ܜberweisungsträger der Kindernothilfe mit Spendenquittung,
Bildrechte: IMAGO

Spenden zur Weihnachtszeit - Wie du schwarze Schafe erkennst!

06.12.2018 | 15:02 Uhr

Weihnachtszeit ist Spendenzeit! Aber: Woran erkennt man eigentlich, ob man es mit einer echten Hilfsorganisation zu tun hat und nicht mit Abzockern, die die gut gemeinte Spende selbst einsacken wollen? Wie man schwarze Schafe erkennen kann und worauf man beim Spenden achten sollte, liest Du hier!

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Sicherheit durch DZI Spendensiegel

Das beste Erkennungszeichen für seriöse Sammler ist das Spendensiegel vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen, kurz DZI. Bei Organisationen, die das Siegel tragen, kann man sicher sein, dass das Geld bei den Hilfsbedürftigen ankommt und keine übertriebenen Verwaltungskosten entstehen. Wichtig: Organisationen, die das Siegel nicht tragen, sind deshalb nicht zwangsläufig unseriös. Gerade für kleine Sammelvereine lohnt sich das Antragsverfahren oft nicht, obwohl sie eigentlich die Vorraussetzungen erfüllen. Wenn man sich nicht sicher ist, hilft eine Anfrage beim DZI, denn dort hat man Erfahrungen mit hunderten Organisationen, auch wenn die das Siegel nicht tragen.

Missbrauch wird durch Abschaffung der Sammlungsgesetze begünstigt

Leider haben mittlerweile viele Bundesländer kein Sammlungsgesetz mehr, oder werden es abschaffen. In Sachsen-Anhalt gibt es keine staatliche Kontrolle, Sachsen schafft sie zum Jahresende (28.12.09) ab - nur Thüringen hat noch ein unbefristetes Sammlungsgesetz, so dass Sammlungen dort genehmigungspflichtig sind. In Sachsen und Thüringen empfiehlt es sich deshalb, sich den „Sammelausweis“ des Sammlers zeigen zu lassen. Ansonsten gilt: Bevor man spendet oder etwas unterschreibt, sollte man deshalb besser eine Nacht darüber schlafen und sich selbst genau über die Organisation informieren.

Vorsicht bei Spenden in die Sammeldose

Erhöhte Vorsicht ist bei Spenden in eine Sammeldose an der Haustür und auf der Straße zu empfehlen. Der Missbrauch hat hier in den vergangenen Jahren zugenommen. Das DZI empfiehlt, höchstens kleine Beträge in bar zu geben und ansonsten lieber per Überweisung zu spenden, nachdem man sich vergewissert hat, dass die Organisation seriös ist. Außerdem: Sammeldosen müssen eine Plombe tragen, die gut sichtbar angebracht ist. Auf diese Weise wird verhindert, dass der Sammler sich selbst aus der Dose bedient.

Vorsicht bei „Blinden-“ oder „Behindertenwaren“

Behindertenwerkstätten verkaufen keine Ware am Telefon oder an der Haustür – deshalb Finger weg! VerkäuferInnen müssen außerdem einen „Blindenwarenvertriebsausweis“ mit sich führen. Die Waren sind mit dem Symbol der zwei erhobenen Hände, die zur Sonne greifen, gekennzeichnet. Bei Zweifeln an der Seriosität schafft eine Nachfrage beim DZI Gewissheit. Überteuerte Preise, die mit dem Argument verlangt werden, der Verkauf komme behinderten Menschen zugute, sollte man nicht zahlen. Hier empfiehlt es sich, genaue Belege zu fordern, wie viel des Preises wirklich Behinderten zugute kommt.

Spenden konzentrieren

Es empfiehlt sich, Spenden nicht nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen. Das DZI rät: Lieber eine Überweisung in einem Betrag - aber an die richtige Organisation. Denn spendet man mehrere kleine Beträge, steigert das nur die Verwaltungskosten und es kommt weniger bei den Bedürftigen an.

Spenden und Steuer?

Auch das ist für viele Spender wichtig: Man kann sie nämlich bei Vater Staat absetzen. Wenn man darauf Wert legt, sollte man sich von der betreffenden Organisation eine Spendenquittung ausstellen lassen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 07. Dezember 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2018, 15:02 Uhr

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