So wird deine Wäsche auch im Winter schnell trocken

Wäsche trocknen im Winter 1 min
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MDR JUMP Fr 05.02.2021 10:45Uhr 01:01 min

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Wer keinen elektrischen Wäschetrockner zu Hause hat, kennt das Problem: Im Herbst und Winter dauert es mitunter mehrere Tage, bis die nasse Wäsche in der Wohnung trocknet. Deshalb raten Experten, die Wäsche zum Trocknen auch mal nach draußen zu hängen, sobald es frostig kalt ist. Innerhalb der Wohnung gilt es einiges zu beachten, damit sich kein gesundheitsgefährdender Schimmel bildet.

Wäsche trocknen in der Wohnung

Am besten sind warme, beheizte Räume geeignet, da die meist trockene Luft die Feuchtigkeit der Wäsche gut aufnehmen kann. Ist die Raumluft mit Feuchtigkeit gesättigt, kondensiert die Feuchtigkeit an den kälteren Wänden oder am Fenster. Am ehesten erkennt man das an von innen angelaufenen Fensterscheiben. Schimmelbildung wird somit begünstigt und auch die Wäsche trocknet langsamer. Um Schimmel vorzubeugen und den Trocknungsvorgang zu beschleunigen, muss regelmäßig und ausreichend gelüftet werden. Dabei entweicht die feuchte Luft aus der Wohnung und trockenere strömt hinein. Achtung: Ein angekipptes Fenster reicht dabei nicht aus. Experten empfehlen mindestens 10 Minuten Stoßlüften, und das mehrmals am Tag. Noch besser soll so genanntes Querlüften sein: Dabei werden zwei gegenüberliegende Fenster geöffnet, so dass Durchzug entsteht, der den nötigen Luftaustausch beschleunigt. Wer glaubt, dass es im Winter bei Nebel, Regen oder Schnee zu feucht sei, um wirksam zu lüften, liegt falsch. Zwar ist die Luft im Freien feucht. Auf dem Weg durch die wärmeren Wohnräume trocknet sie jedoch und nimmt dann zusätzliche Feuchtigkeit mit nach draußen.

Ein doppeltes Risiko ist das Wäschetrocknen auf der Heizung. Die Luftfeuchtigkeit erhöht sich sehr schnell, die Luft wird beim Zirkulieren behindert. Beides fördert Schimmelbildung. Ist die Wäsche dann trocken, kann es zu einem Hitzestau kommen, das Kleidungsstück könnte sich entzünden. Darüber hinaus treibt das Wäschetrocken auf der Heizung die Heizungskosten in die Höhe.

Wäsche trocknen im Heizungskeller

Wäsche auf Wäscheständer
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Wer die Möglichkeit hat, Wäsche in einem Heizungskeller zu trocknen, sollte diese vor allem im Winter nutzen. Der Raum wird automatisch warm, die Luft ist trocken. Dadurch kann sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen, die Wäsche trocknet schnell. Zusätzlicher Nutzen: Der Wäscheständer stört nicht in der Wohnung. Aber auch hier gilt: Regelmäßig lüften!

Gut schleudern, großzügig verteilen

Wer den Trocknungsprozess seiner Wäsche beschleunigen will, sollte bereits vor dem Waschen handeln. Je stärker die Wäsche geschleudert wird, umso weniger Feuchtigkeit ist nach dem Waschen noch in den Kleidern. Daher sollte an der Maschine eine hohe Drehzahl ausgewählt werden, sofern die Kleidung das mitmacht. Beim Aufhängen der Wäsche hilft es, den Ständer nicht zu voll zu hängen. Wenn die einzelnen Stücke großzügig auf der Leine verteilt werden und zwischendrin genügend Platz gelassen wird, kann die Luft besser zirkulieren und die Feuchtigkeit wird schneller abtransportiert. Außerdem hilft es, die Wäsche mit Klammern aufzuhängen und sie nicht einfach mittig über der Leine zu fixieren. Auch wenn Sachen auf Bügeln aufgehängt werden, kann die feuchte Luft besser abtransportiert werden.

Der physikalische Kniff: Wäsche im Winter einfach gefriertrocknen

Wool sweater covered in snow whilst hanging on a clothes line
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Wenn die schmuddeligen Tage vorüber sind und sich Minusgrade einstellen, trocknet die Wäsche am besten an der frischen Luft. Auf den ersten Blick scheint es widersinnig, dass eine Wäschespinne voller steif gefrorener Kleidung noch vor dem nächsten Frühling wieder trockene Wäsche tragen wird. Genau das Gefrieren ist es jedoch, das die Trocknung beschleunigt. Verantwortlich dafür ist eine besondere physikalische Eigenschaft von Wasser: die Sublimation. Bei Temperaturen unter null Grad geht Eis unmittelbar in Wasserdampf über, ohne sich vorher zu verflüssigen. Wird nasse Wäsche demnach bei Minusgraden nach draußen gehängt, gefriert das Wasser zunächst und verdunstet dann. Die Kleidung ist quasi gefriergetrocknet. Möglich ist das jedoch nur bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen und trockener Luft. Ein bisschen Geduld erfordert die Sublimation allerdings, denn es dauert ein Weilchen, bis aus Eis Wasserdampf geworden ist. Wer die Wäsche vorzeitig noch gefroren abnimmt, wird enttäuscht sein: In der warmen Wohnung taut das Eis, die Wäsche bleibt nass.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 05. Februar 2021 | 10:45 Uhr

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