Welcher Tee ist gesund und wie bereite ich ihn richtig zu?

Rund 1.500 Sorten gibt es allein nur vom Grünen Tee. Insgesamt sollen es mehr als 3.000 Teesorten insgesamt sein. Wir erklären, warum man nicht jeden davon in eine Kanne gießen kann, und welche davon besonders gesund sind.

Das ist eigentlich Tee

Die echte Teepflanze kommt in den Formen Camellia Sinensis aus China und Camellia assamica aus Indien vor. Eigentlich dürften nur die Produkte aus diesen Blättern Tee genannt werden und das sind schon etliche Sorten. „Schwarzer, weißer oder auch der grüne Tee und einige mehr, stammen alle von einer Pflanze. Sie bekommen durch die Weiterverarbeitung ihre speziellen Farbe  und Eigenschaften“, erklärt Teeexpertin Ulrike Hämmerling vom Teeladen Leipzig.

Was ansonsten als Tee bezeichnet wird, sind eigentlich Aufgüsse von Kräutern, Blüten oder Früchten. Der Einfachheit halber bleiben wir beim Begriff Tee für alle Varianten.

Das ist an Tee so gesund - Teepflanze

Teefeld
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Mal abgesehen von der beruhigenden Wirkung á la Abwarten und Teetrinken, stecken zum Beispiel im Grünen und Schwarzen Tee Stoffe wie Catechin und Polyphenole. Sie wirken positiv bei Herz-Kreislaufproblemen, hohen Cholesterinwerten, Osteoporose und bei nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit. Polyphenole sollen sogar die sogenannten Telomere, vereinfacht die innere Uhr unserer Zellen, so beeinflussen können, dass wir langsamer altern. Wichtig: Beim Abnehmen hilft Tee alleine nicht.

Das ist an Tee so gesund – Kräuter und Früchte

Gegen jedes Leiden soll ja angeblich ein (Tee)Kraut gewachsen sein und mit heißem, manchmal sogar mit kaltem Wasser bekommt man die wertvollen Inhaltstoffe aus Blättern, Blüten, Wurzeln, Früchten und Samen gelöst. So helfen Tees aus Kümmel und Fenchel gegen Bauchschmerzen, Salbei hilft dem entzündeten Hals, Baldrian beruhigt. Besonders Kräutertees sind in ihrer Wirkung mitunter sehr potent, also kräftig. Deshalb rät unsere Teeexpertin: „Wenn Sie Tee medizinisch verwenden wollen, lassen Sie sich unbedingt in der Apotheke oder von Ihrem Arzt beraten.“ Dabei scheint ein einfacher Erkältungstee aus dem Discounterregal erstmal unproblematisch. Aber auch da sollte man die Dosierungsanleitung und Zubereitungshinweise genau beachten.

Auf die Menge kommt es an

Wichtig ist, dass im Tee die richtige Wirkstoffkonzentration enthalten ist. „Sie können das bei Tees aus dem Laden oftmals nicht mit den entsprechenden Tabletten oder Säften vergleichen. Eine Tasse Salbeitee wirkt also anders als ein entsprechender Hustensaft“, so Ulrike Hämmerling. Damit du also nicht zu wenig oder zu viel des Guten zu dir nimmst, informier dich genau zu den enthaltenen Wirkstoffen.

Spielt das Wasser eine Rolle?

Lebst du in einer Region mit einem hohen Wasserhärtegrad, musst du nicht sofort zum Wasserfilter greifen. Für die normale Tasse Kräuter- oder Früchtetee spielt das Wasser nicht die entscheidende Rolle. „Wollen Sie aber einen guten Grünen Tee, einen Darjeeling oder einen japanischen Tee aufgießen, dann kann kalkhaltiges Wasser den feinen Geschmack schon sehr beeinflussen“, schränkt unsere Expertin ein.

So gießt du Tee richtig auf

Früchte- und Kräutertees aus dem Beutel vertragen kochendes Wasser. Dabei solltest du immer auf die richtig Ziehzeit deiner Sorte achten. Ulrike Hämmerling rät: „Ganz allgemein kann man sagen, dass ein Tee, je länger er zieht, immer mehr Bitterstoffe freisetzt und das kann Geschmack und Wirkung stark beeinflussen.“ Interessant: Je länger schwarzer Tee zieht, desto weniger Koffein setzt er frei. Während auch Schwarzer Tee mit kochendem Wasser aufgegossen werden kann, verträgt Grüner Tee nur 70 °C bis 90°C. Wichtig: Das Wasser erst aufkochen, und dann auf die richtige Temperatur abkühlen lassen. Die Teekanne sollte möglichst nicht aus Metall sein und so groß, dass Beutel oder Blätter darin gut vom Wasser umspült werden.

Tatsächlich ein zweiter und dritter Aufguss?

Eine gläserne Teekanne ist gefüllt mit rotem Tee. Neben dieser steht ein Teetasse aus Glas, welche ebenfalls mit Tee gefüllt ist.
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Für den klassischen Teebeutelverwender eine seltsame Vorstellung: Den Beutel nach der ersten getrunkenen Tasse nochmal aufzugießen. Dabei ist das bei Teekennern und hochwertigen Sorten völlig normal. „Manche Tees entfalten erst beim zweiten oder dritten Aufguss ein mildes, feines Aroma“, weiß unsere Expertin. Kein Problem also, wenn du deine Tasse mit grünem Tee nochmal mit heißem Wasser nachfüllst. Länger als einen Tag solltest du eine Aufgussmischung allerdings nicht stehen lassen. „Dann vermehren sich Keime so stark, dass es unhygienisch wird und es auch nicht mehr wirklich ein Genuss ist“, so Ulrike Hämmerling.

Tee selber pflücken

Das ist bei Kamille, Salbei und Pfefferminze vermeintlich unproblematisch. Man kennt die Kräuter in der Regel und kann wenig falsch machen. Aber: Über alle Kräuter und Pflanzen solltest du dich unbedingt richtig informieren. Manche haben giftige Doppelgänger, bei anderen sind nur einzelne Pflanzenteile giftig.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 25. Januar 2022 | 11:45 Uhr

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