Unkraut im Garten: Die besten Tipps gegen lästige Wildkräuter

12.06.2019 | 02:10 Uhr

Wildkräuter Löwenzahn Junge Löwenzahnblätter auf einer Hand 1 min
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MDR JUMP Mi 12.06.2019 02:10Uhr 01:08 min

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Unkraut gleich Wildkraut

Der Begriff Unkraut wird von den meisten Gärtnern und Gartenexperten nicht mehr benutzt, ganz einfach deshalb, weil es eine Ansichtssache ist, ob eine Pflanze nützt oder schadet.

C-Falter auf Brennnessel
Brennesseln und andere Wildkräuter sind wichtig für die Artenvielfalt. Bildrechte: imago images / imagebroker

Brennnesseln auf dem Gemüsebeet stören sicherlich. In einer Gartenecke bieten sie aber Unterschlupf für verschiedene Insekten. Zudem lässt sich Tee oder auch Salat daraus zubereiten. Schöllkraut im Rasen kann nerven. Gegen Warzen ist es aber ein wirksames Naturheilmittel. Alle Pflanzen haben ihren Sinn und in Bezug auf die Biodiversität – also die Vielfalt von Pflanzen und Tieren im Garten – ihre Daseinsberechtigung.

Warum ist das Wildkraut überlegen?

Wenn nichts wächst, wächst Wildkraut, stöhnen viele Gärtner. Der Grund ist ganz einfach: Wildkräuter suchen sich den für sie idealen Standort. Kommen sie also in deinem Garten an bestimmten Stellen vor, dann, weil sie sich dort wohl fühlen. Wildkräuter kommen ohne unser Zutun aus, sie müssen nicht gedüngt oder gegossen werden. Sie kämpfen schließlich immer ums Überleben und sind dadurch abgehärtet. Unsere Kulturpflanzen werden hingegen regelrecht verwöhnt: mit Dünger, Licht und Flüssigkeit. Wir sorgen auf dem Beet für die richtigen Pflanzabstände, damit genügend Platz ist. Kommen nun Wildkräuter zufällig mit in den Genuss unser gärtnerischen Pflege, ist das für sie wie ein Turbo und sie sind in Sachen Wachstum unseren Gemüse- und Blumenpflanzen haushoch überlegen. 

Darum solltest du schnell handeln

Weiße Blüten des Giersch
blühender Giersch Bildrechte: imago images / Gottfried Czepluch

Viele Wildkräuter zeigen sich im Gartenjahr schon sehr früh. Der Evolutionsdruck macht es nötig. Giersch, Brennnessel und Schöllkraut können schon im April/Mai blühen und Samen bilden. Haben die Pflanzen einmal Samen angesetzt, sorgen Wind, Vögel und Insekten dafür, dass sie verbreitet werden. Willst du dies verhindern, musst du also frühzeitig aktiv werden. Auch deshalb, weil sich die Wurzelgeflechte bei einigen Arten schnell ausbreiten. Diese winden sich auch gerne mal um die Wurzeln von frisch gepflanzten Obststräuchern und Bäumen. Manche Wildkräuter tragen außerdem zur Verbreitung von Schädlingen und Krankheiten an Obst- und Gemüsepflanzen und auch Blumen bei.

Die besten Wege zur Wildkrautbeseitigung

Rindenmulch liegt um Pflanzen in einem Beet
Mulch sorgt außerdem dafür, dass der Boden nicht so schnell austrocknet. Bildrechte: Daniela Dufft

Mulchen
Dabei bedeckst du den Boden zwischen den Kulturpflanzen mit Mulch, so dass dort keine Wildkräuter mehr wachsen können. Zum Mulchen eignen sich unverrottete organische Materialien wie kleingehacktes Holz, Laub oder Mist und Stroh. Wenn du eine Rasenfläche hast, kannst du den Grasschnitt zum Mulchen verwenden. Gerade im Frühjahr setzt das verrottende Gras dabei noch reichlich Wärme frei. Das treibt das Wachstum deiner Kulturpflanzen an. Im Bau- und Gartenmarkt findest du meist fertige Säcke zum Mulchen und auch spezielle Folien. Wichtig beim Mulchen: Lockere den Boden vorm Abdecken nochmal kräftig auf, so entstehen keine Staunässe und eventuell Schimmel.

Jäten und Hacken
Beides geht am besten bei feuchtem Boden, also nach einem Regenschauer. Alternativ kannst du auch kurz vorher gießen. Beim Jäten ziehst du die Pflanze möglichst komplett aus dem Boden, die Wurzel wird also mit entfernt. Eine kleine Handhacke lockert dabei den Boden auf. Anstrengend bleibt es trotzdem, ist aber die nachhaltigste Form der Wildkrautbekämpfung. Als Geräte eignen sich Grabegabeln, Jäteschlaufen und sogenannte Sauzähne. Wichtig: Der Spaten ist kein ideales Mittel zur Unkrautbekämpfung. Mit ihm durchtrennst du viele Wurzeln. Bei den meisten Wildkräutern sorgst du damit für Vermehrung, denn diese können schon aus kleinsten Wurzelteilen neue Pflanzen bilden. Besser ist es, die ganze Wurzel aus dem Boden zu bekommen.

