Keimschleuder Smartphone: So kannst du dein Handy reinigen

Angeblich berühren wir über 2000 Mal am Tag unser Telefon. Dazu noch Abrieb vom Ohr, Make-up und Schweiß. So eine richtig kleine Keimschleuder ganz nah am Gesicht. Wie es unbedenklich sauber wird, erfährst du jetzt.

Mann sitzt auf der Toilette und telefoniert 1 min
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MDR JUMP Do 20.08.2020 10:45Uhr 01:04 min

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So kannst du vorsorgen

So einfach es klingt, aber je sauberer deine Hände, desto sauberer auch dein Handy. Je gründlicher du also gerade in der jetzigen Zeit auf eigene Hygiene achtest, umso weniger musst du dir Gedanken über ein Telefon als Keimschleuder machen. Eine leichte tägliche Reinigung wird in jedem Fall empfohlen, da du in der Regel sehr nah mit dem Mund an das Gerät kommst.

Das Smartphone aus der Hand zu geben, ist aktuell keine gute Idee. Zwar sollen sich auf den glatten Oberflächen Keime nur sehr schlecht und nur kurze Zeit halten können, aber schon kleine Kratzer im Display machen es Krankheitserregern wie Darm und Schimmelbakterien wesentlich leichter, sich dort anzusiedeln. 

So kommt nur wenig Schmutz ans Gerät

von einem Smartphone wird eine Schutzfolie abgezogen
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Damit das Display deines Smartphones bei einem Schlag oder Sturz nicht so schnell zersplittert, haben die Hersteller es flexibler gemacht. Nachteil: Die Oberflächen sind weicher und anfälliger für Kratzer. Abhilfe gibt es ab rund 15 Euro. Denn neben einer richtigen Handyhülle schützen auch Displayfolien, oder -gläser das Smartphone. "So eine Schutzfolie kann helfen, Kratzer zu vermeiden. Allerdings muss die auch wirklich gut sitzen, sonst streift man sie an gerundeten Displays unten immer schnell ab", so Handyexperte Lorenz Hufnagl vom Technikportal kaputt.de.    

So wird’s täglich sauber

Ein einfaches Mikrofasertuch reicht schon zu. Damit wischst du mit kleinen kreisenden Bewegungen und ohne Druck die Fett- und Schmierflecken vom Display. Mikrofasertücher haben sehr reißfeste aber dennoch flexible und weiche Fasern. Damit wird die Oberfläche geschont und es bleibt nichts hängen.  Ein weiterer Vorteil vom Mikrofasertuch: Es nimmt das Achtfache seines Volumens an Feuchtigkeit und Fett auf. Alternativ gehen auch Brillenputztücher. Vorsicht: Küchenrolle und andere Papiertücher haben erstaunlich harte Fasern. Mit denen kannst du dein Display stark zerkratzen. 

Damit du nicht jeden Tag neu nach dem Tuch suchen musst, kannst du einen Minidisplaycleaner einfach hinten am Handy befestigen und bei Bedarf verwenden.

Wenn mal eine Großreinigung nötig ist

Die meisten Smartphone-, und Kamerahersteller bieten spezielle Reinigungsfluids an, mit denen du dein Handy bedenkenlos säubern kannst. Es geht im Prinzip auch eine sanfte Seifenlösung oder auch ein Hygienespray. Damit befeuchtest du das erwähnte Mikrofasertuch ganz leicht und kannst loslegen. Für unseren Experten kein Problem: "Die meisten aktuellen Geräte sind ja vor Wasser und Staub geschützt, sodass eine leicht feuchte Reinigung unbedenklich ist. Buchsen und Anschlüsse sollten natürlich trocken bleiben." Hier empfiehlt der Experte die Reinigung mit Hilfe von Zahnstochern und Wattestäbchen. Wichtig: Keine Metallischen Putzhilfen in den Buchsen verwenden. Und du kannst sogar ein Druckluftspray einsetzen. "Da die Buchsen in sich doch ziemlich geschlossen sind, können Sie dort vorsichtig den Schmutz rausblasen. Allerdings müssen sie die Druckluftflasche richtig herum halten. Sonst könnte Ihnen die Luft das Gerät vereisen", rät Lorenz Hufnagl von kaputt.de.

Welche Putzmittel du unbedingt vermeiden solltest

Aktuelle Smartphones haben eine Oberflächenbeschichtung die Öl und Fett abweist. Reinigungs-Alkohol, Fensterputzmittel und Ähnliches beschädigen diese Beschichtung. Deshalb solltest du sie ausdrücklich nicht benutzen.

Nur die aktuellen iPhone-11-Geräte von Apple sollen gegen Alkohol unempfindlich sein.

Wie du Schmutz aus Rillen und Vertiefungen bekommst

Für Autoreinigungs-Profis sind sie schon lange eine große Hilfe. Und auch bei Handys und Computern mit physischen Tastaturen kann eine antibakterielle Reinigungsmasse tiefsitzenden Dreck zuverlässig rausziehen. "Bei den wenigen Handys, die tatsächlich noch Tastaturen haben hilft es. Und richtig nützlich ist die Knetmasse für In-Ear-Wireless-Kopfhörer. Die bekommen Sie damit prima sauber", so unser Experte.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 20. August 2020 | 10:45 Uhr

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