Treuepunkte im Supermarkt: Lohnt sich das Punktesammeln?

Mutter mit Kind an der Kasse im Supermarkt 1 min
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MDR JUMP Fr 22.05.2020 02:10Uhr 01:13 min

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In vielen Supermärkten, Möbelhäusern, Baumärkten wird am Ende des Einkaufs oft an der Kasse gefragt: „Sammeln Sie Punkte?“ oder „Haben Sie eine Kundenkarte?“ Millionen Deutsche sammeln Treuepunkte, um sie später gegen Prämien oder Bargeld einzulösen. Einige Experten sagen, dass sich das Sammeln nicht wirklich lohnt, stattdessen gibt man freiwillig Daten heraus und lässt Daten über sich sammeln.

Das Grundprinzip

Viele Händler bieten das Punktesammeln an. Für eine bestimmte Summe, die der Kunde ausgibt, bekommt er Treuepunkte gutgeschrieben. Wer genug Punkte gesammelt hat, erhält beispielsweise ein Markenprodukt zu einem günstigeren Preis oder auch einen Rabatt auf seinen Einkauf oder er lässt sich die Prämie bar auszahlen. Viele Unternehmen stellen für das Punktesammeln Kundenkarten aus. Etabliert haben sich zwei Systeme: es gibt einfache Kundenkarten, die von einem einzigen Unternehmen an den Kunden ausgegeben werden. Man kann dann nur bei Einkäufen in diesen Läden Punkte sammeln. Oder man hat eine Kundenkarte, mit der man gleich in mehreren unterschiedlichen Läden Treuepunkte erhält. Inzwischen kommen oft auch statt der Kundenkarten entsprechende Apps zum Einsatz, die man an der Kasse vorzeigt.

Geduld ist gefragt

Ein Edelstahl-Topfset
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Teils muss sehr lange gesammelt werden, bis man eine gute Prämie erhält. Für Markenprodukte manchmal jahrelang - je nachdem, wie viele Punkte pro Einkauf gutgeschrieben werden und wie viel man bei dem jeweiligen Händler ausgibt. Aufpassen muss man darauf, dass die angesammelten Punkte in der Regel nur innerhalb einer bestimmten Frist eingelöst werden können, ansonsten verfallen sie. Verbraucherschützer sagen, dass die Prämien in keinem Verhältnis zu den gesammelten Daten stehen, die der Kunde von sich preisgibt. Bei einigen Punktesystemen ist es inzwischen recht aufwendig, dahinter zu steigen, wann man wofür wie viele Punkte erhält. Die Hersteller gestalten das Sammeln mitunter sehr verwirrend und kompliziert.

Prämien zum Teil überteuert

Ob die Preise und die Qualität der Produkte gut sind, ist schwer zu beurteilen. Es gibt Anzeichen, dass einige Produkte extra für die Treue-Aktionen hergestellt werden. Sind die Produkte eindeutig zu identifizieren, sind sie preislich zum Teil deutlich teurer. Das hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen herausgefunden. Die Tester fanden ohne Mühe jeweils 50 solcher überteuerter Artikel. Deshalb der Tipp: vor dem Einlösen der Punkte sollte man die Prämie durch mindestens eine Preissuchmaschine laufen lassen.

Gründe für die Treueaktionen: Kundenbindung und Daten sammeln

Die beiden Hauptgründe, warum die Händler Treuepunkte anbieten, ist zum einen der Wunsch, Kunden an das Unternehmen zu binden und zum anderen, soviel wie möglich über das Kaufverhalten der Kunden zu erfahren. Aus den persönlichen Daten, die man bei Beantragung der Kundenkarte angegeben hat, können zusammen mit den Umsatzdaten Nutzungs- oder sogar Kundenprofile erstellt werden, warnt die Verbraucherzentrale. Name, Adresse und Geburtsjahr dürfen auch ohne Einverständnis zu Werbezwecken weitergegeben werden, sollte der Kunde dem nicht widersprechen. Die Weitergabe der Telefonnummer und E-Mail-Adresse zu Werbezwecken bedarf allerdings der besonderen Einwilligung des Kunden. Oft werden auch Familienstand, Haushaltsgröße, Einkommen, Beruf oder Hobbys abgefragt. Auch diese Angaben sind kein Muss. Der Händler muss über die Nutzung der Daten aufklären und braucht eine separate Einverständniserklärung.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 22. Mai 2020 | 10:45 Uhr

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