Shopping-Apps: Bei diesen Anbietern solltest du genauer hinschauen!

06.04.2020 | 02:10 Uhr

Fakt ist: Die Shopping-App-Anbieter sind meist keine klassischen Onlineshops, wo ein Firmeninhaber seine Produkte nun auch im Netz verkauft. Vielmehr haben dort andere Anbieter, Hersteller oder Verkäufer die Möglichkeit, ihre Waren zu verkaufen. Vergleichbar ist das beispielsweise mit Amazon-Marketplace. Dort verkaufen ja auch Firmen unter dem Dach von Amazon ihre eigenen Produkte und übernehmen auch die Abwicklung des Geschäfts.

Die Verkäufer bei Wish oder Joom haben ihren Firmensitz meist in Asien und sind damit nur eingeschränkt der europäischen und deutschen Gesetzgebung unterworfen. Außerdem ist oft nur schwer erkennbar, wer der eigentliche Vertragspartner ist und wie man ihn kontaktieren kann. Das erschwert im Falle von Mängeln oder bei Lieferproblemen die Kontaktaufnahme, Rückabwicklung des Kaufes oder Reklamation.

Konket hat die Verbraucherzentrale Hessen den Anbieter Joom zuletzt abgemahnt, weil die Allgemeinen Geschäftsbediungen nicht in deutsch vorlagen oder Kontaktdaten nur sehr schwer zu finden waren. Inzwischen wurde in diesen Punkten nachgebessert.

Außerdem scheint meist die gelieferte Ware mangelhaft zu sein. Die Verbraucherzentralen registrieren in letzter Zeit immer wieder Beschwerden über die schlechte Qualität der Ware:

Produkte kommen häufig beschädigt oder gar nicht an, sind schlecht verarbeitet und teilweise landen teure Mahnschreiben schon vor der gelieferten Ware im Briefkasten.

Zusätzlich häufen sich in letzter Zeit Beschwerden über extrem lange Lieferzeiten. Teilweise sei überhaupt keine Ware geliefert worden. Ein weiteres Problem: Durch den Firmensitz der Verkäufer fallen möglicherweise noch Zollgebühren und Steuern an. Eine Information darüber beim Kauf sucht man vergebens.

Wegen der langen Lieferzeiten – teilweise von mehreren Wochen – können sich Rechnungsstellung und Lieferung überschneiden. Heißt: Die Rechnung ist schon fällig, obwohl die Ware noch nicht angekommen ist. Wird mit der Bezahlung gewartet, drohen Mahnschreiben oder zusätzliche Inkassokosten.

Außerdem scheint gerade Wish sehr rigoros, was die Sperrung von Kundenkonten angeht. Bei den Verbraucherschützern haben sich viele Menschen gemeldet, deren Konto gesperrt wurde, weil sie eine Lieferung Reklamieren wollten oder sich über die mangelhafte Qualität beschwert haben. Das Problem: Eine solche Sperrung hat ziemlich unangenehme Folgen. Bei der Stiftung Warentest heißt es:

Betroffene Kunden können offene Bestellungen nicht mehr stornieren, keine Mängel mehr reklamieren und keine Ware zurück­senden. All das ist nur möglich mit einem Kunden­konto ohne Markierung. Besonders infam: Wish ruft betroffene Kunden gleich­zeitig dazu auf, weitere Waren zu bestellen.  

Wie immer sollte man bei zu großen Rabattversprechen sehr vorsichtig sein. Werden die vermeintlichen Schnäppchen aus Asien geliefert, solltest du zusätzlich vorsichtig sein. Check am besten vorab, ob für das Produkt oder den Bestellwert zusätzliche Zollgebühren oder Steuern anfallen. Bezahlt werden sollte erst nach Erhalt der Ware. Wichtig: Zahlungsaufforderungen im Zusammenhang mit der Bestellung nicht ignorieren. Besser: Mit den Dienstleistern in Kontakt treten und darauf hinweisen, dass die Ware noch nicht geliefert worden ist.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 06. April 2020 | 11:45 Uhr

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