Aktuelle Tablets: Auf diese Eigenschaften kommt es an

05.12.2018 | 02:10 Uhr

Eine Mutter schaut mit ihrer Tochter au einen Tablet-PC. Im Hintergrund steht ein Weihnachtsbaum. 1 min
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MDR JUMP Do 06.12.2018 02:10Uhr 01:01 min

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Tablets sind ein beliebtes Geschenk zu Weihnachten. Gute und günstige Geräte gibt es in der gängigen 10,5-Zoll-Klasse schon ab rund 150 Euro. Abstriche muss man beim Display, der Verarbeitung und der Rechenpower machen. Spitzenmodelle kosten allerdings ab 700 Euro aufwärts. Wir geben Tipps, auf welche technischen Details Käufer achten können.

Wie groß soll es sein?

Die Display-Größe und das Betriebssystem sind beim Tablet-Kauf die zwei wichtigsten Kriterien. Die Geräte gibt es mit Bildschirmgrößen von 7 Zoll, das entspricht 19 Zentimeter Bildschirmdiagonale. Damit sind sie nicht viel größer als viele aktuelle Smartphones. Besonders viele Tablets gibt es in der 10,5-Zoll-Klasse. Allerdings kannst du auch Modelle mit bis zu 14 Zoll und größer erwerben (über 35 Zentimeter). Geräte mit über 12 Zoll Bildschirmdiagonale sind für den mobilen Einsatz meist zu schwer. Kleine Tablets sind vergleichsweise leicht, strengen aber bei längerem Betrieb die Augen an.

iPad, Android-Tablet oder Gerät mit Windows?

Käufer haben die Wahl zwischen drei Betriebssystemen: Die meisten Tablets laufen mit Android, zudem gibt es noch Geräte mit Windows und mit iOS (iPads von Apple).

Ich würde mich da immer danach richten, was ich für ein Smartphone habe: Habe ich ein Android-Handy, dann kenne ich die Umgebung schon und weiß, wie ich was einstelle.

Christian van de Sand, Stiftung Warentest

Zudem könne man auf dem Smartphone gekaufte Android-Apps auch auf dem Tablet nutzen, wenn beide Geräte mit dem gleichen Benutzerkonto betrieben werden. Ähnlich klappt das auch mit iPads und iPhones. "Die iPads haben aber einen großen Nachteil: Sie sind deutlich teurer", sagt unser Experte. Auf der anderen Seite versorge Apple die iOS-Geräte zügig und auch über lange Zeit mit Updates, die etwa Sicherheitslücken stopfen. Das klappe bei Tablets mit Android im Vergleich lange nicht so gut.

Das ist ein Flickenteppich und sogar noch schlimmer als bei den Smartphones. Die Anbieter sind bei den Aktualisierungen einfach noch langsamer.

Christian van de Sand

Teure Geräte haben bessere Bildschirme…

In ihren teuren Flaggschiffen verbauen Hersteller wie Samsung oder Apple sehr hochauflösende Displays, die schön hell sind und die Farben sehr natürlich darstellen.

Die Displays heißen Amoled bei Samsung oder Retina bei Apple und lohnen sich für Leute, die am Tag mehrere Stunden intensiv draufgucken. Das ist dann fürs Auge schon ein bisschen entspannter, wenn der Bildschirm hochauflösend ist.

Christian van de Sand
Tablet
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Wer oft Fotos oder Videos bearbeite oder Fan von aufwendige 3D-Spiele sei, könne zumindest über eins der teuren Geräte nachdenken. Für "Normalnutzer", die mit dem Tablet vor allem im Netz surfen, lesen oder Filme schauen, reichten die Displays günstigerer Geräte meist aus.

…und schnellere Prozessoren

Die so genannten "Normalnutzer" bringen auch die Prozessoren der günstigeren Geräte meist nicht an die Leistungsgrenze.

Bei aufwendigen 3D-Spielen kann das Tablet dann schon mal ruckeln und wer Fotos bearbeitet, merkt den Leistungsunterschied auch.

Christian van de Sand

Spielefans sollten zudem darauf achten, ein Gerät mit möglichst viel Datenspeicher zu kaufen.

Üblicherweise frisst so ein aufwendiges Spiel dann gern auch mal schnell ein paar Gigabyte. Wenn ich dann nur 16 GB Speicher habe, und kann den nicht erweitern, dann ist mein Tablet nach dem Runterladen von ein, zwei Spielen voll.

Christian van de Sand

Außer bei den Komponenten sparen die Hersteller bei den günstigeren Geräten auch an der Verarbeitung.

Die teuren Geräte sind meist aus Alu aus dem Vollen gefräst und damit deutlich stabiler. Die günstigeren Tablets haben meist ein nicht so wertiges Kunststoffgehäuse.

