Wie gut sind Versandapotheken wirklich?

In Deutschland machen immer mehr Apotheken dicht. Ende 2019 waren rund 19.000 Filialen in ganz Deutschland registriert. Das entspricht ca. 23 Apotheken pro 100.000 Einwohner. Das liegt deutlich unter dem EU Durchschnitt. Ein Grund könnte der boomende Markt für Online- oder auch Versandapotheken sein. Doch sind sie wirklich eine gute Alternative?

Ein Löffel mit verschiedenfarbigen Medikamenten wird über eine Computertastatur gehalten.
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Apotheke gleich Versandapotheke?

Ein geöffnetes Paket mit verschiedenen Medikamenten steht auf einer Computertastatur.
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Von den 19.000 deutschen Apotheken haben rund 3000 eine Versandhandelserlaubnis. Mit dieser dürfen sie Ihre Produkte auch über das Internet vertreiben. Rechtliche Erleichterungen gehen damit nicht einher. Auch Versandapotheken müssen sich an die Apothekenbetriebsordnung halten. Sie regelt die Abgabe von Medikamenten, die Pflicht zur Beratung und Information der Kunden. Das heißt, auch über diesen Weg müssen fachlich geschulte Berater Auskunft geben können zu Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten, zu Nebenwirkungen und Risiken bei der Einnahme. Verschreibungspflichtige Medikamente kosten bei deutschen Versandapotheken das Gleiche, wie bei Vor-Ort-Apotheken. Nicht verschreibungspflichtige Medikamente können kostengünstiger sein.

Was sind die Unterschiede?

Hat eine Versandapotheke Ihren Sitz im EU-Ausland, dann kann sie ihren deutschen Kunden Rabatte auf verordnete Medikamente gewähren. Deutsche Anbieter dürfen das nicht. Deshalb locken vor allem holländische Anbieter, wie etwa DocMorris oder Europa Apotheek mit bis zu 30 Euro Bonus bei einer Bestellung mit Rezept. Das erspart dem Kunden unter Umständen die Zuzahlung. Online Apotheken bieten in der Regel auch eine weitaus größere Auswahl als die örtliche Apotheke. Hier hat man die Möglichkeit, auch auf Medikamente zurückzugreifen, die in der Regel sehr schnell vergriffen sind. Somit entfallen in jedem Fall längere Wartezeiten.

Worauf sollte man bei Versandapotheken achten?

Eine gute Versandapotheke erkennt man an der Versandhandelserlaubnis auf der Webseite. Das ist ein EU Siegel, ein weißes Kreuz auf grünem Untergrund. Im Internet kauft man bei fast allen Versandapotheken günstiger ein als in der Apotheke vor Ort. Aber neben dem Preisvorteil spielen auch Service, Beratung und Qualität eine wichtige Rolle. Es lohnt sich also die verschiedenen Online-Apotheken miteinander zu vergleichen und folgende Kriterien zu beachten

  • Ab welchen Bestellwert liefert der Anbieter kostenlos?
  • Wann bzw. wie schnell bekomme ich meine Medikamente?
  • Gibt es einen Expressversand oder kann ich mir einen individuellen Liefertermin aussuchen?
  • Wie erfolgt die Beratung?

Wie erfolgt die Beratung bei einer Versandapotheke?

Tabletten und Packungsbeilage
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Die Beratung erfolgt in der Regel telefonisch, aber auch per Mail oder Videoberatung. Einige Anbieter ermöglichen auch einen Live-Chat. Neben Fragen zur bestehenden Medikation kann man auch andere Themen besprechen, wie Nahrungsergänzungsmittel, Diäten, Medizinprodukte oder Diabetikerbedarf. Die meisten Versandapotheken bieten auch noch einen Nebenwirkungs- oder gar Wechselwirkungscheck.

Wie bestellt man bei einer Onlineapotheke richtig?

Das wichtigste ist, sich nicht von den vielen vermeintlichen Schnäppchenangeboten zum Kaufen oder Horten von Medikamenten verleiten lassen, nur weil sie jetzt gerade günstig zu haben sind. Bestellen sollte man nur was man unbedingt gerade wirklich braucht. Rezepte müssen als Original per Post eingeschickt werden. Es kann auch nicht Schaden vorab die Servicenummer anzurufen um sich über das Medikament zu erkundigen, die richtige Dosierung zu klären oder mögliche Nebenwirkungen zu erfragen. Dabei ist es wichtig alle Medikamente zu erwähnen die man gerade einnimmt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 22. Juni 2020 | 10:45 Uhr

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