Für welche Tiere eine Versicherung sinnvoll ist

Hund und Katze kosten Geld. Nicht nur für Futter, Spielzeug und Klamotten. Besonders die Ausgaben für den Tierarzt können ordentlich weh tun im Portemonnaie. Das kann man aber absichern. Welche Versicherungsform dabei die günstigste ist, klären wir jetzt.

Eine kranke Katze wird untersucht 1 min
Bildrechte: imago images / McPHOTO

MDR JUMP Mi 20.01.2021 10:45Uhr 01:07 min

Audio herunterladen [MP3 | 1 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 2,1 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/podcasts/quicktipp/krankenversicherung-fuers-haustier-100.html

Rechte: MDR JUMP

Audio

Kosten, die abgedeckt werden müssen

Allein die jährlichen Routineuntersuchungen können bei Katzen bis zu 120 Euro und beim Hund auch mal bis zu 200 Euro kosten. Das lässt sich vielleicht noch stemmen. Wird es aber aufwendiger, wie zum Beispiel nach einem Unfall oder bei einer schweren Erkrankung, können die Kosten schnell in die Höhe gehen. Eine Versicherung ist dann angeraten, sollte aber sorgfältig ausgewählt werden.

Man kann zwischen zwei Versicherungsformen wählen:

Die Tierkrankenversicherung - sie springt für alle im Tarif vereinbarten Behandlungen und OP-Kosten ein. Vorteil: Auch Vor- und Nachsorge-untersuchungen sind versichert. Nachteil: Das ist teuer. Für eine Katze sind mindestens 150 Euro pro Jahr fällig. Für den Hund mindestens 350 Euro. Dabei kommt es hier besonders auf die Rasse an und ob es sich um einen reinrassigen Hund handelt oder einen Mischling.

Die OP-Kostenversicherung - sie zahlt nur für die im Tarif vereinbarten Operationen. Nachteil: Man muss genau prüfen, welche Teile einer Operation mitversichert sind. Und Eingriffe die nicht wirklich nötig sind, wie eine Sterilisation, werden oft nicht bezahlt.  Vorteil: Die Jahresgebühren sind deutlich günstiger. Beim Hund sind es rund 150 Euro, bei der Katze rund 100 Euro.

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

3.3.2021, 19:50 Uhr /
18:00 Uhr in der Mediathek

aus dem Tierheim Vielauer Wald

Was günstig ist und was teuer werden kann

Allgemein gilt, je jünger und gesünder dein Tier, desto preiswerter der Versicherungsschutz. Ältere und Tiere mit Vorerkrankungen werden von manchen Anbietern gar nicht oder nur mit erheblichen Aufschlägen versichert. Wichtig ist auch, ob zum Beispiel deine Katze ein reiner Stubentiger oder ein Freigänger ist. Bei Hunden spielt das keine Rolle, hier kommt es auf die Rasse und darauf an, ob du einen Mischling oder reinrassigen Hund hast. Beim Versicherungsabschluss müssen alle Angaben stimmen, ansonsten kann der Versicherer die Zahlung verweigern.

Der passende Tarif

Im letzten unabhängigen Vergleich bemängelte die Stiftung Warentest: "Die Verträge sind teuer und kompliziert. Unterschiedliche Leistungen und finanzielle Obergrenzen machen einen Vergleich schwierig. Einen günstigen Tarif für alle Fälle gibt es nicht." Um den für dich passenden Tarif zu finden, musst du also vergleichen und solltest  dich mit einem zuverlässigen Tierarzt besprechen. Er weiß in der Regel, bei welchen Versicherern es Probleme mit der Abrechnung gibt. Brauchst du eine unabhängige Beratung, hilft die Verbraucherzentrale weiter.

Versicherungsvertrag genau prüfen - Zeiten checken

Achte bei einer OP-Kostenversicherung darauf, dass wirklich alle Kosten versichert sind inklusive Voruntersuchung und Nachbehandlung. Ansonsten musst du unter Umständen Verfahren wie Röntgen oder MRT- Kontrolle aus eigener Tasche bezahlen.  Wichtig auch: Beide Seiten können den Versicherungsvertrag kündigen. Dabei musst du auf die Fristen des Versicherers achten. Unter Umständen wähnst du dich in Sicherheit und dein Vertrag ist gar nicht mehr gültig. Viele Versicherer zahlen auch erst nach drei Monaten Laufzeit Leistungen aus. Schnell mal eben eine Versicherung fürs kranke Tier abzuschließen ist da nicht drin. Bei Verkehrsunfällen machen jedoch viele eine Ausnahme und zahlen sofort.

Trotz Versicherung musst du noch zahlen

Hund auf dem Operationstisch
Bildrechte: imago images / allOver-MEV

Die erwähnte Gebührenordnung für Tierärzte lässt in der Abrechnung viel Spielraum. So können Ärzte je nach Aufwand und Schwierigkeit der Behandlung das Dreifache oder sogar Vierfache des üblichen Satzes berechnen. So kann eine Infusion statt 13 Euro schnell mal 50 Euro kosten, wenn der Arzt die Behandlung besonders aufwendig und kompliziert fand. Das gilt zum Beispiel auch für Notdienste oder Wochenendbehandlungen. Viele  Versicherungen zahlen aber nur das  Zwei- bis Dreifache des Gebührensatzes. Den Rest musst du selbst übernehmen. Und die Verbraucherzentrale warnt: "Üblich ist außerdem, dass nur 80 Prozent der erstattungsfähigen Kosten übernommen werden. Sie zahlen also meist eine Selbstbeteiligung von 20 Prozent." 

Warum du lieber Geld zu Seite legen solltest

"Der Krankenvollschutz ist deutlich teurer als ein OP-Tarif. Überlegen Sie, ob Sie nicht besser monatlich sparen", rät die Stiftung Warentest. Das gilt vor allem für sehr hohe Gebühren, wenn dein Tier schon älter ist. Das heißt im Fazit: Für alle unvorhergesehenen Ereignisse wie ein Unfall oder eine schwere Erkrankung kann eine OP-Versicherung sinnvoll sein. Für Routineuntersuchungen und -behandlungen kannst du das Geld auch regelmäßig zur Seite legen, statt es in einen teuren und unübersichtlichen Kranken-Vollschutz zu investieren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 20. Januar 2021 | 10:45 Uhr

Mehr Quicktipps