Wie viel Taschengeld ist angemessen?

20.06.2019 | 02:10 Uhr

Eine Mädchen steckt eine Münze in ihr Sparschwein 1 min
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Umschau-Quicktipp Taschengeld

Taschengeld

MDR JUMP Do 20.06.2019 02:10Uhr 01:00 min

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Spielzeug, Süßigkeiten oder Kinderzeitschriften: Wenn man mit Kindern einkaufen geht, dauert es nicht lange, bis sie ihre Wünsche kundtun. Und natürlich erfüllt man die Wünsche auch gern. Aber mit zunehmendem Alter der Kinder wünschen sich Eltern auch, dass die Kinder den Wert des Geldes, welches für ihre Wünsche ausgegeben wird, kennenlernen. Das führt in vielen Familien zur Diskussion, ob, wenn ja, wie viel und ab wann Taschengeld gezahlt werden sollte. Wir wollen helfen, Orientierung zu geben und die wichtigsten Fragen rund ums Taschengeld zu klären.

Warum ist Taschengeld wichtig für Kinder?

Durch die Zahlung von Taschengeld lernt das Kind den Wert des Geldes kennen. Es bekommt ein Gefühl dafür, ob die Dinge, die es kaufen möchte, teuer oder billig sind. Egal wie viel Geld das Kind bekommt, es wird auch lernen, sich das Geld einteilen und damit auskommen zu müssen. Mit der Zahlung von Taschengeld unterstützt du das Kind, selbstständig zu werden und eigene finanzielle Entscheidungen zu treffen. Wer als Kind schon spürt, welche Rolle Geld im Leben spielt, wird später auch verantwortungsvoller mit Geld umgehen können, glauben viele.

Ab wann sollten Eltern Taschengeld zahlen?

Die Hände eines Kindes zählen Geldmünzen auf einem Tisch
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Eines vorweg: Eltern sind gesetzlich nicht verpflichtet, ihren Kindern Taschengeld zu zahlen. Kinder haben deshalb auch kein offizielles Recht darauf. Die Zahlung von Taschengeld ist für die Eltern freiwillig.

Mit Taschengeld kann begonnen werden, sobald Kinder verstehen, das Geld benötigt wird, um etwas einzukaufen. Das erste Geld erhalten Kinder schon mit vier bis fünf Jahren - geht man nach der Taschengeldtabelle, die auf Empfehlungen der Jugendämter jedes Jahr erstellt wird. Ein guter Zeitpunkt, um mit der Taschengeldzahlung zu beginnen, ist jedoch der Schuleintritt. Dann können die Kinder schon kleinere Beträge nachrechnen und Dingen einen Wert zuordnen.

Wie viel Taschengeld für welches Alter?

Die von den Jugendämtern beziehungsweise vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) herausgegebene Taschengeldtabelle gibt eine erste Orientierung.

Kindesalter             Taschengeld
unter 6 Jahre:             0,50–1,00 Euro/Woche
6 Jahre:             1,00–1,50 Euro/Woche
7 Jahre:             1,50–2,00 Euro/Woche
8 Jahre:             2,00–2,50 Euro/Woche
9 Jahre:             2,50–3,00 Euro/Woche
10 Jahre:             15,50–18,00 Euro/Monat
11 Jahre:             18,00–20,50 Euro/Monat
12 Jahre:             20,50–23,00 Euro/Monat
13 Jahre:             23,50–25,50 Euro/Monat
14 Jahre:             25,50–30,50 Euro/Monat
15 Jahre:             30,50–38,00 Euro/Monat
16 Jahre:             38,00–45,50 Euro/Monat
17 Jahre:             45,50–61,00 Euro/Monat
ab 18 Jahre:             61,00–76,00 Euro/Monat

Neben dem Alter des Kindes sollten vor allem die finanziellen Möglichkeiten der Familie bei der Höhe der Taschengeldzahlung berücksichtigt werden. Muss die Familie mit vergleichsweise wenig Geld auskommen, sind Abweichungen natürlich unumgänglich. Hingegen sollten sich Familien, in denen ausreichend Geld vorhanden ist, dennoch an der Taschengeldtabelle orientieren und nicht allzu stark davon abweichen. Ein Lerneffekt kann nur eintreten, wenn Kinder sich mit ihren Geld auch hin und wieder einschränken müssen.

Taschengeld-Regeln festlegen

Vereinbare mit deinem Kind einen konkreten Termin, an dem es das Taschengeld erhält. Das kann, je nach Alter, an einem bestimmten Tag einmal in der Woche oder einmal im Monat sein. Zahle immer pünktlich und regelmäßig. Versetze Kinder nicht in die Lage, danach betteln zu müssen. Außerdem solltest du die Auszahlung nicht an Bedingungen, wie Zimmer aufräumen oder ähnliches, knüpfen. Und drohe in kritischen Situationen nicht mit Taschengeldentzug oder –kürzungen.

Ein Mädchen schaut erstaunt auf Geldscheine, die es in seiner Hand hält
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Konsequenzen sollten immer direkt mit dem Fehlverhalten zu tun haben. Beispiel: Zieht ein Kind seine Hausaufgaben unnötig in die Länge, muss ein Treffen mit Freunden aus Zeitgründen leider ausfallen. Eine Taschengeldkürzung wäre für das Kind keine logische Folge.

Im Vorfeld solltest du mit deinem Kind besprechen, welche Ausgaben trotz Taschengeld weiterhin von den Eltern übernommen werden. Und: Auch wenn es manchmal schwer fällt, lass dein Kind selbst und frei entscheiden, was es sich von dem Taschengeld kauft. Das gilt natürlich nicht für Alkohol und Zigaretten. Berate dein Kind, aber vermeide wertende Urteile.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 20. Juni 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2019, 02:10 Uhr