So wirst du lästige Warzen los

Warzen sind unschön, aber meist harmlos. Die Hälfte aller Menschen bekommt irgendwann im Leben solch eine gutartige Hautwucherung. Einige verschwinden von selbst, andere schmerzen und müssen behandelt werden.

Eine Frau schaut in den Spiegel und hält sich die Schläfe 2 min
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MDR JUMP Mo 07.10.2019 02:10Uhr 01:49 min

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Das sind Warzen

In den allermeisten Fällen sind Warzen gutartige Hautwucherungen. Über kleinste Verletzungen der Haut gelangen Papillomaviren in die Oberhaut. Dort lösen sie eine Entzündungsreaktion aus, die wiederum zu einer vermehrten Produktion von Hornhaut führt. Im Ergebnis entsteht die Warze. Bevorzugt dort, wo die Haut schlecht durchblutet ist.

An Händen und Füßen, also diesen oft kalten Stellen, fühlen sich Warzen am ehesten wohl!

Dermatologin Dr. Ina Schulze aus Markkleeberg

Arten von Warzen

Vulgäre oder gewöhnliche Warzen kommen am häufigsten vor. Die kleinen verhornten Knötchen treten einzeln oder auch als Gruppe auf. Dornwarzen sind an Fußsohle und Ferse schmerzhaft. Sie sitzen tief in der Haut und drücken unangenehm beim Laufen. Dellwarzen sind in der Regel fast durchsichtig oder rosa, nicht größer als ein Stecknadelkopf und gefüllt mit einer hochansteckenden Flüssigkeit. Feigwarzen sollten immer behandelt werden. Denn sie siedeln auf den Schleimhäuten von Mund und Genitalien. Dementsprechend sind sie bei entsprechenden Kontakten sehr ansteckend. Stiel- und Alterswarzen sind kleine hautfarbene oder dunkle Aussackungen an Hals und in der Achsel und per Definition keine Warzen, sie werden nicht durch einen Virus verursacht.

So bekommst du Warzen

Für eine Infektion reicht ein Hautkontakt. Papillomaviren gelangen durch kleinste Verletzungen oder geschädigte Stellen in die Haut. Das kann beim Händegeben oder auch beim Barfußlaufen in Sauna und Schwimmbad passieren.

Oft ist gar nicht nachvollziehbar, wie du dir die Warze geholt hast. Es gibt aber Menschen, die neigen eher dazu, Warzen zu bekommen. Das gilt zum Beispiel dann, wenn dein Immunsystem geschwächt oder deine Haut durch Neurodermitis vorbelastet ist.

Dermatologin Dr. Ina Schulze aus Markkleeberg

Auch Kinder neigen eher zu Warzen. Ihr Immunsystem ist noch nicht mit den Papillomaviren in Kontakt gekommen und hat daher noch keine Abwehrstrategie. Auch wer stark schwitzt, raucht oder unter Diabetes leidet, kann eher Warzen bekommen.

So vermeidest du Warzen

Ein starkes Immunsystem und gesunde, gepflegte Haut schützt vor Infektionen. Wenn du also deine Abwehrkräfte stärkst und deine Haut nach Bad und Sauna gut abtrocknen, beugst du richtig vor. Das Tragen von Badelatschen in öffentlichen Bädern schützt besonders gut. Außerdem hilft regelmäßiges Händewaschen, gerade bei Kontakt mit vielen Personen.

Hast du schon eine Warze, musst du unbedingt darauf achten, dass du dich nicht selber immer wieder neu ansteckst. Du solltest alles unterlassen, was zum Bluten führt und die Warzenpartikel - und damit eben die Viren - noch weiter verteilt. Schneiden und Raspeln sind also tabu. Das begünstigt die Bildung von neuen Warzen.

Hautärztin Dr. Schulze

Das kannst du selbst gegen Warzen tun

Sollte dich eine Warze nicht stören, hilft ganz einfach Warten! Im Prinzip sind Warzen ungefährlich und gehen irgendwann von ganz allein wieder weg. Dafür brauchst du allerdings ein paar Wochen Geduld. Wenn du aber Schmerzen hast oder es optisch einfach stört, dann kannst du was gegen die Warzen unternehmen.