Rainer Schuldt von Computerbild

Deutliche Unterschiede bei den Akkus

Die Energiespeicher der teureren Geräte halten in der Regel meist länger durch als die günstigerer Tablets.

Bei einem Top-Gerät schafft der Akku beim Videoabspielen bis zu fünfzehn Stunden. Das ist eine Leistung, weil die Tablets meist etwas leistungsstärker sind und auch hellere, höher aufgelöste Displays haben.

Christian van de Sand

Zum Vergleich: Im aktuellen Test (Heft 11/2018) gab es in der Günstig-Klasse Geräte, die gerade einmal vier bis fünf Stunden schafften.

Eine Batterie-App
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Wir haben aber immer mal auch Ausnahmen bei den Tablets in der mittleren Preisklasse. Auch die können gute Akkus haben.

Christian van de Sand

Speicherslot sinnvoll bei Geräten mit wenig Gigabyte

Bei der Ausstattung des Wunsch-Tablets können Käufer auf ein paar wichtige Punkte achten:

Sinnvoll sind zwei USB-Anschlüsse – sonst ist alles belegt, wenn ich einen fürs Aufladen nutze.

Christian van de Sand

Viele Hersteller setzten inzwischen auf den USB-C-Standard, mit dem Daten schneller übertragen und Geräte schneller aufgeladen werden könnten.

Bei den aktuellen iPads sind sogar USB-C-Anschlüsse verbaut, mit denen man etwa eine Kamera anschließen kann. Bei den iPads davor hatte man nur die Lightning-Anschlüsse und brauchte für zusätzliche Technik immer Adapter.

Rainer Schuldt

Einige Tablets kommen zudem mit einem Mini-HDMI-Ausgang oder einem Mini-Display-Port. Das ist sinnvoll, wenn ich das Tablet auch mal einen extra Bildschirm anschließen will.

Stiftung Warentest-Experte van de Sand

Über WLAN- und Bluetooth-Verbindung lassen sich inzwischen auch günstige Tablets mit anderen Geräten oder Netzwerken fürs Surfen koppeln. Der schnelle mobile Datenfunk LTE ist zumindest bei preiswerten Geräten nicht immer dabei. Das ist allerdings für viele Nutzer kein Problem, weil sie ihr Tablet in der Regel nur zu Hause auf dem Sofa im WLAN nutzen. Ein zusätzlicher Speicherslot für SD-Karten oder Micro-SD-Karten lohnt sich aus Sicht unseres Experten immer dann, wenn das Gerät ab Werk nicht ganz so viel Speicher hat.

Bei Tablets ab 64 Gigabyte oder besser noch 128 Gigabyte Speicher brauch ich das nicht. Wenn ich aber eins mit 16 Gigabyte habe, lohnt sich das. Aber ich sollte immer wissen: Nicht alle Apps und alle Daten kann ich auf die externe Speicherkarten packen.

Christian van de Sand

Sparvariante Älteres Tablet?

Tablets gehören ähnlich wie Smartphones zu den Geräten, bei denen es in den letzten Jahren keine wirklich großen Techniksprünge mehr gab. Die Hersteller verbessern bei neuen Geräten Bildschirme und Prozessoren etwas, feilen am Design und packen mehr Speicher rein. Damit ist der Abstand zu den Vorgängergeräten in der Regel nicht allzu groß.

Häufig ist es so: Wenn ein Gerät neu auf den Markt kommt, dann sind die Vorgänger noch am Markt, für deutlich niedrigere Preise.

Christian van de Sand

Bei den Vorgängergeräten kann es aber sein, dass die für anspruchsvolle Grafikaufgaben oder aufwendige Spiele nicht gut genug sind. Einige Apps werden über die Zeit auch immer anspruchsvoller und da müssen auch die Grafikchips der Tablets mithalten können.

Rainer Schuldt

Solche anspruchsvollen Apps können beispielsweise Bildbearbeitungsprogramme oder Videoschnittsoftware sein. Christian van de Sand rät dazu, auch bei älteren Modellen grundsätzlich auf Neuware zu setzen und nicht auf gebrauchte Tablets.

Beim Kauf von Privat weiß ich nicht genau, was der Vorbesitzer damit gemacht hat und ob ihm das Tablet mal runtergefallen ist.

Christian van de Sand

Wer wirklich ein gebrauchtes Gerät kaufen wolle, sollte eins bei einem der vielen Händler kaufen, die Tablets aufkaufen und wieder aufbereiten. Die gibt es dann mit ein bis zwei Jahren Garantie.

Fazit

Bei Tablets können Käufer nicht viel falsch machen. Schon günstigere Geräte bringen ab Werk fast alles mit, was für die gängigsten Aufgaben reicht. Teure Tablets sind eher etwas für Vielnutzer oder Spielefans, die auf einen schnellen Prozessor und einen extrem guten Bildschirm Wert legen.  

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 06. Dezember 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2018, 02:10 Uhr