Aktuelle Spielkonsolen: Welche ist die Richtige für mich und meine Familie?

Vater und Sohn zocken. 1 min
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MDR JUMP Do 19.11.2020 10:45Uhr 01:09 min

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Neue Playstation 5 von Sony, neue Xbox Series von Microsoft oder die bei Spielefans immer noch extrem beliebte Switch von Nintendo? Wir geben mit dem Spielefan Sébastien Bonset vom Technikmagazin t3n Tipps für die Kauf-Entscheidung.

Überblick: Konsolen von drei Herstellern

Aktuell gibt es von Nintendo, Sony und Microsoft Spielekonsolen. Nintendo verkauft die Switch (2017 veröffentlicht) für rund 310 Euro und als Switch Lite für knapp 200 Euro. Diese Konsole legt den Wert eher auf kreative Spiele-Ideen und den mobilen Einsatz unterwegs und etwas weniger auf herausragende Grafik. Seit Anfang November gibt es von Microsoft die neue Generation der Spielekonsole Xbox: Die kostet als Series X 499 Euro. Die Xbox Series S mit weniger Speicherplatz und ohne UHD-Blu-ray-Laufwerk gibt es ab 299 Euro. Auch Sony hat nachgelegt und verkauft seit dem 19. November (Europa) die Playstation 5: Als rein digitales Modell kostet sie 399 Euro, für das Modell mit Blu-ray-Laufwerk sind 499 Euro zu bezahlen. Auf beiden Konsolen laufen Spiele mit sehr hoher Auflösung, die mit ihrem Realismus inzwischen auch an Kinofilme herankommen.

Playstation 5 oder Xbox Series?

Beide jetzt neu auf den Markt gebrachten Spielkonsolen richten sich an anspruchsvolle Spieler: Dank besserer Prozessoren und Grafikkarten sehen die Spiele nochmal deutlich besser aus als auf den Vorgängerkonsolen. Weil sowohl Sony als auch Microsoft auf SSD-Speicher statt herkömmlicher Festplatten setzen, sollen auch die Ladezeiten zwischen einzelnen Levels viel kürzer ausfallen als bisher. Wirklich große Unterschiede zwischen den beiden Konsolen selbst gibt es aus Sicht unseres Experten nicht

Leistung und Grafik: Rein von technischen Daten her hat Microsofts neue Spielekonsole die Nase etwas vorn, sagt Sébastien Bonset von t3n:

Sébastien Bonset, t3n Magazin - digital pioneers
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Die Xbox Series X hat einen etwas schnelleren Prozessor, ein paar mehr Teraflops bei der Grafikleistung und eine etwas größere SSD. Ein realistisches Spielerlebnis wird man aber bei beiden Plattformen haben und der Unterschied jetzt zur aktuellen Generation wird auf jeden Fall deutlich.

Allerdings reizen die Konsolen ihr volles Potential nur auf einem 4K-Fernseher wirklich aus. Wer den noch nicht hat, muss hier eventuell noch mal Geld ausgeben.

Controller: Microsoft setze beim Controller auf Altbewährtes und habe den im Vergleich zum Vorgänger Xbox One kaum verändert, sagt unser Experte. Sony habe hier mehr experimentiert: Unter anderem ist im Controller standardmäßig ein Mikrofon verbaut. Das macht ein Headset für Gespräche mit anderen Spielern theoretisch überflüssig. Zudem setzt der Konsolenhersteller auf "haptisches Feedback". Spieler sollen an den Händen spüren, was im Spiel genau passiert: Dann sprechen die Analogsticks anders an.

Wenn er zum Beispiel bei einem Rennspiel auf Sand fährt, dann ist das Feedback ein anderes, als wenn du über Asphalt fährst.

Spiele: In der Vergangenheit versuchten Sony und Microsoft, Spielefans mit Exklusivtiteln an ihre Spielkonsolen zu binden. "Halo" oder die "Forza"-Rennspiel-Reihe gab es nur für die Xbox. Wer "Horizon Zero Dawn" oder "Uncharted" zocken wollte, musste sich eine Playstation kaufen. Rein an den Spielen würden Sébastien Bonset die Kaufentscheidung aber nicht mehr ausrichten:

Wirkliche Exklusivtitel gibt es heutzutage kaum noch. Mittlerweile arbeitet die Spieleindustrie eigentlich verstärkt mit zeitlich begrenzten Exklusivtiteln. Heißt: Ein Blockbuster kommt zum Beispiel erst für die Playstation 5 raus und dann ein halbes Jahr später auch für die Xbox oder auch für den PC.

Unser Experte rät unentschlossenen Käufern, sich eher danach zu richten, was Freunde oder Familie zu Hause haben

Es ist natürlich praktisch, wenn man dieselbe Spieleplattform nutzt, wenn man regelmäßig zusammenspielt. Auch wenn das über Crossplay bei vielen Spielen auch plattformübergreifend klappt. Aber so kann ich auch mal ein Spiel auf Blu-ray weitergeben: Ich gebe mein Rennspiel raus und bekomme dafür Fifa für meine Konsole.

Bei den neuen Konsolen auf die günstige Variante setzen oder gleich die teure holen?

299 Euro kostet die kleine Xbox Series S: Im Vergleich zur 499 Euro teuren großen Xbox Series X ist das Sicht unseres Experten ein echter Kampfpreis. Dafür hat die günstigere Xbox einen etwas schwächeren Grafikchip als die teure Variante, die SSD ist mit 512 GB deutlich kleiner (Series X: 1.000 GB).

