Was tun gegen Lebensmittelmotten?

Motten im Kleiderschrank ist vielen ein Begriff. Doch die Plagegeister können auch ganze Küchenschränke befallen – dann handelt es sich um Lebensmittelmotten. Sie leben in Gewürzen, Backzutaten oder Müsli und sind besonders lästig, da sie nur schwer wieder loszukriegen sind. Wir erklären, wie sie zu bekämpfen sind und wie Verbraucher den Motten vorbeugen können.

Lebensmittelmotte 1 min
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MDR JUMP Do 08.10.2020 10:45Uhr 01:11 min

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Hier verstecken sich die Lebensmittelmotten

Sehr selten fliegen die Motten durch geöffnete Fenster in die Wohnung. Wahrscheinlicher ist es, dass du sie dir beim Einkaufen mit in die Wohnung holst. In Verpackungen können sich bereits Eier oder Larven befinden. Die Larven kriechen manchmal an Wänden entlang. Meist aber fressen sich die Motten durch Lebensmittel wie Mehl, Gewürze, Müsli oder auch Tütensuppen. Das erkennt man an Verklumpungen und Gespinsten (Kokon-Reste der Raupen).

So gefährlich sind die Motten

Die Motten an sich sind ungefährlich. Die verunreinigten Lebensmittel sollten aber nicht mehr gegessen werden Das kann zu Allergien oder Magen-Darm-Verstimmungen führen. 

Diese Lebensmittel mögen die Motten besonders gern

Hausmaus (Mus musculus), im Getreide
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Getreide                         

Reisfeld
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Reis                               

Nudeln                            

EInige Macadamia Nüsse, geschlossen und schon geöffner.
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Nüsse                             

Teebeutel
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Tee

Mitten zwischen anderen Hülsenfrüchten liegen flache, graue Hülsenfrüchte.
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Hülsenfrüchte

Zwei Hände brechen Schokolade von einer Tafel ab
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Schokolade

Trockenobst
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Trockenobst

eine Tasse Glühwein steht auf einem Holztische, umringt von Löffeln, auf denen die Zutaten zu sehen sind.
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Gewürze

Aber auch Tierfutter und Saatgut können von Lebensmittelmotten befallen werden.

Die Plagegeister wieder loswerden

Zunächst die gute Nachricht: Um Lebensmittelmotten zu bekämpfen, ist in der Regel kein Kammerjäger notwendig. Wer die ersten Motten im Schrank entdeckt hat, sollte folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Lebensmittel nach Spuren der Motten untersuchen, z.B. Löcher in den Verpackungen, Gespinste, befallene Lebensmittel wegwerfen und sofort in der Mülltonne entsorgen
  • Andere Lebensmittelpackungen müssen dicht verpackt sein, damit die Motten nicht hinein gelangen, ggf. Lebensmittel in luftdichte und gut verschließbare Behälter umfüllen
  • Schränke aussaugen und auswischen, etwa mit Seifenlauge oder Essigwasser – dies sollte über einen gewissen Zeitraum regelmäßig, etwa alle zwei Wochen, erfolgen
  • Ritzen in den Schränken oder schlecht zugängliche Stellen können Hitze ausgesetzt werden, beispielsweise mit einem Föhn, denn Eier und kleine Larven sterben bei großer Hitze ab
  • Auch Kälte mögen die Motten nicht: in allen Entwicklungsstadien werden die Tierchen bei minus 18 °C eine Woche lang abgetötet
  • Mit Pheromon-Klebefallen kannst du überprüfen, ob du alle Motten erwischt hast oder doch welche überlebt haben; los wirst du die Tierchen damit zwar nicht, aber immerhin werden die männlichen Motten angelockt und das erschwert die Fortpflanzung
  • Zu chemischen Vernichtern sollte man nicht greifen, da das für Gesundheit und Umwelt belastend sein kann

Schlupfwespen als natürliche Feinde

Eine alternative Bekämpfungsform ist die Konfrontation der Lebensmittelmotte mit ihrem natürlichen Feind: der Schlupfwespe. Die ist noch viel kleiner als die Motte, sie sind nur fast einen halben Zentimeter groß und für den Menschen kaum sichtbar. Die Tiere legen ihre Eier direkt in die Eier der Motte ab und vernichten diese. Die Wespen sind für Menschen ungefährlich und verschwinden wieder, sobald ihre Aufgabe erledigt ist. Sie können in Fachgeschäften oder auch im Internet gekauft werden. Auf kleinen Kärtchen kleben zwischen 1000 und 3000 Eier. Die Kärtchen werden in die befallenen Schubladen oder Schränke gelegt. Die Anwendung muss im Abstand von je drei Wochen insgesamt drei oder vier Mal wiederholt werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 08. Oktober 2020 | 10:45 Uhr

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