Technik mieten: So geht es

Extrem dünner Flachbildschirm auf einer Elektronikmesse in den USA 1 min
Extrem dünner Flachbildschirm auf einer Elektronikmesse in den USA Bildrechte: IMAGO / UPI Photo

MDR JUMP Do 25.03.2021 10:45Uhr 01:14 min

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Nachhaltigkeit ist heutzutage ein Thema, das uns mittlerweile in jedem Lebensbereich begegnet. Technik und vor allem Elektrogeräte sind hierbei besonders kritisch, denn nicht immer garantiert deren Herkunft saubere Rohstoffe und/oder die Einhaltung bestimmter Umweltstandards. Ihre Langlebigkeit ist heute kaum noch gegeben. Ökologisch sinnvoll sind daher Unternehmen, die Technik zum Mieten und Teilen anbieten. Die Idee dahinter ist ganz simpel: Die Lebensdauer der Geräte verlängert sich, Ressourcen und die Umwelt werden geschont.

Zielgruppen

Technik mieten ist nichts, was Nutzer machen, weil es zwangsläufig günstiger ist als kaufen, sondern weil sie die Geräte jederzeit und unkompliziert auch wieder loswerden wollen, um sich nicht länger daran zu binden. Sei es, weil der Bedarf nicht da ist, wie bei einer Bohrmaschine, die man nur einmalig beim Einzug in eine neue Wohnung braucht, oder weil man durch Mieten oft auch neue Technik nutzen oder ausprobieren kann – beispielsweise ein brandneues Smartphone. Somit gibt es zwei Hauptzielgruppen: zum einem Menschen, die gern neue Technik ausprobieren und zum anderen Leute, die ein Gerät nur kurze Zeit brauchen.

Wer bietet an?

Das Modell hat sich bewährt und so gibt es inzwischen zahlreiche Anbieter. Einer der größten Player ist Grover. Das Unternehmen verleiht selbst und kooperiert mit großen Elektromarkt-Ketten wie Media-Markt, Saturn, Conrad und Euronics. Der Vorteil dabei: Manchmal kann man das Wunschgerät gleich aus dem Markt mit nach Hause nehmen und muss nicht auf die Lieferung warten. Ein weiterer großer Anbieter Ottonow hat im Januar den Betrieb eingestellt. Laufende Mietverträge werden noch erfüllt, aber man kann keine neuen abschließen. Daneben gibt es kleine regionale Anbieter. Diese haben fast ausschließlich gebrauchte Technik wie Bohrmaschinen, Staubsauger oder Kaffeemaschinen im Angebot, die tageweise verliehen wird.

Lohnt sich das Mieten?

Es kommt im Wesentlichen auf die Mietdauer und das gewünschte Leih-Modell an. Braucht man ein Gerät nur kurze Zeit oder will man es erst einmal ausprobieren, dann lohnt sich das Mieten. Bei längerer Laufzeit ist es in der Regel günstiger, ein Gerät zu kaufen. Bei Grover muss man sich in vielen Fällen maximal einen Monat lang an ein Gerät binden. Generell gilt: Je länger die Mietdauer, desto geringer der monatliche Mietpreis. Auch ein Kauf von Geräten ist bei Grover möglich: Mietet man so lange, dass die Mietzahlungen abgegolten sind, kann man das Gerät zum Symbolpreis von 1€ auch erwerben. Auch ist es möglich, dass man ehe alle Mietzahlungen beglichen sind, den Restpreis bezahlt und das Gerät dann behält.

Schadensfälle

Sollte das Gerät während der Leihfrist kaputt gehen, übernimmt Grover über die Grover-Care-Versicherung 90 Prozent der Kosten. Bei Drohnen sind 50 Prozent abgedeckt. Bei Verlust, Diebstahl oder mutwilliger Zerstörung zahlt allerdings der Kunde selbst. Bestimmte Versicherungen nehmen Miettechnik heute aber auch schon in ihren Haftpflichtversicherungen auf. Hier sollte man sich vorher informieren.

Nachhaltigkeit

Elektroschrott
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Nachhaltig ist Grover, indem nicht alle Geräte brandneu sind. Sie werden teilweise auch gereinigt, desinfiziert, auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und wieder in den Mietkreislauf zurückgeführt. Aber Vorsicht: speziell ausgewiesen ist das nicht. Leichte Gebrauchsspuren sind möglich. Abgenutzte oder aus der Mode gekommene Geräte werden verkauft oder umweltgerecht entsorgt.

Fazit: Mieten als flexible Lebensform

Das Mieten und Teilen passt sich der heutigen flexiblen Lebensgestaltung an und so reiht sich auch die Technik hier ein. Die Vorteile liegen auf der Hand: Teure Kaufpreise und Finanzierungen fallen weg, man kann die neueste Technik haben und sie nach Belieben auch schnell wieder auswechseln. Quasi Konsum ohne Eigentum. Das lohnt sich aber nur bei einer kurzen Mietdauer. Außerdem können durch das Mieten auch Nutzer Zugang zu neuester Technik haben, die sich andernfalls solche Geräte gar nicht kaufen würden oder könnten. Man ist flexibel und muss sich nicht an ein Gerät binden. Außerdem muss man sich weder um Wiederverkauf noch um Wertverlust Sorgen machen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 25. März 2021 | 10:45 Uhr

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