Flasche Essig
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In Drogerien und Apotheken gibt es spezielle Pflaster und Lösungen mit Salizyl- oder Milchsäure, die die Hornhaut auflösen sollen. Das funktioniert in der Regel ganz einfach, muss aber oft wiederholt werden. "Wichtig ist dabei, dass du beim Abtragen der weichen Hornhaut eine Blutung vermeidest und die Haut sehr gründlich reinigst", rät Dr. Ina Schulze.

Hausmittel wie Essig oder Schöllkrauttinkturen sollen die Haut desinfizieren und die Viren bekämpfen, auch das kann durchaus helfen. Bei Kindern solltest du mit der Schöllkrautpflanze sehr vorsichtig sein, sie enthält verschiedene Gifte. Sogar Eigenurin kann gegen die Viren wirken und die Hornhaut entsprechend aufweichen. Homöopathische Behandlungen oder auch die Bioresonanz könnten erfolgreich sein, es gibt dazu aber keine tragbaren Studien.

Das macht der Arzt

Der Hautarzt ist der richtige Ansprechpartner, wenn die Warzen nicht von allein weggehen, sich vermehren oder einfach stören. Die Behandlungen zielen immer darauf ab, die Viren und die Warzenstruktur zu zerstören oder/und das Immunsystem und die Durchblutung zu verbessern.

Warzen werden vom Arzt vereist oder auch mit einem Laser bestrahlt, das tötet die Viren. Nur ganz selten schneiden wir heutzutage die Warze noch raus!

Hautärztin Dr. Schulze

Die Gefahr, dass dabei Blutungen wieder andere Hautregionen infizieren, ist sehr groß. Der Hautarzt kann zur weiteren Behandlung auch rezeptpflichtige Tinkturen verschreiben. Auch Spritzen mit antiviralen Mitteln direkt in die Warze sind möglich. Ebenso kann der Arzt eine Warze nach einer entsprechenden Vorbehandlung mit Pflastern oder Lösungen abschaben.

Entfernung von Haaren mit einem Laser in einer Hautarztpraxis.
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Bei der sogenannten WIRA-Therapie werden Warzen und die betroffenen Hautstellen mit speziellem Infrarotlicht bestrahlt. Dass soll die Durchblutung fördern und das Immunsystem anregen. Die Warze wird so vom Körper schneller bekämpft. Welche Form der Behandlung geeignet ist, entscheidet der Arzt. Er kann auch ausschließen, dass die vermeintliche Warze nicht unter Umständen eine problematische Hautwucherung ist. Wichtig: Bespreche mit dem Arzt vor der Behandlung, welche Therapie für dich kostenpflichtig ist und welche Kosten die Krankenkasse übernimmt.

Ein bisschen Hexerei

Im Mittelalter wurden Warzen mitunter als Male des Teufels angesehen. Von heilkundigen Frauen wurden sie besprochen - und gingen weg. Warzen zu besprechen, ist heute noch weit verbreitet und kann funktionieren, meint auch unsere Ärztin:

Es ist tatsächlich so, dass die Suggestion da weitehelfen kann - der Placeboeffekt. Alles, was die positive Einstellung und den Glauben an die Heilung unterstützt, kann helfen. Selbst Spucke und Kreide können bei Kindern helfen und die Warzen verschwinden lassen.

Hautärztin Dr. Schulze

Da Warzen in der Regel sowieso von allein verschwinden, ist ein Nachweis über die Wirksamkeit solcher Alternativen schwer möglich, und auch hier gibt es Studien mit unterschiedlichsten Aussagen.

Fazit

Gegen Warzen sind sprichwörtlich viele Kräuter gewachsen. Du kannst zu Hause probieren, die Warze loszuwerden, aber auch der Hautarzt hat viele erfolgversprechende Mittel. Selbst ein bisschen Aberglaube und Hokuspokus können gegen Warzen helfen. Denn: In der Regel gehen Warzen irgendwann von allein weder weg. Achte immer auf eine saubere, trockene und gut durchblutete Haut und vermeide unter allen Umständen, an der Warze zu kratzen oder sie zum Bluten zu bringen. Das beschert dir ganz schnell noch mehr Warzen. 

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 07. Oktober 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2019, 02:10 Uhr

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