Software-Updates für Smartphones: Darum solltest du schnell handeln!

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MDR JUMP Do 26.09.2019 02:10Uhr 01:03 min

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Schöner, schneller, sicherer

Mit Updates machen die Handyhersteller und App-Anbieter ihre Programme vereinfacht gesagt nachträglich etwas besser.

Damit werden einmal Sicherheitslücken geschlossen, die aufgefallen sind und die das Smartphone anfällig für Angriffe durch Schadprogramme machen. Etwa um Passwörter oder private Daten zu klauen.

Sébastien Bonset vom Technikmagazin t3n

Zum anderen können mit Updates Fehler in Apps oder Betriebssystemen ausgemerzt werden, die Nutzer stören oder den Akku des Geräts zu schnell leeren. Manche Updates schalten auch Funktionen des Gerätes frei, die vom Hersteller schon vorgesehen, aber beim Verkaufsstart des Smartphones noch nicht richtig ausgereift waren. Nachträglich verbessert werden kann einmal das Betriebssystem des Smartphones. Das wird meist als "System-Update" oder "Software-Update" bezeichnet. Verbesserungen für Apps auf dem Smartphone laufen meist unter dem Stichwort "Aktualisierung". Außerdem wird noch zwischen kleinen ("Update") und großen Verbesserungen ("Upgrade") unterschieden.

So ein Upgrade wäre bei Android der Wechsel von Android 7 Nougat zu Android 8 Oreo.

Sébastien Bonset

Ist mein Smartphone auf dem aktuellen Stand?

Sicherheitsexperten betonen es immer wieder: Nur wer sein Smartphone auf dem aktuellen Stand hält, ist bestmöglich gegen Angriffe von Kriminellen geschützt.

Veraltete Betriebssysteme gelten wirklich als die allergrößte Sicherheitslücke bei Smartphones. Daher sollte man Updates dafür auch immer gleich dann installieren, wenn diese verfügbar sind.

Sébastien Bonset

Bei Android-Smartphones müssen Besitzer in der Regel mithelfen. Sie bekommen auf dem Handy einen Hinweis angezeigt, dass ein Update für das Handy verfügbar ist. Sicherheitshalber kann man in den Einstellungen unter "Telefoninfo" oder "Geräte-Info" nachschauen. Dort wird unter dem Punkt "Updates" oder auch "Update-Center" oder "Systemaktualisierungen" angezeigt, welche Android-Version auf dem Gerät installiert ist und ob möglicherweise ein Update verfügbar ist. Eine Übersicht über die jeweils aktuellen Android-Versionen gibt es im Netz beispielsweise bei CHIP Online. Die Nutzer von iPhones haben es da etwas komfortabler: Ab iOS 12 können sie das Betriebssystem ihres Smartphone automatisch aktualisieren lassen. Dafür muss unter "Einstellungen" -> "Allgemein" -> "Softwareupdate" der Haken bei "Automatische Updates" gesetzt sein.

Bei Upgrades können Nutzer etwas warten

Bei den richtig großen Verbesserungspaketen fürs Smartphone ist es aus Sicht von Sébastien Bonset manchmal sinnvoll, ein paar Tage abzuwarten.

Diese großen neuen Versionen von Android oder iOS sind oft doch ein bisschen mit der heißen Nadel gestrickt und können dann noch kleine Fehler aufweisen.

Sébastien Bonset

Diese Fehler müssen dann auch wieder mit (kleineren) Updates ausgebügelt werden. Wer sich das ersparen will, wartet einfach ein paar Tage. Dann haben die Anbieter der  Software meist genug Feedback von den Handynutzern bekommen, um alle Fehler zu korrigieren. Die großen Upgrades werden meist schon Wochen vorab angekündigt und dafür kann man die automatischen Updates am Handy auch kurz ausschalten.

Da ist man auch sicher, wenn man die alte Version vom Betriebssystem weiter nutzt, die wird weiter mit kleinen Verbesserungen versorgt und Sicherheitslücken werden gestopft.

Sébastien Bonset

Sind die Apps auf meinem Smartphone auf dem aktuellen Stand?

Auch die Programme auf dem Handy selbst wie Navigations-Apps, Chat-Dienste, Spiele oder Wettervorhersagen können Fehler aufweisen, die im schlimmsten Fall Hacker ausnutzen.

Auch da würde ich immer drauf achten, dass die Apps möglichst aktuell sind.

Sébastien Bonset

Das geht recht komfortabel über die App-Stores von Google und Apple. Android-Nutzer können unter "Einstellungen" im Google Play Store automatische Updates für einzelne oder gleiche alle Apps erlauben. IPhone-Nutzer können das im App Store von Apple unter "Einstellungen" ebenfalls einstellen.

Allerdings hat die automatische Aktualisierung von Apps einen Haken, warnt Sébastien Bonset:

Es kann durchaus passieren, dass eine App bei einer Aktualisierung neue Zugriffsrechte bekommt. Da sollte man als Nutzer besser jedes Mal selbst entscheiden, ob die Zugriffsrechte auch sinnvoll sind.

Sébastien Bonset
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Wenn etwa eine Taschenrechner-App Ortungsdaten der Nutzer sammeln will, passt das eher nicht. Das können Nutzer aber nur verhindern, wenn sie jede App unter Einstellungen von Hand aktualisieren. Bei dutzenden Apps auf dem Smartphone ist das sehr zeitaufwändig.

Wie zuverlässig ist der Handyhersteller bei Updates?

Die Hersteller von Smartphones versorgen ihre Geräte unterschiedlich schnell und zuverlässig mit Updates. Das zeigt ein umfassender Test von Stiftung Warentest mit mehr als hundert Handys über zwei Jahre hinweg. Danach sind Apple und Google vorbildlich. Bei Apple stammen iPhones und die zugehörige Software iOS aus einer Hand, entsprechend gut klappt es mit Updates.

Die iPhones erhalten fünf Jahre lang Updates.

Sébastien Bonset

Google liefert Verbesserungen für sein Android-Betriebssystem zunächst an die eigenen Smartphones (die "Pixel"-Reihe). Für die garantiert der Hersteller drei Jahre lang Updates. Viele Hersteller von Android-Smartphones müssen von Google gelieferte Updates auf ihre Betriebssystem-Version anpassen. Das klappt mal schneller und mal langsamer und hängt oft auch davon ab, ob die Hersteller ein vergleichsweise unverändertes Android einsetzen oder ein Betriebssystem mit vielen Veränderungen. Laut Stiftung Warentest kümmern sich manche Hersteller wie Samsung nur um ihre teuren Topmodelle gut. Günstige Geräte erhielten deutlich weniger Updates.

Welches Smartphone soll es sein?

Bei den Updates gibt es extreme Unterschiede zwischen den Herstellern, und ich würde das als Kunde auch in meine Kaufentscheidung einbeziehen.

Sébastien Bonset

Erhalte ein Smartphone nur selten sicherheitsrelevante Updates und irgendwann gar nicht mehr, seien eben die privaten Daten des Nutzers auch nicht mehr ausreichend geschützt. Diese Probleme könnten auf Besitzer eines Huawei-Smartphones zukommen. Wegen eines Handelsstreits hat Google angekündigt, nicht mehr mit dem Handyhersteller aus China zusammenzuarbeiten.

Aktuell sieht es so aus, dass schon verkaufte Geräte ihre Google-Lizenz behalten und Updates für Android noch mindestens bis zum 16. November regelmäßig kommen.

Sébastien Bonset
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Wie es danach weitergehe, sei derzeit noch offen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 25. September 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2019, 02:10 Uhr