister übermittelt werden, da diese direkt mit dem Vermieter in Kontakt stehen. Um den Schaden zu dokumentieren, sollte man Fotos machen und diese dem Vermieter direkt schicken. Das erspart längere Erklärungen.

Wer muss zahlen?

Aktenmappe zum Thema Haftpflicht.
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Trocknung, Renovierung, neue Einrichtung – ein Wasserschaden geht ziemlich ins Geld. Zahlen muss in der Regel derjenige, der dafür verantwortlich ist. Ist ein Schaden an Wohnung oder Gebäude für den Wassereinbruch verantwortlich, dann zahlt meist die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers. Z.B. wenn sanitäre Anlagen defekt sind oder bei Rohrbrüchen. Hat ein Nachbar den Wasserschaden verursacht, zum Beispiel weil seine Waschmaschine defekt war, dann übernimmt seine Privathaftpflicht die Kosten. Verursacht man selbst einen Wasserschaden in der eigenen Wohnung und werden dadurch Möbel beschädigt, dann zahlt in diesen Fällen normalerweise die eigene Hausratsversicherung. Hierbei lohnt es sich, die genauen Klauseln im Versicherungsvertrag nachzulesen. Wie so oft ist auch bei Wasserschäden grobe Fahrlässigkeit ein Ausschlusskriterium für die Übernahme durch Versicherungen. Wer beispielsweise die Zuleitung zur Waschmaschine ohne Aquastop-Vorrichtung permanent geöffnet lässt, der handelt fahrlässig und wird bei einem Wasserschaden möglicherweise Probleme mit der Versicherung bekommen.

Ist eine Mietminderung bei Wasserschaden gerechtfertigt?

Ist die Ursache gefunden und eingedämmt, geht es an die Beseitigung der Schäden in der Wohnung. Meistens müssen Trocknungs- und Lüftungsgeräte gestellt werden, die das nasse Gemäuer professionell austrocknen und somit auch zusätzliche Schimmelbildung vermeiden sollen. Oft müssen die Geräte mehrere Tage bis hin zu Wochen laufen, idealerweise ununterbrochen. Die Lärmbelästigung ist nicht zu unterschätzen, zudem nehmen die Geräte viel Platz ein, was dazu führt, dass die betroffenen Räume nicht mehr oder nur noch eingeschränkt genutzt werden können. Aus diesen Gründen ist eine zeitweise Mietminderung angebracht. Wie hoch diese Mietminderung ausfallen darf, ist immer vom Einzelfall abhängig. Mietrechtsexperten raten, dem Vermieter eine begründete Summe vorzuschlagen und sich auf einen Kompromiss zu einigen. Im Härtefall muss der Minderungsanspruch vor Gericht ausgefochten werden. Wer nicht weiß, wie er die Mietminderung beziffern soll, kann sich bei Mietervereinen erkundigen und für den Einzelfall einen Vorschlag machen lassen.

Stromanbieter über Schaden informieren

Die Stromkosten, die durch das Betreiben der Trocknungsgeräte anfallen, sind nicht unerheblich. Mehr als 100 Euro pro Woche sind keine Seltenheit. Diese Kosten muss natürlich auch der Schadenverursacher übernehmen. Moderne Trocknungsgeräte haben dafür einen Zwischenzähler eingebaut, der am Ende die Abrechnung für den Mieter erleichtern. Wichtig ist, den eigenen Stromanbieter über den Wasserschaden zu informieren, damit bei der nächsten Abrechnung der Mehrverbrauch nicht zur neuen Berechnungsgrundlage wird und die monatlichen Abschläge unverhältnismäßig erhöht werden. Einige Stromanbieter verlangen dafür eine Bestätigung vom Vermieter, dass ein Wasserschaden vorgelegen hat.

Können die Renovierungskosten auch auf die Mieter umgelegt werden?

Ist alles wieder getrocknet, steht der letzte Schritt der Schadensbeseitigung an: die Renovierung. Verputzen, tapezieren, malern, Fußboden verlegen – egal, welche Arbeiten notwendig sind, die Kosten dafür müssen vom Verantwortlichen übernommen werden und auch zerstörte elektrische Geräte oder Möbel können auf dessen Rechnung ersetzt werden. Die Ausgaben dafür auf den Mieter umzulegen, ist unzulässig, denn es handelt sich nicht um Schönheitsreparaturen – in dem Zustand nach dem Wasserschaden wurde die Wohnung schließlich nicht angemietet. Bei der Renovierung ist es auch nicht zulässig, den Schaden punktuell auszubessern, sondern es muss am Ende wieder ein einheitliches Gesamtbild entstehen, ohne, dass man beispielsweise farbliche Unterschiede erkennen kann.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 15. Februar 2020 | 10:45 Uhr

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