Vor- und Nachteile Skiausrüstung: Leihen oder kaufen?

Die Wintersport-Saison steht vor der Tür. Wer keine eigenen Skier hat, für den stellt sich die Frage, ob er sich welche kaufen oder sie vor Ort ausleihen sollte. Wir erklären die Vor- und Nachteile beider Optionen.

Die Vorteile des Leihens gegenüber dem Kaufen:

Gelegenheitsfahrer können sich ausprobieren

Wer noch nicht weiß, ob ihm das Skifahren überhaupt Spaß macht, kann sich mit Leihskiern erst einmal ausprobieren. Kommt man mit einem Modell also nicht zurecht, probiert man ein weiteres.

Kinder wachsen schnell

Für Kinder lohnt sich ein Neukauf in der Regel aus wirtschaftlicher Sicht nicht. Sie wachsen zu schnell und die Ausrüstung samt Stöcken müsste vermutlich jährlich erneuert werden.

Moderne Ausrüstung

Ein Junge betrachtet an einer Wand lehnende Skier.
Die Auswahl hängt oft von der Skilage ab. Bildrechte: IMAGO

Ein weiterer Vorteil des Skiverleihs: Es stehen oft moderne Ausrüstungen bereit. Das hängt aber von der Urlaubsregion ab: "In guten und beliebten Regionen können die Verleiher eher auch neue Materialien kaufen.

In kleinen Regionen rentiert sich das aber nicht immer", sagt Thomas Hedderich vom Skiverband Sachsen-Anhalt. Sprich: Leih-Bretter aus dem Top-Bereich gibt es auch meist nur in den Top-Skigebieten.

Service übernimmt der Skiverleih

Bei Problemen mit dem Ski gibt es immer Ansprechpartner vor Ort, im Notfall wird die Skiausrüstung ausgetauscht. Weiterer Vorteil: Die Pflege der Produkte, wie das Kantenschleifen oder Wachsen, übernimmt der Verleiher. Selbst kleine Schäden sind in der Regel im Mietpreis eingerechnet. Zudem ist ein "Rundum-Sorglos-Versicherungspaket" bei Schäden und Diebstahl oft kostengünstig buchbar.

Kosten

Die Preise für das Leihen können je nach Urlaubsregion sehr stark variieren. Im Schnitt sollte man aber mit etwa 150 Euro pro Woche rechnen. Einige Sportgeschäfte bieten einen Rabatt von bis zu 20 Prozent, wenn man vorher schon online reserviert.

Transport entfällt

Ein weiterer Vorteil des Leihens: Die sperrigen Skier müssen nicht zum Urlaubsort transportiert werden. Dies geht bei kleineren Autos häufig nicht ohne Dachbox, was wiederum einen höheren Benzinverbrauch zur Folge hat. Wer seine Ausrüstung erst vor Ort leiht, hat diese Sorgen nicht.

Die Vorteile des Kaufens gegenüber dem Leihen:

Keine Wartezeiten

Wer mit eigener Ausrüstung in den Urlaub fährt, kann sofort mit dem Skifahren loslegen während sich an den Verleihstationen vor allem in der Hauptsaison lange Schlangen bilden.

Höheres Verantwortungsbewusstsein

"Mit eigenen Brettern geht man eher vorsichtiger um, die will man auf keinen Fall zerstören und immer ein gutes Fahrgefühl haben", erklärt Experte Thomas Hedderich. Das kann bei Leihskiern nicht garantiert werden. Haben die Leihskier nachgelassen, weil etwa der Vormieter ständig über Steine gefahren ist und die Skier nun nicht mehr ordentlich gleiten, kann man schnell die Lust verlieren.

Passform von Skischuhen und Helm gewährleistet

Drei Skifahrer bei der Abfahrt
Wer im Jahr mehr als zehn Tage auf den Brettern steht, kommt mit Kaufen meist günstiger. Bildrechte: IMAGO

Die Schuhe sollten gut sitzen, nicht drücken und auf die individuellen Bedürfnisse der Füße und des Fahrverhaltens ausgesucht werden. Gleiches gilt für den Helm: Wenn dieser nicht richtig sitzt, schützt er nicht ausreichend. Auch kann man sich beim eigenen Helm sicher sein, dass er mit ihm bisher keinen Unfall gab und er wirklich ganz ist. Die Hygiene hat man bei eigenen Schuhen und Helm außerdem selbst in der Hand.

Nur für Anfänger empfiehlt sich daher ein Leihset mit Ski, Skischuhen und Helm. Wer dann am Ball bleiben möchte, sollte sich zunächst eigene Skischuhe und einen Helm zulegen. Das ist eine nachhaltige Investition, die der eigenen Sicherheit und der Fahrfreude dient.

Kosten

Wer sich für die eigene Ausrüstung entscheidet, der muss beim Kauf mit mindestens 400 bis 500 Euro rechnen. Profis brauchen gern auch zwei Paar Ski, beispielsweise beim Langlauf einen klassischen und einen Skatingski. "Dafür halten die Ski dann rund zehn Jahre, bei guter Pflege auch länger", erklärt Hedderich. Als Faustregel gilt: Wer mehr als zehn Tage im Jahr auf den Brettern steht, für den kann sich der Kauf finanziell lohnen.

Vor dem Kauf sollte sich jeder die Skier ausleihen und Probe fahren. Der Mietpreis wird bei Kauf in der Regel gegengerechnet. Der richtige Zeitpunkt für einen Kauf ist in der Regel übrigens nach ein paar Jahren des Fahrens, wenn sich persönliche Vorlieben beim Fahrstil herauskristallisiert haben. Entsprechend sind dann auch die Skier auszuwählen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 18. November 2015 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2017, 11:03 Uhr