Tierische Urlaubsmitbringsel - eine gute Idee?

Mitunter können schon ein paar Sandkörner für Streit an der Grenze sorgen, oder ein Stück Schlangenhaut. Manche Länder nehmen es zum Glück sehr genau mit dem Artenschutz. Wir sagen dir, was du lieber im Urlaubsland lässt.

Warum eigentlich nicht?

Man will ja nur mal das kleine Stück Koralle aus dem Traumurlaub als Erinnerung mitnehmen. Kann ja nicht so schlimm sein, wenn doch am Strand zigtausende davon rumliegen. Das ist in etwa die Haltung vieler Urlauber, die es gar nicht böse meinen und trotzdem so richtig falsch handeln. Schließlich haben Millionen andere Urlauber ähnliche Gedanken und die Masse schädigt dann schließlich sensible Ökosysteme im Urlaubsland. Bei Pflanzen ist es ähnlich. Etliche hier nicht heimische Arten können außerdem auch das Ökosystem zu Hause nachhaltig schädigen. Essen aus dem Urlaubsland kann Keime und Krankheiten enthalten, dass bei uns zu Seuchen führt. Deshalb sollte es eine Grundregel sein, Pflanzen, Tiere und tierische Lebensmittel nicht mit aus dem Urlaub nach Hause zu nehmen. Und wenn dann nur, was ausdrücklich erlaubt ist.

Was du auf keinen Fall mitbringen solltest

Man kann ja bei einigen vermeintlich harmlosen Souvenirs wirklich unsicher sein. Es gibt aber nach Aussage von Zollbeamtin Heike Wilsdorf auch Dinge, die jeder kennen sollte: „Ganz klare No-Go´s sind Elfenbein, alles was aus Nashorn, Katzen, Affen und Raubvögeln gemacht wird. Leder, Felle und ähnliche Dinge sollten Sie ebenfalls nicht mitbringen.“ Deutschland ist im Washingtoner Artenschutzabkommen. Laut unserer Expertin vom Hauptzollamt Dresden eine ganz klare Agenda: „Da sind über 5800 Tierarten und 30.000 Pflanzenarten streng geschützt. Da wird der Spielraum für tierische Mitbringsel schon sehr klein. Deshalb nehmen Sie besser nichts in der Richtung mit.“

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

Nächste Sendung im MDR Fernsehen

08.12.2021, 19:50 Uhr /
18:00 Uhr in der Mediathek

aus dem Tierheim Freital

Manchmal ist es gar nicht so einfach

Selbst mit Hintergrundwissen ist es oft schwer zu entscheiden, was als Mitbringsel erlaubt ist, und was nicht. „Es gibt zum Beispiel viele Muschelarten die nicht geschützt sind, viele Schneckenarten hingegen sind streng geschützt. Aber viele sind sich so ähnlich, dass Sie schon Biologe sein müssen, um das genau zu unterscheiden“, so unsere Expertin.

Wo du dich am besten informierst

Das Bundesamt für Naturschutz ist die zuständige Behörde, der Zoll sozusagen das überwachende und ausführende Organ, wenn es um Artenschutz bei Urlaubsmitbringseln geht. Auf der gemeinsamen Seite Artenschutz im Urlaub kannst du dich ausführlich informieren. Aus welchem Land, darfst du welches Tier und welches Produkt vom Tier mitbringen? Sehr übersichtlich und hilfreich für die Urlaubsvorbereitung. „Es gibt ja auch Sammler von Trophäen wie Bärenkrallen oder einem Elchgeweih. Auch hier ist wichtig vorher beim Bundesamt für Naturschutz nachzufragen, ob Sie das einführen dürfen“, so unsere Expertin Heike Wilsdorf. Wenn du vor Ort im Urlaub bist, kannst du die App von Zoll und Bundesamt nutzen.

Wenn du am Flughafen Zweifel hast

Es gilt immer, was du mit nach Deutschland reinnehmen darfst. Heißt: Egal, was dir auf irgendeinem Basar versprochen oder an vermeintlich echtem Zertifikat mitgegeben wird, wenn es hier nicht erlaubt ist, bekommst du es nicht ins Land. Im Zweifel empfiehlt unsere Expertin vom Zoll bei der Einreise „Wenn Sie sich nicht sicher sind, ist zum Beispiel auf dem Flughafen auf jeden Fall der Weg in den roten Zoll-Bereich der richtige. Dort erklären Sie den Kollegen, was Sie mitgebracht haben. Und auch wenn es sich dabei um eine geschützte und damit verbotene Art handeln sollte, ist das längst nicht so schwerwiegend, als würden sie heimlich still und leise durch den grünen Bereich gehen und dann erwischt werden.“ Beschlagnahmt würden die Mitbringsel dann aber auch und auch Strafen sind möglich, die aber im Einzelfall geringer ausfallen dürften.

Der Zoll scheint weit weg – ist er aber nicht

Europas Grenzen sind im Wesentlichen offen, da scheint es kein Problem zu sein, mal eben über die Landesgrenze mit dem schon erwähnten Elchgeweih aus Schweden nach Hause zu fahren. Unsere Expertin warnt vor zu viel Optimismus: „Wir kontrollieren gemeinsam mit der Bundespolizei und der Landespolizei bis weit ins Landesinnere gerade auch bei Welpen, die unrechtmäßig aus Polen oder Tschechien eingeführt werden sollen, sehr streng.“

Wenn du auf den Hund gekommen bist

Gerade in der Corona Pandemie wurden Hunde und Katzen aus den östlichen Nachbarländern über die Grenze geschleust. Das ist verboten aber: „Natürlich können Sie auch aus unseren Nachbarländern einen Hund mitbringen. Dafür müssen dort aber alle behördlichen Genehmigungen und alle notwendigen Bescheinigungen vom Tierarzt eingeholt werden. Deshalb informieren Sie sich am sichersten im Vorfeld bei Ihrem zuständigen Veterinäramt, was sie bei der Einfuhr beachten müssen“, rät Heike Wilsdorf vom Zoll.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 18. August 2021 | 11:45 Uhr

Mehr Quicktipps