Wie werden Besteck und Schmuck aus Silber richtig sauber?

20.12.2019 | 02:10 Uhr

goldene und silberne Schöpfkellen 1 min
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Umschau-Quicktipp Silber reinigen

Silber reinigen

MDR JUMP Fr 20.12.2019 02:10Uhr 01:10 min

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Warum läuft Silber an?

Metalle regieren auf ihre Umgebung. Eisen zum Beispiel oxidiert beim Kontakt mit  Sauerstoff - es rostet. Edlen Metallen wie Gold und Silber kann Sauerstoff hingegen eigentlich nichts anhaben. Das ändert sich, sobald Schwefelwasserstoff hinzukommt. Spuren davon finden sich in der Luft. Reagiert Schwefelwasserstoff mit Silber, entsteht Silbersulfid, und genau das verursacht die unschönen Verfärbungen. Das Silber wird schwarz. Der Fachbegriff dafür ist Sulfieren. Schwefelwasserstoff ist aber auch in Lebensmitteln enthalten. Deshalb sollte man zum Beispiel gekochte Eier oder Erbsensuppe nie mit einem Silberlöffel essen. Auch Schweiß oder schwefelhaltige Kosmetik können Verfärbungen begünstigen.

Welche Produkte gibt es im Handel?

eine junge Frau poliert Silberbesteck
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Im Handel werden Putztücher angeboten, die sich für große Oberflächen wie Servierplatten eignen. Für filigranen oder verzierten Schmuck kann man Silbertauchbäder kaufen oder auch Silberseife, die mit einem Schwamm aufgetragen und dann mit Wasser abgespült wird. Doch um Verfärbungen zu entfernen, muss nicht gleich die chemische Keule aus dem Schrank geholt werden. Meist verhelfen auch altbekannte und einfache Hausmittel Silber zu Glanz und befreien es von unschöner Patina.

Hausmittel Nummer 1: Essig

Silber sollte nicht mit Spülmittel gereinigt werden. Essig hingegen wirkt Wunder. Einfach eine Schüssel mit Wasser füllen, etwas Essig hinzu geben und das Ganze anderthalb Stunden einweichen lassen.

Backpulver als Wundermittel

Seit Generationen wird Silber mit Backpulver gereinigt. Man braucht nur noch etwas Wasser und eine weiche Bürste. So geht’s: Die Bürste nass machen und damit das Backpulver auf dem Silber verteilen, dann fünf Minuten einwirken lassen. Jetzt lässt sich der Schmutz deutlich leichter mit klarem Wasser abspülen. Fertig!

Dem Schmutz die Zähne zeigen!

Zahnpasta macht nicht nur die Zähne sauber. Es hilft auch gegen Verfärbungen und Schmutz auf Silber. Dazu schmiert man eine kleine Menge Zahnpasta auf das Metall und verteilt sie mit einer weichen Bürste. Nach 15 Minuten spült man die Paste mit Wasser ab. Abschließend poliert man das Silber mit einem weichen Baumwolltuch trocken. Allerdings sollte keine Zahnpasta mit Schleifmitteln verwendet werden. Die würden die Oberfläche des edlen Silbers zerkratzen. Ein Vorteil dieser Methode: Mit der Bürste kommt man auch gut bei unebenen Silberoberflächen in kleine Ecken.

Metall hilft Metall

Als Geheimtipp unter den Hausmitteln gilt Alufolie. Der Plan: Wasser in einen Topf geben, 5 Esslöffel Salz einrühren und das Ganze zum Kochen bringen. Nun den Silbergegenstand, der gereinigt werden soll, z.B. das Besteck oder den Schmuck, in Alufolie einwickeln und in das Salzwasser-Bad legen. Wie ein Magnet soll die Aluminium-Folie den Schwefelwasserstoff anziehen. Der Effekt: Die Alufolie wird schwarz, das Silber wieder hell. Im Zuge dessen wird Schwefelwasserstoff frei gesetzt. Dieser ist eigentlich giftig, aber in so kleinen Mengen ungefährlich. Guten Gewissens kann man diese Methode trotzdem nicht empfehlen. Denn  Alufolie weist in der Herstellung und bei der Entsorgung eine sehr schlechte Ökobilanz auf. Deutlich umweltschonender sind Bienenwachstücher. Die Anwendung bleibt die gleiche.

Kraft der Zitrone

Eine Zitronenhälfte im Anschnitt vor grünem Hintergrund.
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Eine Methode, die eher mechanisch als chemisch funktioniert und etwas Geduld erfordert, ist diese: Salz und Zitronensaft zu einer Paste verrühren. Mit dieser Reinigungspaste nun das Silber polieren. Zum Abschluss mit klarem Wasser abspülen. Ein Tipp: Die Paste sollte nicht zu flüssig sein, sondern lieber etwas zäh. Aber Achtung: Bei der mechanischen Reinigung könnten winzig kleine Kratzer entstehen. Die Königsklasse ist deshalb ein zweistufiges Verfahren: Zuerst das Silber eine halbe Stunde in einem Bad aus Zitronensaft einweichen. Die Säure löst Schmutz und Fett – ohne das Silber zu beschädigen. Dann das Silber in ein Natron-Wasserbad geben, das mit einer Brausewirkung reinigt.

Vorbeugung ist der beste Schutz

Das Putzen von Silber kostet Zeit und Nerven. Die kann man sich sparen, indem man Verfärbungen vorbeugt. Oberste Regel: Keine Luft ranlassen! Deshalb lohnt es zum Beispiel, Silber-Besteck in Baumwoll-Tücher einzuwickeln. Edle Teile und Schmuck werden meist in besonderen Schatullen oder Besteck-Koffern verkauft. Diese sind mit Stoffen ausgekleidet, die das Silber schützen. Deshalb sollte man das Silber am besten in diesen Originalbehältnissen aufbewahren.

Man kann auch Dinge zum Silber dazu legen, beispielsweise Kupfer-Münzen. Als minderwertigeres Metall zieht Kupfer Schwefelwasserstoff stärker an als Silber und verfärbt sich schneller. Lege deshalb einfach ein paar kleine Cent-Münzen zum Silber. Auch Kreide hilft, denn sie zieht Feuchtigkeit aus der Luft.

Spülmaschine ist Tabu

Silber sollte von Hand gewaschen werden, im Geschirrspüler hat es nichts zu suchen. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen können Essensreste Schwefel enthalten und Verfärbungen begünstigen. Zum anderen befördern Spültabs den Kontakt mit Sauerstoff und chemische Reaktionen des Metalls. Statt sauber zu werden, würde Silber sich in der Spülmaschine daher eher verfärben.

Schlussweisheit

Silber sollte nicht zu oft gereinigt werden. Denn bei den meisten Methoden wird eine feine Schicht des Silbers abgetragen. So verliert es auf Dauer an Substanz. Bei dünnen Legierungen sollte man besonders vorsichtig vorgehen. Wertvollem Silberschmuck solltest du eine Profi-Reinigung beim Juwelier gönnen. So erhalten edle Stücke lange ihren Wert und Glanz.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 20. Dezember 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2019, 02:10 Uhr

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