Die 512 Gigabyte werden wahrscheinlich ruckzuck voll sein. Und man kann anders als bei den Vorgängerkonsolen keine externe Festplatte mehr anschließen.

Außerdem kommt die Xbox Series S ohne Ultra-Blu-ray-Laufwerk. Das fehlt auch der kompakten PS5 für 399 Euro. Die große PS5 mit dem Laufwerk kostet 499 – beide haben eine SSD mit 825 Gigabyte an Bord.

Die Kaufentscheidung für die günstigere oder die teurere Konsole hängt in erster Linie davon ab, ob man Spiele praktisch besitzen will oder ob einem die digitale Variante reicht. Ich bin großer Anhänger von echten Spielen in meinem Regal. Weil in der Vergangenheit auch schon digitale Spiele einfach verschwunden sind. Die wurden aus den Spielestores gelöscht oder sogar von den Konsolen der Kunden.

Wer seine Spiele gern gebraucht kauft oder die nach dem Zocken wieder verkaufen will, kommt ohnehin nicht um eine Konsole mit einem Blu-ray-Laufwerk herum.

Mit dem Kauf noch warten und bei der PS4 und der Xbox One bleiben?

Dafür spricht einiges: "Last of Us 2" (PS4), "Ghost of Tsushima“ (PS4) oder "Cyberpunk 2077" (beide Konsolen) sind nur drei von den starken und sehnlich erwarteten Titeln, die 2020 für die jetzt abgelöste Konsolengeneration auf den Markt kommen. Wer diese Games noch in Ruhe auf der gewohnten Spielkonsole durchspielen will, kann sich mit dem Kauf des Nachfolgers noch Zeit lassen. Auch weil nicht ganz sicher ist, ob die Spiele für PS4 und Xbox One wirklich wie von Herstellern versprochen auf den neuen Konsolen laufen:

Microsoft hat gesagt, dass alle Games der Xbox One laufen. Dazu kommen zahlreiche Titel von der Xbox 360 und sogar welche von der originalen ersten Xbox. Sony hat gesagt, das die PS4-Spiele auch auf der Playstation 5 laufen. Auch ein bisschen unklar ist noch, welche Version eines Spiels das dann tatsächlich sein wird.

Erfahrungsgemäß fallen zudem die Preise für die jetzt vorgestellten Spielkonsolen einige Zeit nach dem Verkaufsstart deutlich.

Für Familien mit Kindern und Zocker….

Ausschnitt aus "Super Mario Odyssey"
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Die Switch ist zwar nicht mehr ganz brandaktuell. Von ihr wurden aber zuletzt mehr Modelle verkauft als von Playstation oder Xbox. Das liegt aus Sicht unseres Experten auch daran, dass sich die Konsole für alle Altersgruppen eignet: Sie bietet nicht nur eine große Menge an gewaltfreien und kindgerechten Spielen aus dem Super Mario-Universum, Jump 'n' Runs und Rennspiele.

Zudem gibt es für die Switch inzwischen auch teure und große Rollenspiele, Strategiespiele und selbst Ego-Shooter. Da ist eigentlich alles dabei.

Die Spiele werden auf Modulen geliefert, die dann einfach in die Switch gesteckt werden. Aktuelle Spiele kosten ab 50 Euro aufwärts. Das einem Tablet ähnliche Gerät kann zudem überall genutzt werden: Für den Einsatz zu Hause am großen Flachbildfernseher kommt die Switch in eine Docking-Station. Für unterwegs kann der Spielecontroller (Joy-Cons) geteilt und rechts und links an das Tablet angedockt werden. Diese Flexibilität begeistert auch Sébastien Bonset:

Ich finde total gut, dass man damit am Abend am Fernseher was spielen kann und dann nimmt man die Konsole mit ins Bett und spielt bis zum nächsten Speicherpunkt. Und wenn jemand den Fernseher braucht, kann man sich daneben aufs Sofa setzen und zocken. Das ist super familientauglich.

Die Lite-Version der Switch kostet zwar über 100 Euro weniger als das Original, bietet aber nicht die beschriebene Flexibilität: Die Lite kann nicht an den Fernseher angeschlossen werden, auch die Joy-Cons sind nicht abnehmbar. Zudem ist das Display etwas kleiner als bei der teureren Switch. Bei Leistung und Grafik gibt es keine erkennbaren Unterschiede.

….und Bewegungsfans

Die Vorgänger-Geräte Wii und Wii U von Nintendo hatten auch viele Fans, weil in den Controllern Bewegungssensoren verbaut waren. Damit konnten Spieler dann gegeneinander bei Sportarten wie Boxen oder Bowling antreten oder sogar ihre Fitness trainieren. Diese Fangruppe bedient Nintendo auch mit der Switch. Im Basispaket sind in der Regel Controller mit Bewegungssensoren für zwei Spieler enthalten. Weitere Controller für mehr Spieler kosten um die 70 Euro. Zusatzkosten können noch für den Nintendo Switch Online-Dienst entstehen, über den Spieler übers Internet gegen andere etwa Mario-Kart fahren können. Die Monatsgebühr kostet 3,99 €, wenn der Dienst für einen Monat abgeschlossen wird.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 19. November 2020 | 10:45 Uhr

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