Beim Hacken entfernst du in der Regel nur den oberen Teil der Pflanze. Deshalb musst du das auch regelmäßig wiederholen. Aber: Auch hartnäckige Wildkräuter wie Quecke oder Schachtelhalm werden durch regelmäßiges Hacken irgendwann so geschwächt, dass sie schließlich verschwinden. Ideale Geräte sind hierfür die Feldhaue und die Hacke. Am besten funktioniert dabei die Pendelhacke, mit der du in beide Richtungen arbeiten kannst.

Pflanzen an einem Gehweg werden 2010 abgebrannt.
Der Einsatz eines Brenners ist vor allem bei Fugen sinnvoll. Bildrechte: imago images / Dean Pictures

Flammenjäten und heißes Wasser
Der Einsatz von Gasbrenner oder auch kochendem Wasser bietet sich vor allem auf Wegen und gepflasterten Flächen wie Terrassen an. Das erspart dir das mühevolle Fugenkratzen und ist zum Belag vergleichsweise schonend. Beim Flämmen und dem Einsatz von kochendem Wasser werden die Pflanzenzellen zum Platzen gebracht. Die Wurzeln sterben dabei nicht ab, deshalb musst du den Vorgang zirka zweimal im Jahr wiederholen. Vorsicht: Komm mit den Flammen nicht in die Nähe von brennbaren Stoffen und achte vor allen Dingen auf deine eigenen Füße.   

Vorsicht bei chemischen Mitteln!
Chemische Unkrautvernichter sind im Garten erlaubt, aber sehr umstritten. Fakt ist: Im Handel bekommst du meist nur sogenannten Totalherbizide, die alles organische Leben für eine bestimmte Zeit vernichten. Das unterscheidet sich von denen, die auf landwirtschaftlich genutzten Feldern eingesetzte werden: Bauern nutzen Herbizide, die ganz gezielt Pflanzen bekämpfen und bestimmte Pflanzen wachsen lassen. Im Garten lässt sich so nicht differenzieren. Deswegen lassen sich Herbizide wie Glyphosat, Pelargonsäure oder auch Eisendünger, mit dem man Moos im Rasen bekämpft, auch schlecht auf nur eine Pflanze oder Stelle begrenzen. Außerdem kann man nur schwer verhindern, dass Abbauprodukte in den Gartenkreislauf aus Pflanzen, Pflanzenabfall oder Kompost gelangen. Zudem haben viele Wildkräuter, wie zum Beispiel die Winde, ein derartig großes und verzweigtes Wurzelgeflecht, dass ein punktueller Herbizideinsatz nichts ausrichtet. In solchen Fällen müsste großflächig vorgegangen werden, und das trifft dann eben auch viele andere Pflanzen und Mikroorganismen.

Achtung: Auf versiegelten Flächen wie Wegen und Terrassen ist der Einsatz von Herbiziden streng verboten, da sie von hier mit dem Regenwasser ins Abwasser gespült werden könnten. Wirst du dabei erwischt, kann es richtig teuer werden: Bis zu 50.000 Euro Strafe sind möglich.

Wildkraut auf dem Komposthaufen

Mann mit Schaufel und Komposthaufen
Solange es keine Samen trägt, kann Wildkraut bedenkenlos kompostiert werden. Bildrechte: colourbox.com

Du kannst Wildkräuter auf dem Komposthaufen verrotten lassen. Am besten aber nur solche, die noch keine Samen gebildet haben. Denn diese warten nur darauf, im nächsten Jahr mit dem Kompost auf deinen Beeten verteilt zu werden. Im Idealfall packst du auf eine Wildkrautschicht frisch gemähten Rasenschnitt. Der entwickelt beim Verrotten in den ersten Stunden extrem hohe Temperaturen. Das sollte die Samen unschädlich machen. Neben dem Komposthaufen bieten sich auch die Biotonne oder ein Wertstoffhof mit Kompostieranlage zur Entsorgung von Wildkräutern an.

Trick 17: So lockst du Wildkräuter hervor

Willst du auf einem frischen Beet säen und pflanzen, bedeckst du es am besten zunächst 14 Tage mit Folie oder Glas. Die Samen der Wildkräuter treiben aus und die jungen Wildkräuter können leicht gejätet werden. Das Beet kann nun mit den Kulturpflanzen bestellt werden.

Preiswerter Dünger aus Unkraut

Dazu gibst du einfach die Wildkräuter in einen Eimer oder ein Fass, begießt es mit Wasser und lässt es gut drei Wochen gären. Rühre ab und zu um. Die stinkende Brühe verdünnst du dann 1:10 mit Wasser und hast einen prima Flüssigdünger und ein Mittel gegen Blattläuse.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 12. Juni 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2019, 02:10 Uhr

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