Mit etwas Geduld beim Kauf von Top-Smartphones sparen

Eine junge Frau hält sich ein Smartphone vors Gesicht 1 min
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MDR JUMP Di 19.05.2020 10:45Uhr 01:12 min

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Die beste Kamera, der schnellste Prozessor, der größte Speicher und das schärfste Display: In ihre Top-Smartphones packen Hersteller wie Apple, Samsung oder Huawei alles, was aktuell gut und teuer ist. Zudem bekommen die Handys der Champions League immer als erste Technik-Extras wie kabelloses Laden oder Gesichtserkennung. Die Premiumausstattung lassen sich die Smartphone-Hersteller aber teuer bezahlen: Ihre besten Handys kommen oft nahe an die 1.000 Euro-Grenze heran oder sogar drüber. Solche hohen Preise müssen Fans der Top-Smartphones aber nicht bezahlen, wenn sie etwas Geduld mitbringen und die Regeln der Preisentwicklung kennen.

Wie schnell sinken die Preise bei Top-Smartphones?

Smartphones werden meist mit einer hohen unverbindlichen Preisempfehlung, kurz UVP, in den Markt eingeführt. Bei vielen Handys sinkt der Preis aber schon in den ersten Monaten deutlich. Bereits nach zwei bis drei Monaten sind die Preise in der Regel schon deutlich geringer. Ausnahme sind iPhones – die bleiben vergleichsweise lange stabil bei den Preisen.

Wie verändern sich die Preise?

Bei den Smartphones mit Android gibt es inzwischen gleich eine Handvoll von Herstellern, die regelmäßig sehr gute Premium-Handys veröffentlichen. Damit steigt der Konkurrenzdruck und die Preise für Top-Smartphones fallen zunehmend schneller. Zum Beispiel hat Samsung im März die neue Galaxy S20-Reihe vorgestellt mit dem „Ultra“ als teuerstes Modell (UVP 1.349 Euro). Stand jetzt ist der Preis bereits um rund 25 Prozent gesunken. Nach Prognosen wird das „Ultra“ in einem halben Jahr nur noch etwa 800 Euro kosten. Das Huawai-Flaggschiff Mate 30 Pro ist seit Markteinführung zu Jahresende 2019 von 1.100 Euro (UVP) auf inzwischen 729 Euro gesunken. Rund 33 Prozent weniger innerhalb von fünf Monaten. Apple ist mit seinen iPhones nicht ganz so starker Konkurrenz ausgesetzt. Damit sinken die Preise auch im Vergleich nicht so schnell wie bei der Android-Konkurrenz. So kostete das im September 2019 vorgestellte iPhone 11 Pro 1.149 Euro (UVP). Jetzt ist es ab 999 Euro zu haben – ein Preisverfall von rund 13 Prozent innerhalb von acht Monaten.

Wie geht man besten vor, um ein Top-Smartphone möglichst günstig zu kaufen?

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Geduld haben, Preise vergleichen, mehrere Flaggschiff-Handys beobachten: Das sind die drei wichtigen Strategien, um ein Premium-Handy günstig zu bekommen. Der beste Zeitpunkt für den Kauf ist nach Angaben von Fachmagazinen wie Chip einmal nach drei bis vier Monaten und dann, wenn ein Nachfolge-Modell auf den Markt kommt. Weil die Entwicklungsschritte zwischen den einzelnen Top-Smartphones nicht sehr groß ausfielen, könnten Nutzer problemlos zum vorletzten Modell greifen. Manchmal lohnt es sich auch, sich ein Wunsch-Smartphone auszusuchen und dann auf Vorstellungen anderer Top-Smartphones zu achten. Häufig reduzieren Hersteller von Flaggschiff-Handys kurz die Preise, wenn ein Konkurrent sein Premium-Smartphone herausbringt. Damit soll der Marktstart schlechter ausfallen. Von solchen Strategien profieren dann Verbraucher, wenn für ihr Wunschmodell kurz der Preis fällt. Bei Shopping-Events wie Black Friday, Cyber Monday oder Amazon Prime Day kann man vereinzelt auch von Schnäppchen profitieren. Dann sollten Nutzer die angeblichen Rabattschnäppchen aber sehr genau mit den Angeboten anderer Händler vergleichen. Auf dem Vergleichsportal guenstiger.de können Nutzer einen Preisalarm einstellen. Der informiert per E-Mail, wenn der Preis für das gewünschte Handy auf einen vorher eingestellten Wert gesunken ist.

Lohnt es sich, auf vergleichsweise alte Top-Smartphones zu setzen?

Zwei bis drei Jahre nach dem Marktstart werden Premium-Handys oft nur noch für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises verkauft. Allerdings raten Experten vom Kauf eines so „alten“ Gerätes ab. Sie hätten oft eine veraltete Software an Bord und dafür bietet der Hersteller vermutlich schon bald keine Updates mehr an. Häufig kann es dann zu gefährlichen Sicherheitslücken kommen.

Kann man mit einem Vertragshandy sparen?

Viele Mobilfunkunternehmen locken Handykunden mit Verträgen, denen sie ein Top-Smartphone für wenige Euro beilegen. Eine echte Sparvariante ist das Paket aus Vertrag und Handy in vielen Fällen aber trotzdem nicht. Oft lohnt es sich eher, die Geräte einzeln zu kaufen und sich dazu einen günstigen Handyvertrag zu holen. Verbraucher sollten genau durchrechnen, ob sie mit der Option „Vertrag plus Smartphone für niedrigen Preis“ wirklich sparen. Das heißt: Ist die Summe aller Kosten für den Vertrag (Monatsgebühren über 24 Monate Laufzeit plus eventuelle Abschlussgebühren und eventuelle Kosten für das Smartphone) niedriger als für Smartphone und Vertrag einzeln? In dem Fall können sich Handykunden den Vertrag plus beigelegtes Top-Smartphone entscheiden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 19. Mai 2020 | 10:45 Uhr

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